Wie oft erlebt man es gerade in historischen Romanen: Der Hintergrund ist toll recherchiert, die Hauptfiguren jedoch erreichen unser Herz nicht. Hier stimmt beides, der Hintergrund und die Menschen, die darin agieren. Besonders gut gefallen mir die Frauenfiguren: die Heilerin Rosa, zerrissen zwischen ihren übersinnlichen Fähigkeiten und dem Wunch, einfach dazu zu gehören. Und natürlich Dorothea, die so viel klüger ist als ihr Bruder, und die nicht bereit ist mitanzuschauen, wie er die familieneigene Saline herabwirtschaftet. Und wiederum als Gegensatz dazu ihre Schwägerin Elisabeth, die feinsinnige, leicht nervenkranke Adlige, die einen anrührt, der man das Beste wünscht und doch gleichzeitig weiß, dass eine Frau wie sie es nie bekommen wird. Das Buch ist spannend und anrührend zugleich - die richtige Mischung für viele schöne Lesestunden!