Es gibt gerade im Fantasy Genre hervorragende Schriftstellerinnen (Katherine Kurtz, Marion Zimmer Bradley, Trudi Canavan, Dawn Cook usw.), aber bei diesem Roman ist das beste Kapitel, der Anhang von Gabriele Haefs.
Mein letzter Urlaub in Norwegen sowie mein Interesse für Fantasy und historische Romane ließen mich zu dem Buch greifen und es fängt auch recht gut an. Trondheim und Norwegen im 15-16. Jahrhundert, davon gibt es nicht allzu viel lesbare, unterhaltsame Literatur und es hätte spannend und interessant werden können.
Die Erzählung beginnt vielversprechend mit den Erlebnissen der durch die Pest entwurzelten jungen Heldin, die sich in das mittelalterliche Trondheim durchgeschlagen hat um dort Hilfe und eine Aufgabe zu finden. Leider erfährt man relativ wenig von Land, Stadt und Leuten, es wird angedeutet, dass Norwegen unter dänischer Fremdherrschaft steht; das es Aufstände gibt und gegeben hat; das viele Leute an der Pest sterben, aber das tritt alles zurück hinter der Rettung zweier verlassener Kleinkinder durch diese blutjunge Frau. Trotzdem gehören diese Kapitel zu den spannenderen Abschnitten. Kurz darauf trifft sie auf ihr späteres Idol (kein Ritter in strahlender Rüstung-Gott sei Dank), der ihr eine gefährliche Aufgabe überträgt und ihr später zu einem Platz für sich und die Kinder verhilft. Zuerst verliebt sie sich in den Falschen, eine hübschen Bruder Leichtfuß, aber dann beginnt ihre erwachende Sexualität ihre Träume zu einem Anderen zu lenken. Der Rest des Roman besteht zu gefühlten 50% aus Schmachten, Kuhaugen, etwas Erotik und etwas ausufernd geschilderten Sex, daneben eine Flucht, ein neues Zuhause und auch ein wenig Fantasy/Magie kommen vor.
Für einen historischen Roman sind zu wenig Informationen und Fakten vorhanden, für einen Fantasy Zyklus gibt es zu wenig Abenteuer und phantastische Elemente. Das Ganze erinnert an die Fernsehzyklen von Utta Danella, Inga Lindström usw., nur das man sich im Fernsehen an den schönen Landschaften erfreuen kann. Wer es mag, aber mit den wirklich großen Fantasyzyklen und Abenteuererzählungen hat das Werk wenig zu tun, eher mit Dokusoaps und Arztromanen. Es gibt aber schlechter erzählte Geschichten, daher 3- Sterne von mir.