Erwin Caldwell, Konkursrichter in Austin/Texas, führt ein geruhsames Leben. Seit 30 Jahren ist er mit Claire verheiratet, die Kinder haben das Haus am Colorado River verlassen. Partys, viele lockere Bekanntschaften, Ausflüge in die Umgebung, gelegentlich ein undramatischer Seitensprung bestimmen das Leben. Dies wird jedoch empfindlich gestört, als die Leiche von Caldwells verehrtem alten Philosophieprofessor Jan van de Rouwers im Fluß gefunden wird - zumal sich herausstellt, daß der Niederländer in seiner Jugend ein Nazi war, der sich in Amerika als Widerstandskämpfer ausgab. Hinzu kommt, daß der sonst so friedfertige Caldwell in einem Aggressionsanfall einen widerlichen, gelben, doggengroßen Köter mit dem Seitenschneider brutal getötet hat. Er gerät ins Grübeln. Immer intensiver springt ihn das Gefühl an, daß "Risse in der Mauer" seiner Existenz aufbrechen. Verunsichert denkt er über seine Vergangenheit nach und beobachtet sich in seinem gegenwärtigen Leben, um wieder einen Fixpunkt zu finden. Alles ist "so unvorhersehbar geworden". Was ist das Gute, was das Böse? Sicher ist jedenfalls, daß "die Grausamkeit unglaubliche Reserven hat".
Caldwell fallen viele erschreckende Ereignisse ein. Den Absturz in die Depression verhindert zum Glück Tom, sein sechsjähriger Enkel, der für erfrischenden Lebenswind sorgt. Wenn da nicht der Amerikaner mit dem höchsten Intelligenzquotienten wäre! Der Konkursrichter hat ihm das aufgeplusterte Selbstbewußtsein zerstört. Eines Tages wird der Amerikaner gefunden - ermordet ...
Lars Gustafsson (geb. 1936), Philosoph, Lyriker und Romancier, ist der international bekannteste schwedische Schriftsteller der Gegenwart. In seinem Roman "Die Sache mit dem Hund" verwendet er eine ausgefeilte Andeutungstechnik, mit der er gekonnt den Leser durch sein Werk zieht. Es gelingt ihm auf wunderbar leichte Weise, das muntere Fabulieren mit tiefsinnigen Gedanken zu verbinden. Gustafsson entläßt den Leser mit einigen Rätseln, die zum weiteren Nachdenken und zu überraschenden Entdeckungen führen können.
Es lohnt sich, sich auf Gustafsson einzulassen.