Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandios spannende Lektüre, 27. September 2009
Wer ein paar Stunden Zeit hat, sollte sie sich nehmen, um sich von dieser unglaublichen Geschichte mitreißen zu lassen. Wie 1974 ein paar Abiturienten und Studenten in einem Husarenstück drei Freunde aus der DDR herausholen, ist allein schon als Räuberpistole grandios, und man ist versucht, es als "tolles Ding" abenteuerlustiger junger Männer zu lesen. Dem steht die Einbettung in die politischen Hintergründe und die europäische Geschichte vor 35 Jahren entgegen, die in lebendigen Schilderungen gegenwärtig werden.
Unbedingt lesen!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Schicksal dieser Menschen darf nicht vergessen werden. Dieses Buch erinnert daran., 4. November 2009
Schon lange habe ich kein so spannendes Buch mehr gelesen. Dabei es ist keine Fiction, die in diesem Buch erzählt wird, sondern ein Stück Geschichte, ein Stück deutscher Geschichte.
Der Autor, Rüdiger von Fritsch, ist 1953 geboren und arbeitet seit 1984 im Auswärtigen Dienst. Als Diplomat lebte er in Warschau, Nairobi und Brüssel. Von 1999 bis 2004 leitete er den Planungsstab des Bundespräsidenten, von 2004 bis 2007 war er Vizepräsident des BND. Derzeit ist er Leiter der Abteilung für »Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung« im Auswärtigen Amt in Berlin. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder.
Die Geschichte einer Flucht aus der DDR, die er in diesem Buch erzählt, spielt lange, bevor er selbst eine politische Karriere einschlug. "Die Sache mit Tom" beginnt im Jahr 1974. Trotz der Entspannungspolitik Willy Brandts ist der "Eiserne Vorhang" zwischen den beiden deutschen Staaten engmaschiger geknüpft als je zuvor. Doch genauso stark ist auch der Wille vieler Bürger der DDR, aus der totalen Unfreiheit des östlichen Teils in die demokratische Freiheit des westdeutschen Staates zu kommen.
Diesen unbändigen Drang verspüren auch Thomas und seine Freunde. Thomas ist der Vetter von Rüdiger von Fritsch, der zusammen mit seinem Bruder Burkhard plant, den Freunden in der DDR zu einer Flucht in den Westen zu verhelfen. Die Zeiten dafür stehen schlecht, überschlagen sich doch die Meldungen über gescheiterte Fluchtversuche in den Medien. Dennoch arbeiten alle konsequent an ihren Planungen weiter - wann, wenn nicht jetzt ? Für den Sommer 1974 haben sie die Flucht geplant, genau ausgetüftelt und eigentlich bombensicher.
Der erste Versuch scheitert an einem kleinen technischen Detail, bleibt jedoch unentdeckt. Deshalb können sie vierzehn Tage später einen zweiten Versuch wagen. Die Türkei und Griechenland sind die Durchgangs- und Zielländer ihrer haargenau ausgetüftelten Flucht. Was Rüdiger von Fritsch und sein Bruder beim Beginn der Planungen für die Fluchtroute nicht ahnen konnten, trifft ein. Die politische Situation in der Zypern-Krise verschärft sich und zwischen Griechenland und der Türkei droht ein Krieg auszubrechen. Die gesamte Aktion steht auf dem Spiel...
Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer hat der Autor seine Erinnerungen an diese Aktion niedergeschrieben, spannend und mit viel Mitgefühl. Bei der Lektüre hat mich immer wieder ein Gedanke nicht verlassen, dass es genau diese Aktion und ihre Gefährdung durch die internationale Politik war, die den Autor nach seinem Studium in den Dienst des Auswärtigen Amtes brachte, wo er seither daran mitarbeitet, dass sich das, was im Buch erzählt wird, nie mehr wiederholen muss.
Das Schicksal dieser Menschen, vor allen derjenigen Tausenden von Namenlosen, denen die Flucht nicht geglückt ist und deren Leben dann in Stasigefängnissen endete, darf nicht vergessen werden. Dieses Buch erinnert daran.
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