29 Autoren aus 8 Nationen beschreiben 30 Kurzbiographien prominenter SS- Angehöriger. Damit ist klar, dass es sich nicht um ein stilistisch homogenes Werk handelt, das sich flüssig und leicht lesen lässt. Das ist aber auch gar nicht Ziel dieses Sachbuches, das durchaus wissenschaftlichen Anspruch in allgemeinverständlicher Form erhebt. Die dargestellten Kurzbiographien lassen erkennen, wie unterschiedlich die Charaktere dieser Personen und ihre Verstrickung in Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes des dritten Reiches waren und wie wenig dämonische oder sadistische Veranlagung als Erklärung dafür taugen. Auch wie wenig monolithisch diese Organisation eigentlich war, lässt sich unschwer beispielsweise aus dem Vergleich der Biographien von Wilhelm Bittrich und Theodor Eicke erkennen, die beide kommandierende Generäle der Waffen-SS waren. Es kann als Verdienst dieses Sachbuches angesehen werden, dass solche Differenzierungen innerhalb der juristisch als verbrecherische Organisation charakterisierten SS offenkundig werden. Über agierende Individuen lässt sich dem bis heute mit vielen Mythen umgebenen Phänomen SS sicher eher beikommen als über ein vorgefaßtes Verdikt. Nach der Lektüre verspürt man Bedürfnis nach mehr Wissen über die beschriebenen und auch über hier nicht erwähnte Protagonisten einer den deutschen Nationalsozialismus wesentlich prägenden Organisation. Ein besseres Kompliment an ein solches Buch lässt sich kaum finden.