Ich kann mich "dan_1985" nur anschließen. Die Folgen bzgl. Odessa und Totenkopfverbände sind passabel, jedoch die Dokumentation über die Waffen-SS kann man nur mit einem Wort beschreiben: miserabel.
Knopp stellt die Entwicklung und Vorkriegsgeschichte der SS-Verfügungstruppe und der Leibstandarte vollkommen lückenhaft und falsch da. Die SS-Junkerschulen, welche der Waffen-SS als Offizierschulen dienten, stellt er als Brutstetten der Nationalsozialistischen Rassenlehre da, wofür er natürlich wiedermal nicht den geringsten Beweis bringt.
In Sachen militärischer Einsatz:
Zu Beginn lässt man den Poleneinsatz der SS-VT und der Leibstandarte erstmal gleich weg.. ich frage mich warum? Der Westfeldzug wird benutzt um Differenzen zwischen Wehrmacht und Waffen-SS, sowie Verbrechen der Waffen-SS und deren militärisch angeblich schlechte Leistung auf zu zeigen.
Hierbei wird wieder einmal der Vorwurf des "Massakers von Wormhoudt" gebracht. Hierzu kann ich nur sagen, dass dieser Vorfall nie eindeutig geklärt wurde und Knopp dies trotzdem als bewiesenen Faktum darstellt.
Er hätte besser daran getan, diesen Vorfall nicht erneut aufzugreifen, sondern statt dessen die Ermordung von knapp 100 britischen Soldaten durch Angehörige der Totenkopfdivision bei Le Paradis zu nennen.
Die gleiche Kontroverse ergibt sich später bei der Behandlung der Vorgänge von Oradour sur Glane am 10. Juni 1944. Knopp präsentiert die alliierte Version der Geschichte, was nicht verwunderlich ist. Was jedoch mehr verwunderlich ist, ist dass ein Interviewabschnitt eines Angehörigen der Waffen-SS diesbezüglich in einer englischen Dokumentation zu sehen ist, in Knopps Dokumentation nicht. Der Angehörige der Waffen-SS berichtet hierbei darüber, dass Angehörige der Waffen-SS in Oradour sur Glane heute noch freundschaftlich begrüßt würden. (der Interviewte ist jedoch mehrmals in Knopps Doku vertreten)
Die Argumente welche Otto Weidinger in der Divisonschronik der 2. SS-Panzerdivion, sowie in der Regimentschronik des 4. SS-Panzergrenadierregiments vorbringt werden ebenfalls übersehen.
Kommen wir zum dem Abschnitt bei welchem man die Waffen-SS an der Ostfront behandelt. Wieder versucht man durch, bei weitem nicht ausreichend bewiesene Vorwürfe, die Brutalität der Waffen-SS auf zu zeigen.
Bei den Kämpfen werden die Soldaten der Waffen-SS als extremst brutal und gnadenlos dargestellt. Als "Fanatiker die solange kämpfen würden bis sie tot seien", berichtet ein ehemaliger Rotarmist.
Für mich stellt sich hier die Frage, haben die Autoren vergessen worüber sie gerade zu berichten versuchen? Die Ostfront des Zweiten Weltkriegs war nun mal ein Kampfgebiet welches mit keinem anderen, am ehesten noch mit dem Balkan, zu vergleichen ist. Die Härte der Kämpfe spiegelte sich selbstverständlich auch bei den Truppen und dies nicht nur bei der Waffen-SS sondern bei allen Teilen, aller Beteiligten wieder.
Einzelne Kämpfe werden kurz "thematisiert" wie z.B. die dritte Schlacht um Charkow und die Schlacht um Budapest, dies jedoch auch nur um wiederrum den Fanatismus und die Hitlertreue der Waffen-SS auf zu zeigen.
In Sachen Charkow: In der Dokumentation wird behauptet die Waffen-SS hätte aus Hitlertreue herraus die Stadt wieder nehmen wollen. Nicht mit einem Wort wird erwähnt, dass Generalleutnant der Waffen-SS Paul Hausser die Stadt im Februar 1943, gegen den ausdrücklichen Führerbefehl, räumen lies und damit große Teile seines II. SS-Panzerkorps rettete.
Um zu einem Ende zu kommen noch eine kurze Zusammenfassung was sich noch auf der DVD findet:
Die Waffen-SS, am Beispiel der 12. SS-Panzerdivision "HJ" in der Normandie, die Freiwilligen der Waffen-SS im Endkampf und wieder einmal die Waffen-SS als eine verbrecherische Organisation.
Der letzte Satz der Dokumentation "Sie waren keine Soldaten wie andere auch". Ich finde dieses Urteil mehr als bemerkenswert, da es Bundeskanzler Konrad Adenauer war, der am 30. August 1953 in Hannover sagte "Wir müssen,das muss auch das deutsche Volk und die deutsche öffentliche Meinung, unterscheiden zwischen SS und der Waffen-SS. Die Waffen-SS hatte nur den Namen gemeinsam mit den anderen, aber im übrigen waren es Soldaten wie andere auch.