Um es gleich vorweg zu sagen: Ich komme nicht aus Duisburg. Also konnte ich Handlungsorte nicht wiedererkennen - aber für einen Nicht-Duisburger bleibt die Stadt wenig fassbar, und auch eine gelegentliche Erwähnung von Bundesstraßennummern macht es nicht plastischer. Ich erkenne auch gar keinen Grund, warum der Krimi mit anderen Ortsangaben nicht auch in München oder Rostock spielen sollte - ein 'Flair' kommt nicht rüber.
Die Krimi-Handlung selbst war wenig spannend, und im Gegensatz zu einem anderen Rezensenten fand ich Kommissar Pielkötter alles andere als sympathisch.
Was mich aber am meisten stört, ist die Sprache. Ich habe selten ein Buch gelesen, das so hölzern und mit so wenig Sprachgefühl daherkommt. Kleine Kostprobe (Seite 87): "... Oft schon hatte er diese älteste Bischofskirche Deutschlands betreten. Andächtig schlenderte er durch den römischen Zentralbau, besichtigte Grabmäler, Grabaltäre und die Schranken des Ostchores. Schließlich verweilte er eine ganze Weile in der vierschiffigen Ostkrypta. ..."
"Andächtig schlendern" ist ein Widerspruch in sich. "Schlendern" impliziert eine gewisse Lässigkeit und Entspannung, man schlendert ohne besondere Aufmerksamkeit dahin. "Andächtig" erfordert aber genau diese Aufmerksamkeit. "Andächtig schlendern" ist also in etwa genauso stimmig wie "entspannt marschieren".
Im nächsten Satz besichtigt er Grabmäler - ja, ja, ich weiß, der Duden lässt es zu - aber der Plural von Grabmal ist Grabmale.
Und schließlich verweilte er eine ganze Weile - wie wär's mit "verbrachte er eine ganze Weile" oder "verweilte er noch einige Zeit" oder "verweilte er noch lange" oder.... Es gibt 'zig Möglichkeiten, diesen dummen Wiederholungsfehler zu vermeiden.
Ich finde das Buch handwerklich stümperhaft, und ich verstehe nicht, wie die Lektorin diesen Text durchgehen lassen konnte.