Zwei Phrasen werden im Zusammenhang mit Willi Forsts "Die Sünderin immer wieder benutzt: "Skandalfilm" und "Knefs Nacktszene". Fälschlicherweise werden beide als kausal verbunden wahrgenommen, aber die nur wenige Sekunden andauernde Nacktszene war gar nicht der Auslöser für den realen Skandal. Es waren die Themen "Prostitution", "Selbstmord", "Inzest" und "Sterbehilfe", die vor allem in Kirchenkreisen bitter aufstießen. So rief beispielsweise der katholische "film-dienst" zum Boykott des Films auf. Mit politischen Flugblättern - "Die Sünderin - Ein Faustschlag ins Gesicht jeder anständigen deutschen Frau! Hurerei und Selbstmord! Sollen das die Ideale eines Volkes sein?" - wurde gezielt Stimmung gegen den Film gemacht. Es kam zu Demonstrationen in deutschen Großstädten, die die Gegner zum gezielten Polemisieren missbrauchten, doch mindestens genauso viele Teilnehmer sprachen sich für die Kunstfreiheit und gegen Aufführungsverbote aus. Der Kassenerfolg war gewiss. Vier Millionen Zuschauer strömten in den Film. D 1951. Drama mit Hildegard Knef, Gustav Fröhlich, Robert Meyn u.a. Regie: Willi Forst.