Amazon.de-Hörbuchrezension
Welch erstklassige Produktionen unter den Hörbüchern zu finden sind, erfährt man beim Lauschen der
Sünderin. Mit der Entscheidung, den komplexen, verwobenen Text von Ulrich Pleitgen und Ulrike Grote lesen zu lassen, hat die Produzentin und Regisseurin Margrit Osterwold einen Volltreffer gelandet. Pleitgen und Grote, ausgezeichnete Sprecher und Darsteller, machen den Roman von Petra Hammesfahr zu einem beklemmenden, weil greifbar nahen Hörerlebnis. Die äußerst nuancenreiche Regie Osterwolds lässt uns Stück für Stück den Seelen der Protagonisten und ihren schrecklichen Abgründen näher kommen.
Zunächst ist es Pleitgen, der uns die Geschichte von Cora Bender erzählt. Eine Geschichte, die mit einer Sommeridylle beginnt, in die sich von Anfang an der Tod gewunden hat. Cora ersticht am Badesee einen vermeintlich fremden Mann. Es ist an Hauptkommissar Rudolf Grovian zu beweisen, dass es sich nicht um die Tat einer Psychopathin handelt. Dazu muss er jedoch die Mauer durchbrechen, die die Mörderin um sich errichtet hat. Das Schicksal, das sich dahinter verbirgt, ist selbst für einen hartgesottenen Kriminalbeamten nur schwer zu ertragen.
Ulrich Pleitgen versteht es mit solcher Leichtigkeit und gleichzeitiger Intensität, in die unterschiedlichen Charaktere zu schlüpfen, dass man sich bereits nach kurzem Zuhören dabei ertappt, völlig in den Bann gezogen zu sein. Die behutsame Regie hält ihn -- auch bei den schrecklichsten Begebenheiten -- bis zu einem gewissen Grad zurück und verleiht ihm so doppelte Eindringlichkeit. Die helle, feste Stimme von Ulrike Grote wird von der Pleitgens kontrastiert und zugleich unterstrichen. Mal kindlich verspielt, mal fanatisch zornig und immer wieder drängend, sehnend nach Ruhe und Frieden. Eine Aufnahme, die selbstverständlich auf jegliche Geräuschkulisse verzichten kann.
Die sinnvoll gekürzte Hörfassung bietet auf 3 Hörkassetten insgesamt 289:06 Minuten Hörgenuss der Spitzenklasse. --Anne Hauschild
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Ein Sommernachmittag am See: Cora Bender macht mit ihrem Mann und dem kleinen Sohn einen Ausflug. Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie, die einen sonnigen Tag genießt. Doch Cora Bender hat sich entschlossen zu sterben. Dann jedoch kommt alles ganz anders: Als es Abend wird, lebt Cora Bender noch und muß sich wegen Mordes verantworten. Sie hat einen Mann getötet, von dem sie behauptet, sie habe ihn nie zuvor gesehen. Die Täterin ist geständig, die Beweislage klar. Einzig Hauptkommissar Rudolf Grovian weigert sich, den Fall als Routineangelegenheit zu behandeln. Er stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Was er nach und nach aufdeckt, ist der Alptraum eines Lebens, das zerstört war, bevor es richtig begann.
Über den Autor
Petra Hammesfahr schrieb bereits mit siebzehn ihren ersten Roman. Seitdem schreibt sie einen Bestseller nach dem anderen. Mit ihrem Mann lebt Petra Hammesfahr in der Nähe von Köln.