Die Sündering war mein bisher erster Roman von Petra Hammesfahr - aber es wird nicht der letzte sein. Zu sehr hat mich die Geschichte von Cora gefesselt. Das Buch las ich in wenigen Tagen aus und konnte mich immer nur schwer lösen, da ich schon nach den ersten Seiten unbedingt wissen wollte wie es endet.
Meine Bewunderung gilt der Autorin, da ich es mir sehr schwer vorstelle, bei diesem ganzen Chaos aus Gefühlen, Gedanken, Wahrheit und Lüge alles in die richtige Reihenfolge zu bringen. Die Geschichte ist schnell erzählt, da es in dem Buch weniger um viele Geschehnisse, sondern um die Psyche der Protagonistin geht.
Cora Bender ist 24 und einer Kindheit entflohen, die man niemandem wünscht: Die Mutter wird nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Magdalena gläubig, da sie es wohl als Bestrafung Gottes ansieht, dass Magdalena schwer krank ist. Ihr Vater schafft es nicht, Cora vor diesem Wahn zu schützen. Cora pflegt ihre Schwester, muss den Haushalt machen, jedes normale Leben wird ihr untersagt. Bis zu diesem einen Tag... dann fehlt ihr ein Stück.
Sie beginnt ein neues Leben, sucht sich einen Mann, bekommt einen Sohn und denkt, alles ist in Ordnung. Bis sie durch einen Rocksong im Radio Erinnerungen hoch kommen. Seitdem ist alles anders. Sie bringt alles durcheinander und als einzigen Ausweg sieht sie Selbstmord.
Doch soweit kommt es nicht, denn statt sich im See zu ertränken, geht sie noch mal zurück zu ihrem Mann und ihrem Sohn, um sich zu verabschieden. Dann sieht sie dieses Pärchen auf der Decke liegen und aus irgendeinem Grund stört es sie, dass die Zärtlichkeiten austauschen. Auf einmal legt die Frau eine Cassette ins Radio und Cora dreht durch. Sie ersticht den Mann mit dem Messer, mit dem sie gerade einen Apfel für ihren Sohn schälen wollte und ist danach irgendwie erleichtert.
Für alle ist klar, Cora ist verrückt und unzurechnungsfähig. Doch der Polizist Rudolf Grovian sieht das anders und versucht, an Cora heran zu kommen. Teilweise lässt sie das zu, doch eigentlich will sie nur ihre Ruhe und fängt an zu lügen. Das alles ist teilweise etwas verwirrend, aber irgendwie kommt man doch mit. Cora gibt einem Einblicke in ihre schlimme Kindheit und man bekommt Mitleid mit ihr, sieht sie nicht als brutale Mörderin.
Irgendwas muss damals vor fünf Jahren in einem Keller passiert sein und dieser Mann, den sie umgebracht hat, spielt dabei eine Rolle. Doch bis ans Ende des Buches schafft es die Autorin immer wieder eine neue Wendung in die Geschehnisse einzubringen und auf den letzten Seiten erfährt man erst die ganze Wahrheit.
Tolles Buch, intelligente Geschichte!!!