Anno Domini 912, am Oberrhein. Der alte Graf Agapet wird in der Burgpfalz hinterrücks ermordet. Kurz darauf heiratet seine Witwe, Gräfin Claire, erneut. Claires Tochter Elicia will den Tod ihres Vaters nicht ungesühnt lassen und stellt Ermittlungen an. Hatte ihre Mutter schon seit Längerem eine Liebesaffäre? Hat sie ihren Gatten ermorden lassen, ihn womöglich selbst getötet? Von Tag zu Tag werden Elicia ihre Mutter und ihr neuer Stiefvater immer verdächtiger…
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Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. Im Jahr 2002 erfüllte er sich den Jugendtraum, Bücher zu schreiben. Sein Debütroman Die Herrin der Päpste wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Zuletzt erschien von ihm im Juni 2010 Die Sündenburg. Eric Walz lebt heute als Schriftsteller in Berlin.
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Die Geschichte, die sich auf der Sündenburg um 912 nach Chr. zuträgt, wird von fünf Personen aus der Ich-Perspektive erzählt. Das sind die Gräfin, deren Tochter, die stumme Amme, eine ungarische Gefangene und ein Vikar. Dieser Vikar untersucht den Mordfall des Grafen, der auf mysteriöse Weise in der Badewanne ermordert wurde. Die Fünf schreiben ihr Erlebtes auf, so als würden sie Tagebuch verfassen. Ich wusste, bis zur Auflösung des Falles nicht, wer hinter dem Mord steckte. Zum Schluss gewann die Handlung auch richtig an Fahrt, es wurde immer mehr intregiert, die Situation spitzte sich zu, es ging Hoch her. Leider konnte das Ende nicht vom großen Nachteil des Buches ablenken und darüber hinwegtrösten: Die fünf Hauptpersonen. Ich konnte keinen Bezug zu ihnen aufbauen, keine Gefühle schwappten zu mir über. Weder konnte ich nachvollziehen, warum sie so handeln und denken, noch glaube ich, dass sie sich als Menschen des Frühmittelalters so verhalten hätten. Ein Beispiel: Die Tochter der Gräfin, Elicia, beleidigt, verleumdet und stellt ihre Mutter vor versammeltem Hofstaat bloß. Obwohl ihre Mutter die Gräfin der Burg ist. Wenn es wirklich zu dieser Zeit geschehen wäre, dann hätte man sie bestraft, in ihre Schranken gewiesen oder sonst irgendetwas zur Rettung der Ehre getan. Aber die Mutter nimmt dies alles hin. Sie wird von ihrem eigenen Kind vor allen blamiert, aber nichts passiert. Auch wird später über dieses Ereignis nicht mehr geschrieben. So, als ob solch ein Verhalten ganz normal sei. Wo wir schon bei einem weiteren Punkt, der dem Annähern an die Protagonisten im Wege stand, angekommen sind.... Der Vikar ist der Einzige, der im Laufe der Geschichte eine Wandlung durchmacht. Aber auch dieser Vorgang ist nicht nachvollziehbar. Er denkt im Buch einfach plötzlich um 180 Grad anders. Damit findet er sich ab, so wie vorher schon die Gräfinmutter. Das ist halt so bei Eric Walz. Ihm fällt zu einer Person was ein, er schreibt es auf, warum das jetzt so ist, wird in einem knappen Satz erklärt. Basta, dass wars. Mehr hat der Leser nicht zu erwarten. Weder wird auf die Umgebung eingegangen - die klamme Burg, die unterschiedlichen Gerüche, das diffuse Licht - noch auf die Gefühle der Protagonisten. Der Autor hat keinen schönen Schreibstil, er beschränkt sich auf einschneidende Ereignisse, die er nicht mit anschaulichen Adjektiven und bunten Verben schmückt. Ich konnte mich in diese Geschichte nicht einfühlen, die Personen blieben schemenhaft und hohl. Ein schwaches Buch!Lesen Sie weiter... ›
912. Deutschland. Oberrhein. Graf Agapet wird in seinem Bad ermordet, kurz nachdem er aus dem Krieg zurückkehrt. Seine Frau Claire heiratet gerade mal zwei Tage später einen anderen Mann und für die Tochter Elicia steht fest: Die Mutter und ihr Liebhaber haben den geliebten Vater heimtückisch ermordet, um den Weg für den Liebhaber freizumachen. Doch auch Elicia scheint ein Motiv zu haben, ebenso wie ihr Mann Baldur, die Leibeigene Bilhildis und die Ungarin Kara, die Agapet als Trophäe aus der Schlacht mitgebracht hat. Alles scheint kompliziert und verworren, als der Schultheiß Malvin die Ermittlungen aufnimmt und schon bald weiß er nicht mehr, wem er glauben kann und wem nicht...
'Die Sündenburg' ist der neue historische Krimi von Eric Walz, der den vorangegangen Romanen in nichts nachsteht. In dem gewohnten lockeren und dennoch bodenständigen Sprachstil, erzählt der Autor wieder einmal von einem Verbrechen, dass lange vor unserer Zeit geschehen ist. Das Besondere ist diesmal die Erzählperspektive: Kannte man z.B. aus 'Die Giftmeisterin' nur eine Ich-Erzählerin, so erzählen in 'Die Sündenburg' gleich fünf Menschen von den Tagen nach dem Mord. Zu Beginn mag dies erst gewöhnungsbedürftig sein, doch schnell lernt man die Vorzüge dieser Erzählperspektive schätzen.Denn diesmal erzählen alle beteiligten die Geschehnisse aus ihrer Perspektive, man lernt sie kennen und erhält somit ein ungefiltertes Bild der/des Erzählenden. Die Figuren selbst erzählen in ihren Abschnitten ehrlich und unverblümt und lassen den Leser so an ihrem Leben teilhaben. Man hat wirklich das Gefühl, diese Charaktere kennenzulernen....
Die Handlung selbst hält sich nicht mit Unnötigem auf, sondern strebt schnell dem Höhepunkt ' der Aufdeckung des Mörders ' entgegen. So fliegen die Seiten nur so dahin und man sieht sich schneller als einem lieb ist mit dem Ende des Romans konfrontiert. Der Dreh und Angelpunkt der Handlung ist in jedem Fall der Mord am Grafen Agapet. Jedoch geht es in diesem Roman auch um Familie, Liebe, Schicksal und Vergebung, die die Handlung abrunden. Dabei sind diese Themen nicht nur Nebenschauplätze, die nur angekratzt werden. Eric Walz arbeitet diese Themen wundervoll aus, sodass man Ende nicht das Gefühl hat, dass ein Aspekt unfertig geblieben ist.
'Die Sündenburg' ist ein spannender, kurzweiliger Roman, der mir viel Freude bereitet hat. Mit diesem Roman werden nicht nur Krimifans ihre mörderische Freude haben. Ich warte bereits jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Roman von Eric Walz!Lesen Sie weiter... ›
Laaaaaangweilig. Wirklich. Und so schlecht geschrieben. Interessant mag ja die Ich-Sicht der verschiedenen Personen sein, das war's aber auch schon. Die Handlung ist absolut absehbar und einfach nur furchtbar öde.
Ich kann mich meiner Vorgängerrezension ja so gar nicht anschliessen. Ich empfinde das Buch als substantiell ausgewogen und im gewohnt angenehmen Schreibstil von Eric Walz verfasst. Sicherlich kann ein Autor nicht jeden Geschmack treffen, aber mein Vorrezensent sollte sich doch selbst mal versuchen... an einer sich immer weiter verdichtenen Geschichte, mit überraschendem Ausgang. Die Charalter sind zweifellos nicht so blumig ausgeschmück wie bei Balzac, aber hey wir leben in einer anderen Zeit. Das Buch hat Hand und Fuss und ist überraschenderweise, trotz der seltenen Schreibweise, mehrere Ich Erzähler, logisch nachzuvollziehen. Die dunkle, ungemütliche und angespannte Atmosphäre der Burg wird hervorragend dargestellt. Ebenso die Vielschichtigkeit der "Darsteller". Einer davon macht tatsächlich eine Kehrtwendung, wohl aber nachvollziehbar. Der Gute hat sich Hals über Kopf verknallt. Wem ging das noch nicht so...
Also wer sich von unseren beiden Rezensionen nicht den Kopf verdrehen lässt, sollte es lieber von diesem Buch machen. Gemütlich mit nen lecker Glas Rotwein... Viel Vergnügen.