Joseph Lintz soll ein Naziverbrecher sein, was ihm aber nicht nachgewiesen werden kann. Eine junge Frau, zur Prostitution gezwungen, verschwindet trotz Polizeischutz. Durch die Verhaftung des Unterweltbosses Cafferty entsteht unter verschiedenen Organisationen ein blutiges Gerangel um die Vorherrschaft im Drogen- und Menschenhandel. Rebus, eigentlich mit dem Fall Lintz betraut, mischt in allen Fällen kräftig mit, nachdem seine Tochter Sammy bei einem Autounfall schwer verletzt wurde.
Diesmal hat Rankin seinem Rebus etwas zuviel zugemutet. Als reichte es nicht, dass drei Gangs, ob kooperierend oder rivalisierend stellt sich erst heraus, in Edinburghs Unterwelt mitmischen, es kommt auch noch die japanische Yakuza hinzu. Natürlich hat der Fall Lintz eine Verknüpfung dazu, wenn auch eine sehr konstruierte. Es scheint, als wolle Rankin zwar mit dem Finger auf Naziverbrecher und deren Reinwaschung hinweisen, aber nur kurz und vage und mit größter Vorsicht. So bleibt dieser Komplex unbearbeitet, sowohl kriminalistisch als auch literarisch. Auch die Art der Anbindung von Sammys Unfall an die restlichen Fälle zeugt nicht von einer Sternstunde des Autors. Dieser Teil wirkt wie der schiefgegangene Versuch, den Rest der Erzählstränge mit in den Topf zu stopfen statt ihn logisch und spannend zu verknüpfen.
"Die Sünden der Väter" ist also kein Glanzstück der Reihe, aber immer noch ein solider, handwerklich ordentlich gemachter Krimi.