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Die Säulenhalle
 
 
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Die Säulenhalle [Taschenbuch]

David Schah
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 220 Seiten
  • Verlag: Books on Demand Gmbh (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3831139342
  • ISBN-13: 978-3831139347
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.661.865 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Säulenhalle könnte man als im akademischen Milieu spielende Reality Soap geniessen, wäre da nicht die alles überschattende Rahmenhandlung: Der Leser erfährt gleich zu Beginn, dass die vier Protagonisten Opfer eines Amoklaufs in einer Uni-Cafeteria sein werden, und wird so dazu angestiftet, in ihren posthum veröffentlichten Tagebucheinträgen nach Motiven zu suchen, die das spätere Ereignis determinieren. Auf diese Weise werden die aus den Tagebüchern hervorgehenden multiperspektivisch herausgearbeiteten Motive wie Paranoia und Schizophrenie, die Unfähigkeit der Kommunikation sowie Liebe, Gewalt und Intoleranz (Horrorfilme, Apotheose von Serienkillern, Pogrome gegen Burschenschafter, Kriege auf dem Balkan und in Afghanistan, musikalischer Fanatismus, männlicher und weiblicher Chauvinismus) zu nachträglichen Vorboten der Tragödie. Die ambitionierte Struktur dieses Romans stört jedoch keineswegs den Lesefluss. Die Säulenhalle zeichnet sich im Gegenteil durch Spannung, psychologischen Realismus und Humor aus. Sowohl der postmoderne Nussknacker und Symbol-Dechiffrierer, als auch der Psycho-Thriller-Fan und der Popliteratur-Freund kommen bei diesem Roman auf ihre Kosten.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Säulenhalle  ein ergreifender Studentenroman, 30. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Säulenhalle (Taschenbuch)
Eigentlich ein Wunder, dass ein so schönes Unigebäude und eine so morbide Cafeteria wie in Bonn noch niemanden zum Schreiben eines Romans animiert haben. Nun ist es endlich so weit: Die Cafeteria des Uni-Hauptgebäudes ist der Kristallisationspunkt der vier Hauptfiguren des Romans „Die Säulenhalle". Und in eben dieser Cafeteria hauchen die vier auch ihr Leben aus: Sie werden Opfer eines Amoklaufs. Der Roman besteht im wesentlichen aus den posthum veröffentlichten Tagebüchern der Opfer. Jede Figur repräsentiert eine typische studentische Subkultur unserer Zeit: Der in einem Wohnheim lebende Börsenfreak Frank ist ein schräger Normalo, Babrak verkehrt in rechtsextremen Burschenschaften, Robert ist überzeugter Antifaschist und Luise ist eine gutbürgerliche Gruftie-Frau mit einem Faible für Serienkiller. Erzähltechnisch ist der Roman eine in der Zukunft geschriebene Retrospektive und eine Art Milieustudie der Studentenszene und der lost generation unserer Zeit. Diese Perspektive kommt aber nur zum Ausdruck in einem dem Geschehen vorangestellten Web-Artikel (mit Schlagzeilen wie: „Beethoven-Klon kann wieder hören") sowie in einigen äußerst amüsanten Fußnoten zum Zeitgeschehen der Neunziger Jahre. Der Erzählrahmen ist also Science Fiction, während die Tagebuchaufzeichnungen zeitgenössische Realität wiedergeben.

So bezeichnet der Literaturwissenschaftler und Pop-Papst Johannes Ullmaier den Roman auch als „neo-realistisch" und hebt ihn von der Popliteratur à la Stuckrad-Barre ab. Dieser gnadenlose Realismus bezieht sich vor allem auf das von den Tagebuchschreibern selbst sezierte Innenleben, in dessen ganzer Banalität sich wahrscheinlich die allermeisten StudentInnen von heute wiederfinden würden, zumindest die Geisteswissenschaftler. Was die Protagonisten am meisten umtreibt, ist - wer hätte etwas anderes vermutet - das andere Geschlecht. So erinnern die Liebesquerbeziehungen und romantischen Irrungen der Handlung fast an Seifenopern wie Marienhof und Verbotene Liebe, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass es in der „Säulenhalle" keine Erfüllung gibt, dass kaum ein Missverständnis sich aufklärt und kaum ein Vorurteil revidiert wird. Und dieser Cocktail aus Kommunikationsschwierigkeiten, Paranoia und Intoleranz führt schließlich in die Katastrophe, in das Massaker in der Cafeteria. Um die Täterfrage wird allerdings ein an David Lynch erinnerndes Verwirrspiel veranstaltet, was jedoch dem Lesegenuss überhaupt keinen Abbruch tut.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Universität als eine Mikrozelle der Gesellschaft, 29. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Säulenhalle (Taschenbuch)
Das Werk von David Schah, vom Autor als Roman bezeichnet, besteht eigentlich aus Tagebucheintragungen vierer Studenten, von denen der Leser gleich am Anfang erfährt, daß sie alle Opfer eines Amoklaufs geworden sein sollen. Die Eintragungen decken den Zeitraum von etwa einem Studiensemester ab und die beschriebenen Geschehnisse finden entweder auf dem Campus oder in seiner Nähe statt, womit schon eine Art klassischer Zeit-Ort-Handlung- Einheit gewährleistet ist. Die gewählte Tagebuch-Perspektive ermöglicht dem Autor die Erschaffung eines mehrdimensionalen Puzzle-Bildes, in dem die gleichen Begebenheiten aus unterschiedlichen subjektiven Perspektiven vorgestellt werden. Dies verleiht dem Geflecht der zwischenmenschlichen Beziehungen eine ungeahnte Tiefe und Kontrastschärfe.
Es handelt sich dabei eigentlich um scheinbare Banalitäten und Alltäglichkeiten des studentischen, aber auch des allgemein menschlichen Lebens: Seminare und WGs, Dozenten und Kommilitonen, Politik und Lebenseinstellungen, Freundschaft und Liebe, Sex und Gewalt, Leben und Tod.
Besonders empfehlenswert ist dieses gelungene Buch natürlich für diejenigen von uns, die noch studieren oder ihr Studium in den letzten zehn Jahren abgeschlossen haben. Mit scharfsinniger Ironie beschreibt Schah das moderne Studentendasein, scheinbar beiläufig setzt er sich mit (fast) allem auseinander, was die deutschen Massenuniversitäten ausmacht. Und dabei nimmt er sich kein Blatt vor den Mund, beugt sich nicht den Zwängen der political correctness. So kommt es, daß die Burschenschafter schon fast sympathisch erscheinen, die universitären Linken ("Öko-Schlampen" und andere) kommen bei Schah ziemlich schlecht weg. Und das alles in einem lockeren, alltäglichen Tagebuch-Stil, ohne das (von konservativen Autoren leider immer noch bevorzugte) schwerfällige Moralisieren; beiläufige, unbeschwerte Ironie ist eben oft bissiger und entlarvender als anstrengender, ausgedachter Sarkasmus.

"Die Säulenhalle" ist aber mehr als eine Art "Schwanitz für das Studentenmillieu" [S. Rémeur]. Schah schafft es, seine Charaktere äußerst lebendig, vielschichtig und "rund" [Nabokov] darzustellen. Seine Charaktere sind nicht nur Archi-Typen für das moderne Uni-Leben, sondern auch (und vor allem!) für unsere ganze heutige Gesellschaft. Dem Autor gelingt es, das universitäre Leben als eine Mikrozelle der Gesellschaft zu erfassen und zu entzaubern - als eine Art Stichprobe, von der der aufmerksame Leser auf die Gesamtheit der zeitgenössischen westlichen Zivilisation schließen kann.
Die Multiperspektivität des Tagebuch-Romans lässt uns wahrnehmen, wie oft die Hauptfiguren sich oder andere (in der Regel seelisch, aber auch mal körperlich) verletzen - und wie oft der Grund dafür "lediglich" ein Mißverständnis in Kommunikation und Verhalten ist.
Die Unterschiede in der Darstellung ein und derselben Person sind gravierend - je nachdem, von wem der Eintrag stammt.
Eine objektive Normalität gibt es nicht. Eine interessante Steigerung stellt das voranschreitende Verrücktwerden eines der Tagebuch-Schreiber dar, welches ihn schließlich in einen Mord treibt. Die Künstlichkeit und Abnormalität seiner inneren Welt scheint nicht viel abnormaler zu sein, als die von "normalen" Selbstzweifel, Einsamkeit und Unsicherheit geplagten inneren Welten der anderen Studenten.
Der moderne Mensch als homo neuroticus.
Dabei werden die eigenen Neurosen nicht - wie etwa bei Woody Allen - mit Freude ausgekostet. Man leidet darunter - und versucht sich mit ihnen zu "arrangieren".
Indessen kann die innere Widersprüchlichkeit der Charaktere wohl kaum größer sein: eine engelhafte, blaßhäutige zurückhaltende Schönheit als groofty-girl und Horror-Movie-Liebhaberin; eine femme fatale der linken Artisten als ungehaltene Rassistin und auch noch nymphomanisch; ein Afghane, der sich für arische Rassentheorien begeistert; ein sonst unauffälliger Student, der eine skurill-bescheuerte Bewegung gründet, deren Lebensphilosophie das "Verkrampftsein und [...] die Bekämpfung jeglicher Lockerheit" zum Hauptziel erklärt. Und auch noch ein Libertärer, der auf die Sexualmoral achtet.
Jeder in diesem Buch scheint ein Doppelleben zu führen, eine Alibi-Identität angelegt zuhaben - ein Pseudo-Ich, daß ihm oder ihr ein Gefühl des "Besonders-Seins", des "Etwas-Wert-Seins" vermittelt bzw. vermitteln soll.

"Die Säulenhalle" demaskiert somit meisterhaft die Atomisierung unserer Gesellschaft - eine Entwicklung, die hinter den Kulissen des stolzen Individualismus und des selbstsicheren Wohlstands schon so weit vorangeschritten ist, daß sie nicht nur die Figuren des Romans und mit ihnen den ganzen Campus, - sondern auch uns, unsere ganze Gesellschaft in den seelischen Abgrund und (geistigen) Tod zu stürzen droht.

Mein Fazit: Ungeachtet einiger stilistischer Makel und politischer Einstellung des Autors ein sehr lesenswertes Buch. Nicht nur für Studenten.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein Stimmungsbild der Uni Bonn, 3. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Säulenhalle (Taschenbuch)
Als ich zuerst von diesem Buch hörte, daß entweder gut oder schlecht, aber fast nie neutral beurteilt wurde, war ich mir unsicher, ob ich es mitr wirklich kaufen sollte. Schließlich entschied mich dafür - und ich habe es wirklich nicht bereut.

Die besten Stellen aus dem Buch sind für mich die Beschreibungen der Wahlparty. Vielleicht kann nur jemand nachvollziehen, wie einfühlsam und die Stimmung so genau wiedergebend der Roman ist, der die Wahlparties an der Uni Bonn selber miterlebt hat, aber vermutlich war (ist ?) es an anderen Universitäten nicht viel anders.

Auch den üblichen Verrückten der Cafeteria gibt es wahrscheinlich zu jeder Zeit an fast jeder Hochschule, ebenso die Kultur der Seminarfeten und Wohnheimfeste. In diesem stimmigen Rahmen ist eine eigentlich völlig chaotische Story eingebettet, die einfach gut und spannend geschrieben ist.

Man lese auch die Fußnoten, teilweise einfach köstliche Witze !

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