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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im mitteralterlichen Sündenpfuhl, 5. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Säulen der Erde: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist ein richtiger Wälzer; es umfasst 1150 Seiten gute Unterhaltungslektüre. Die Handlung zieht sich über 50 Jahre im 12. Jahrhundert; geschildert wird ein sich wandelndes, mittelalterliches England, mit allem, was dazu gehört.
Der Roman beginnt furios. Eine Hinrichtung und der Fluch einer jungen Frau lassen ahnen, welche Dramatik sich entfalten wird. Von Seite zu Seite zieht der Autor seine Leser in den Bann. Man lernt Tom, den Baumeister und seine Familie kennen, sowie deren Widersacher, Lord William. Brutalität und Unrecht kennzeichnen das Verhältnis der Adeligen zu ihren Untertanen. Diese wehren sich je nach dem oder ducken sich weg. Mönche sind es, die zu Mäßigung und Menschlichkeit aufrufen. Aber auch unter den Kirchenleuten gibt es schwache und schwarze Schafe. Nur Philip, der junge Prior, setzt sich mit ganzer Kraft für Ausgleich, Frieden und Gerechtigkeit ein. Ihm zur Seite stehen der Baumeister Tom, dessen Sohn Jack und die schöne Aliena.
Heftige Kämpfe und große Gefühle, Verrat und Hingabe sind nur einige Gewürze in dieser Geschichte; immer geht es um Leben und Tod.
Endlich wird der große Plan in Angriff genommen: es soll eine gotische Kathedrale gebaut werden, als Schutz gegen das Böse, als Zeichen für die Macht Gottes und seiner Liebe zu den Menschen.
Ken Folletts Helden leben in einem wenig zivilisierten , recht begrenzten Universum, im Sündenpfuhl. Grausamkeiten sind keine Seltenheit, jeder muß zusehen, wie er sich durchschlägt in dieser Welt der extremen Gegensätze. Der Leser leidet mit, freut sich, wenn das Gute an Boden gewinnt und die Bösen eins auf die Mütze bekommen. Wer will, kann auch tiefgründigeres aus diesem Roman schöpfen. Das Verhältnis von Politik, Macht und Kirche wird deutlich, Handel und Wandel in der mittelalterlichen Gesellschaft bekommem Konturen.
Alles ist superflüssig geschrieben in gleichmäßigem Erzählrhythmus und mit immer neuen Spannungsbögen versehen.
Für lange Winterabende bestens geeignet.
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124 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine meisterliche Erzählung..., 10. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Säulen der Erde: Roman (Taschenbuch)
WOW! Follet's "Säulen der Erde" ist genial!!! Ein junger Prior im mitteralterlichen England, hat sich zum Ziel gesetzt, allen Wiederständen zum Trotz, eine neue Kathedrale in Kingsbridge zu errichten. In den Stationen seines Lebens lernt er viele Freunde kennen, begreift aber auch, was es heißt, sein Leben gegen die großen Mächtigen der damaligen Zeit, zu verteidigen. Ihm zur Seite stehen der Baumeister Tom Builder und dessen Stiefsohn Jack sowie die Grafentochter Aliena. Alle müssen sich im Verlaufe ihres Lebens mit Leid, Hunger, Gewalt und Tod auseinandersetzen, lernen aber auch aber die "Sonnenseiten" des Lebens kennen (die große Liebe, berufliche Erfolge etc.). Was Follet hier geschrieben hat, gleicht eher einem Tatsachenbericht, als einer erfundenen Story. Die Lebensumstände der einzelnen Protagonisten werden detailliert dargestellt, wobei die Gefühle jedoch nie zu kurz kommen. Die Probleme der Charaktere sind leicht nachvollziehbar und wirken daher ungeheuer authentisch. Die Verschmelzung der verschiedenen Biographien von Haupt.-und Nebencharakteren, sorgt für eine rasante Handlung (trotz der 60-jährigen Zeitspanne, von der Follet hier berichtet). Es kreuzen sich die Wege von Königen und Bauern, von Grafen und Handwerkern, von Relegion und Macht....einfach alles wird erzählt...und es wird NIE LANGWEILIG!!!!! Überraschende Treffen am Wegesrand haben Auswirkungen auf die ganze Gechichte Englands. Die Machthungrigen kommen immer wieder zu unerwarteten Möglichkeiten, sich Phillip und seinem Lebenstraum von der Errichtung einer Kathedrale des Friedens, in dem Weg zu stellen. Dieser wiederum weiß sich zu wehren. So kommt es also zu Intrigen, Mord und Verrat in einer Zeit, in der Gesetze dem enormen Einfluß der Kirche unterliegen, aus der, wie Follet es ebenfalls vortrefflich zu beschreiben weiß, keineswegs nur demütige, fromme Priester hervorgehen. (es war halt schon immer so) Mein Fazit: eine Lobeshymne auf Follet..dieses Buch muss man gelesen haben!!
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46 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Rache und Vergeltung bis zum Tod., 16. Januar 2009
Zunächst einmal möchte ich zweimal ganz dickes Lob verteilen. Zum einen sind 14,95 Euro für ein Hörbuch mit 12 CDs ein absoluter Schnäppchenpreis. Zum anderen ist Joachim Kerzel einer der besten Vorleser weit und breit. Egal ob bei Grange oder Follett, der Mann kann lesen! Ihm zuzuhören ist immer ein Genuss.
Was Ken Folletts Roman angeht, so kann ich nicht ganz in das Horn der grenzenlosen Begeisterung stoßen. Die Story ist lang und spannend, Folletts Schreibe erweckt allerdings den Eindruck, dass er diese Geschichte noch tagelang weiter spinnen könnte. Wer auf mittelalterliche Romane mit Rache, Vergeltung, Hass und immer wiederkehrenden Ränkespielen mit situationsbedingten Veränderungen steht, der wird sich bei den Säulen der Erde vor lauter Begeisterung kaum wieder einfangen können. Wer allerdings Realitätsnähe, einen logischen Plot und eine kreative Geschichte mag, der wird mit dem Stoff seine Schwierigkeiten haben. Zu einfach gestrickt, plakativ Schwarz und Weiß, bzw. Gut und Böse, hat Follett die Figuren und die Story gestrickt.
In sechs Büchern führt uns Follett nach England in die Zeit von 1135 bis 1174. Dabei zeigt er uns das Land, so wie er es sich vorstellt. Er beschreibt die Geburt eines Findelkindes, das in ein Kloster kommt. Dort beginnt gerade der junge Mönch Philip seinen Aufstieg in der Kirche. Philip wird Prior der Priorei Kingsbrigde und hat sich fortan mit dem Bischof Waleran und der Familie Hamleigh auseinanderzusetzen. William, Sohn der Hamleighs, wird von der Grafentochter Aliena abgewiesen. Er vergewaltigt sie und schafft sich damit eine Feindin auf Lebzeit. Währenddessen wird das Land im Kampf um die Krone zerrissen. Mathilde von England und Stefan streiten um den Thron. Zentraler Mittelpunkt der Geschichte ist dabei der Bau der Kathedrale in Kingsbrigde. So lässt uns Follett über fast 40 Jahre an der Geschichte des Kingsbrigdes teilhaben, führt weitere Personen ein, verpasst ihnen böse Gegenspieler und lässt einer Ränke die nächste folgen. Das zusammenzufassen würde Seiten brauchen. In diesen plakativen Ränkespielen liegt, meiner Ansicht nach, die Schwäche des Romans. Wenn jeweils ein Guter und ein Böser sich bis zum Tod hassen und der Autor die beiden Gegenspieler immer wieder in verschiedenen Ämtern wie Prior, Graf, Richter, Vogt oder Bischof gegeneinander aufstellt, dann wird der Plot(leider) total unglaubwürdig und landet komplett im schriftstellerischen Mainestream.
Ob Follett das wollte? Ich weiß es nicht. In jedem Fall erschließt er sich eine gewaltige Leserschaft. Obwohl, das wäre mit einem glaubwürdigeren Stoff sicher auch nicht zu verhindern gewesen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Wer Die Säulen der Erde als ganz große Literatur bezeichnet, irrt vermutlich.
Ich habe, wie immer, Joachim Kerzels außerordentliche Stimme genossen. Mir die Geschichte quasi nebenbei angehört und mich über den günstigen Preis des Buches gefreut. Das wars dann aber auch schon. Es heißt mal wieder: Entscheiden sie selbst!
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