Vorkenntnisse sind nicht erforderlich?
Das sagen zumindest einige der Rezensionen hier.
Ich bin da aber ganz anderer Meinung. Es hat mich extrem gestört, dass es dauernd Referenzen zu den Vorgängerbüchern gab (ständiges Sprechen und Nachdenken über die tote Frau im See, irgendeinen Ben usw).
Dann unterhielt sich die Protagonistin mit Leuten, die man als Leser absolut nicht zuordnen konnte, weil sie auch "Überbleibsel" aus den Vorgängerbüchern sind und gar nicht neu oder - quasi wie in einer Zusammenfassung/Rückschau - vorgestellt werden.
Jetzt kann man natürlich darauf verweisen, es sei im Krimigenre normal, mit einer ermittelnden Hauptfigur mehrere, teilweise aufeinander basierende, Bücher zu schreiben. Ist es auch. Aber andere Autoren lösen dieses Verwirrungsproblem viel eleganter, so dass man als Leser nicht gezwungen ist, mit Band 1 zu beginnen um überhaupt etwas zu verstehen.
Die Protagonistin an sich fand ich ganz nett, sie wird halt ein bisschen spleenig oder freaky dargestellt, was sie in ihrer Stadt trotzdem nicht zum Außenseiter macht. Also, jemand unkonventionelles. Das hat Grimes ganz gut hinbekommen, allerdings hat sie die gesamte Glaubwürdgkeit für die Hauptfigur verbraucht. Die anderen Charaktere bleiben blass, handeln aus "heiterem Himmel" und verlieren dadurch ihre Glaubwürdigkeit.
Ehrlich gesagt, über das Ende kann ich mich nicht beschweren, weil ich es gar nicht bis da hin gelesen habe.
Die ganze Geschichte kommt nur langsam ins Rollen, nebensächliches wird zu detailiert erklärt und es langweilte mich einfach irgendwann...
Fazit: Wer die Vorgängerbücher kennt und sich mit dem Stil angefreundet hat, wird an dem Buch seine Freude haben. Wer hier Quereinsteiger ist, wird vielleicht nicht so viel verstehen. Also lieber ausleihen, statt kaufen.