Es hört sich spannend an: ein bekannter Krimiautor macht sich auf die Suche nach dem Mörder seiner Mutter.
Und es beginnt spannend. Ohne Zweifel in sehr guter Schreibweise berichtet James Ellroy von seiner Mutter Geneva Hilliker Ellroy! Ein Mädchen aus der Provinz, die nach L.A. kommt, dort heiratet und Mutter eines Sohnes wird. Sie muss erkennen, dass ihr um Jahre älterer Ehemann ein arbeitsscheuer, versoffener Aufschneider mit abstrusem Gedankengut ist und trennt sich von ihm. Gemeinsam mit ihrem Sohn zieht sie in eine Kleinstadt bei Los Angeles und arbeitet in ihrem erlernten Beruf als Krankenschwester. Wochentags ist Geneva Ellroy eine hart arbeitende Frau, die am Wochenende, wenn der Sohn beim Vater ist, diverse Bars aufsucht und Männerbekanntschaften sucht. Und einer dieser Bekanntschaften, ein "Dunkelhaariger" , ist der letzte Mensch, mit dem die Mutter gesehen wird. Als man Jean Ellroy ermordet auffindet, beginnt die Suche nach dem Mörder, die jedoch erfolglos endet. Der kleine Sohn kommt zum Vater und wird in dessen Umgebung zum drogenabhängigen Alkoholiker und Herumtreiber.
Nach Jahren der Ekzesse schafft James Ellroy den Ausstieg, wird Schriftsteller und begibt sich fast 40 Jahre nach dem Tod der Mutter auf die Suche nach deren Mörder.
Klingt spannend, ist es auch anfangs.
Doch irgendwann beginnt das Buch schlicht und einfach langweilig zu werden. Ohne Zweifel ist die Beschreibung seines eigenen Werdeganges wirklich sehr interessant, doch die eigentliche Geschichte, der Mord um seine Mutter, ufert aus. Da wird nun haarklein beschrieben, welcher Detective wann und wo Dienst beim Los Angeles Police Department hatte, als Geneva Ellroy ermordet wurde. Jede kleinste Zeugenaussage wird dokumentiert, sowohl 1958, als auch 35 Jahre später.
Ellroy berichtet nicht nur vom Mord an seiner Mutter, er glaubt auch, dass der Mörder der Mutter noch andere Frauen ermordet haben könnte und beschreibt nun, wieder höchst detalliert, weitere Morde an Frauen in Los Angeles Ende der 50er Jahre.
Dabei ist die Beschreibung oft sehr drastisch!
Die enorme Beschreibung der Fälle, der ermittelnden Polizisten, und Zeugen jeglicher Art sind irgendwann einfach zu viel. Schnell beginnt der Leser die Übersicht zu verlieren in einem Wust an Namen und Fakten.
Weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen!
Meiner Meinung nach will James Ellroy einfach zu viel in das Buch packen! Es ist Biographie, Autobiographie, Krimi und Tatsachenroman.
Hätte er sich auf einen Aspekt konzentriert, wäre es für den Leser besser geworden, so liest man das Buch weiter, weil man doch erfahren will, wie die Suche nach dem Mörder ausgeht.
Wer hofft, dass Ellroy am Ende den Mörder der Mutter ausfindig macht, wird enttäuscht.
Ohne Zweifel, ein interessantes Buch!
Aber kein Muss für Krimi-Fans!
Für Leser von Biographien sicher zu brutal und in der Sprachwahl oft zu vulgär!