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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine sehr persönliche Reise in die Vergangenheit,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Rothaarige. Die Suche nach dem Mörder meiner Mutter (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Die Rothaarige" behandelt den nie aufgeklärten Mord an der Mutter des Autors. Es gliedert sich in 4 zum Teil sehr unterschiedliche Abschnitte. Im ersten Kapitel wird der Mord an der Mutter aus der damaligen Sicht des Schriftstellers geschildert. In einem fast dokumentarischen Stil werden Zeugenaussagen, Tatortbeschreibung und Ergebnisse der forensischen Untersuchungen dargelegt. Der Stil ist so objektiv, das man vergißt um wen es sich bei dem Opfer eigentlich handelt. Es könnte ein x-beliebiges Opfer aus einem anderen Ellroy Roman sein. Der zweite Abschnitt ist sehr viel persönlicher und findet eine direkte und mitreissende Sprache. Es geht um James Ellroy selbst, seine Jugend, seine Obsessionen. Er berichtet von teilweise sehr intimen Dingen, die erahnen lassen welch dunkle Stunden dieser Mann erlebt hat. Man erfährt, das der Mord an seiner Mutter letztendlich dafür verantwortlich ist, das Ellroy heute zu den größten lebenden Autoren von Kriminalromanen zu zählen ist. Diesen Abschnitt habe ich an einem Stück gelesen und auch wenn man es nicht klassifizieren sollte: Die Wurzeln für die Karriere von Ellroy in der verkorksten Kindheit zu entdecken, die tragischerweise mit dem Tod seiner Mutter endete, war für mich wesentlich spannender, als die endlosen und manchmal langweiligen Protokolle der Ermittlungen im dritten Teil,in dem sich plötzlich auch die sprachlichen Mittel des Autors im gleichen Maße zu reduzieren schienen wie die Beweismittel. Dieser Abschnitt gibt dann insgesamt auch wenig neue Aufschlüße über Motive und das wie und warum. Es wird jedoch ziemlich deutlich wie aufreibend und langwierig Polizeiarbeit sein kann, und was für Männer das sind, die diesen Job verrichten. Im letzten Abschnitt geht es um die Mutter Ellroy's selbst. Woher sie kam, wer sie war und warum es vielleicht sogar Bestimmung gewesen sein könnte, das sie ein Opfer wurde. Die große Erleuchtung warum Männer Frauen umbringen gab es auch hier nicht und vermutlich sind es sowieso immer die selben Motive wie Geld, Sex, und Macht. Diese Buch sollte man nicht mit Ellroy's Bestsellern wie "L.A. Confidential" oder "Die schwarze Dahlie" vergleichen. Wer das erwartet dürfte entäuscht werden. Wer das Buch "Die Rothaarige" mit dem Anspruch liest, mehr über James Ellroy zu erfahren dessen Erwartungen dürften hier sicherlich mehr als nur zufriedengestellt werden.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Persönliche Trägodie !,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Rothaarige: Die Suche nach dem Mörder meiner Mutter (Taschenbuch)
Es hört sich spannend an: ein bekannter Krimiautor macht sich auf die Suche nach dem Mörder seiner Mutter.Und es beginnt spannend. Ohne Zweifel in sehr guter Schreibweise berichtet James Ellroy von seiner Mutter Geneva Hilliker Ellroy! Ein Mädchen aus der Provinz, die nach L.A. kommt, dort heiratet und Mutter eines Sohnes wird. Sie muss erkennen, dass ihr um Jahre älterer Ehemann ein arbeitsscheuer, versoffener Aufschneider mit abstrusem Gedankengut ist und trennt sich von ihm. Gemeinsam mit ihrem Sohn zieht sie in eine Kleinstadt bei Los Angeles und arbeitet in ihrem erlernten Beruf als Krankenschwester. Wochentags ist Geneva Ellroy eine hart arbeitende Frau, die am Wochenende, wenn der Sohn beim Vater ist, diverse Bars aufsucht und Männerbekanntschaften sucht. Und einer dieser Bekanntschaften, ein "Dunkelhaariger" , ist der letzte Mensch, mit dem die Mutter gesehen wird. Als man Jean Ellroy ermordet auffindet, beginnt die Suche nach dem Mörder, die jedoch erfolglos endet. Der kleine Sohn kommt zum Vater und wird in dessen Umgebung zum drogenabhängigen Alkoholiker und Herumtreiber. Nach Jahren der Ekzesse schafft James Ellroy den Ausstieg, wird Schriftsteller und begibt sich fast 40 Jahre nach dem Tod der Mutter auf die Suche nach deren Mörder. Klingt spannend, ist es auch anfangs. Doch irgendwann beginnt das Buch schlicht und einfach langweilig zu werden. Ohne Zweifel ist die Beschreibung seines eigenen Werdeganges wirklich sehr interessant, doch die eigentliche Geschichte, der Mord um seine Mutter, ufert aus. Da wird nun haarklein beschrieben, welcher Detective wann und wo Dienst beim Los Angeles Police Department hatte, als Geneva Ellroy ermordet wurde. Jede kleinste Zeugenaussage wird dokumentiert, sowohl 1958, als auch 35 Jahre später. Ellroy berichtet nicht nur vom Mord an seiner Mutter, er glaubt auch, dass der Mörder der Mutter noch andere Frauen ermordet haben könnte und beschreibt nun, wieder höchst detalliert, weitere Morde an Frauen in Los Angeles Ende der 50er Jahre. Dabei ist die Beschreibung oft sehr drastisch! Die enorme Beschreibung der Fälle, der ermittelnden Polizisten, und Zeugen jeglicher Art sind irgendwann einfach zu viel. Schnell beginnt der Leser die Übersicht zu verlieren in einem Wust an Namen und Fakten. Weniger wäre an dieser Stelle mehr gewesen! Meiner Meinung nach will James Ellroy einfach zu viel in das Buch packen! Es ist Biographie, Autobiographie, Krimi und Tatsachenroman. Hätte er sich auf einen Aspekt konzentriert, wäre es für den Leser besser geworden, so liest man das Buch weiter, weil man doch erfahren will, wie die Suche nach dem Mörder ausgeht. Wer hofft, dass Ellroy am Ende den Mörder der Mutter ausfindig macht, wird enttäuscht. Ohne Zweifel, ein interessantes Buch! Aber kein Muss für Krimi-Fans! Für Leser von Biographien sicher zu brutal und in der Sprachwahl oft zu vulgär! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Auf der Suche nach der Wahrheit,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Rothaarige. Die Suche nach dem Mörder meiner Mutter (Gebundene Ausgabe)
Wer Ellroys Romane kennt, weiß um seine Obsession bezüglich der Morde an Elisabeth Short (genannt "Die schwarze Dahlie") und an Jean Hilliker Ellroy (die Rothaarige). Ellroy lässt den Leser dieses Buches teil haben an seiner Vergangenheit als sozialer Outcast, Junkie und an der Zerrissenheit seiner Gefühle gegenüber seiner Mutter. Schonungslos und auch exhibitionistisch beschreibt er die Suche nach dem Mörder seiner Mutter. Ein Versuch zu Verstehen, was in jener Nacht passierte als sie für immer aus seinem Leben ging, und wohl auch ein Versuch ihr Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen. Dabei nimmt einem dieses Buch mit in eine Reise zu den finstersten Stellen des menschlichen Daseins. Ellroy lässt den Leser in die schwärzesten Stellen seiner Seele blicken, und man ist gepackt von der Trauer und Selbstzerstörung die in ihr wohnt.
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