In einer Welt, in der Erwachsene und das Geld regieren, da lässt es sich als Kind nicht leicht leben! Trotzdem und auch gerade deshalb halten Zora und ihre Freunde Pavle, Nicola, Duro und Branco fest zusammen, verteidigen ihre Freunde wie den Marktjungen Stjepan gegen Gemeinheiten und Ungerechtigkeiten und bestehen jede Menge Abenteuer.
Das Buch beginnt mit einer sehr traurigen Begebenheit. Die Mutter des 12 Jahre alten Branco - eine Tabakarbeiterin - stirbt. Noch bevor seine Mutter beerdigt wurde, ist die kleine Wohnung schon an eine andere Arbeiterin vermietet und der kleine Jungen ist nun auch noch obdachlos. Niemand möchte ihn aufnehmen, auch seine Großmutter verstößt ihn und sein Vater, ein berühmter Geiger der durch die Welt reist, ist nicht auffindbar.
Hungrig und einsam streift der Junge durch sein Heimatdorf Senj in Kroatien. Beim Aufheben eines Fisches wird er von dem ziemlich reichen und genauso unsympathischen Kaufmann Karaman des Diebstahls bezichtigt. Ein Mädchen mit roten Haaren und barfuß, das Branco schon die ganze Zeit auf dem Markt aufgefallen war, verteidigt ihn. Dennoch wird Branco verhaftet und kommt ins Gefängnis.
Von nun an überschlagen sich die Ereignisse... das Mädchen mit den roten Haaren ist natürlich "die rote Zora". Sie befreit den verzweifelten und unglücklichen Branco, flieht mit ihm durch die ganze Stadt vor den nacheilenden Polizisten und nimmt ihn mit in das geheime Versteck ihrer Bande.
Branco wird in die Bande aufgenommen und lebt von nun mit Zora und den Freunden in der Burg der Uskoken... die Kinder halten fest zusammen, auch als sie die Burg verlassen müssen, weil ihr Versteck entdeckt worden ist.
Das Buch ist unglaublich berührend. Es hat traurige und absolut lustige Momente. Durchweg ist es aber spannend. Die Beschreibungen Kurt Helds von der Landschaft, den Blumen, dem Meer und der einzelnen Menschen sind so intensiv, dass vor meinem inneren Auge eine richtige Welt entstanden ist. Bei der Beschreibung wie Zora und Branco auf dem Felsen liegen und nach den Fischen Ausschau halten, konnte ich richtiggehend das Meer riechen, die Sonne und den Wind auf den Wangen spüren...
Es ist aber nicht nur ein brillant geschriebenes Abenteuerbuch für Kinder, sondern auch ein sehr sozialkritisches Buch. Kurt Held zeigt eine Gesellschaft auf, in der das Geld regiert. Geld entscheidet darüber, wer Einfluss und Macht hat, das Geld der Eltern entscheidet darüber, ob die Kinder zur Schule (Gymnasium) gehen können oder nicht.
Während die Gymnasiasten alle sehr reiche Eltern haben (Bürgermeister, Kaufmann usw.) und im Luxus leben, muß die Bande der Uskoken um ihr Überleben und das tägliche Brot kämpfen. In einer ungerechten Welt, kämpft die rote Zora mit ihrer Bande für ein bißchen mehr Gerechtigkeit. In dieser rauhen Welt finden sie aber auch Freunde und Vertraute, die ihnen helfen, wie z.B. den Bäcker, der ihnen altes und manchmal frisches Brot in den Kamin stellt oder Gorian, den alten Fischer, dem sie bei dem Fischfang helfen können...
Ein ganz, ganz besonders schönes und berührendes Kinderbuch... für große und kleine Kinder... und natürlich auch und gerade für Erwachsene.