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Die Rote Kapelle und andere Geheimdienstmythen: Spionage zwischen Deutschland und Rußland im Zweiten Weltkrieg 1941-1945
 
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Die Rote Kapelle und andere Geheimdienstmythen: Spionage zwischen Deutschland und Rußland im Zweiten Weltkrieg 1941-1945 [Gebundene Ausgabe]

Helmut Roewer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 472 Seiten
  • Verlag: Stocker; Auflage: 1., Auflage (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902475854
  • ISBN-13: 978-3902475855
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 546.472 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Agentengruppe der „Roten Kapelle“ gehört zu den wohl bedeutendsten Spionagenetzwerken des Zweiten Weltkriegs. Doch nach den Forschungen und Quellenstudien von Roewer müssen einige verbreitete Irrtümer berichtigt werden. Der Autor beleuchtet die unzutreffende Annahme Stalins, dass Hitler im Sommer 1941 (noch) nicht angreifen werde, und untersucht, inwieweit die Kriegführung beider Seiten – der deutschen wie der sowjetischen – durch sowjetische Spionagenetze wie der „Roten Kapelle” wirklich beeinflusst wurde. War die Rolle der Spionageplätze Schweiz und Schweden sowie der dorthin liefernden Agenten aus dem „Führerhauptquartier“ tatsächlich kriegsentscheidend? Roewers neues Werk über die „Rote Kapelle“ stellt die Ergebnisse der bisherigen Publikationen entscheidend in Frage und wirft ein ganz neues Licht auf die Geschichte der Geheimdienste im Zweiten Weltkrieg. Vieles, was über das Wirken der „Roten Kapelle” (auch von Historikern) geschrieben worden ist, wird künftig zu den Mystifikationen gezählt werden müssen. Ein unentbehrliches Werk zur Geschichte der Spionage im Zweiten Weltkrieg!

Über den Autor

Helmut Roewer studierte Rechtswissenschaften, Volkswirtschaft und Geschichte. Arbeit als Anwalt, später Beamter im Bundesinnenministerium in Bonn und Berlin, zuletzt Ministerialrat. 1994 - 2000 Präsident einer Verfassungsschutzbehörde. Zahlreiche Veröffentlichungen, z. T. gemeinsam mit Stefan Schäfer und Matthias Uhl.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das vorgelegte Buch ist Kriegsgeschichte, nicht wie der Untertitel ungenau sagt eine Geschichte der Spionage zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion. Spionage ist ein zu nettes Wort. Denn es ging nicht nur um Informationsgewinnung, sondern auch um Diversion und Versuche, Einfluss zu nehmen. Die handelnden Organisationen auf der deutschen Seite waren Abwehr und SD, die auf der anderen Seite NKGB, NKWD und GRU. Das Buch ist grob chronologisch gegliedert und das beste Kapitel steht am Anfang. Hier klamüsert Roewer detailliert auseinander, welche Informationen der jeweiligen Seite im Frühjahr 1941 zur Verfügung standen. Und es wird deutlich: die Deutschen hatten keinerlei Informationen über den Krieg den Stalin, vermutlich im Herbst 1941, führen wollte. Sie wussten nichts über die Stärke der sowjetischen Truppen und hatten noch keinen T 34 Panzer gesehen. Ein Präventivkrieg war der deutsche Angriff also nicht, sondern das Losschlagen gegen einen Gegner, den man völlig unterschätzt hatte. Doch auch die Russen hatten nichts, denn die vielgepriesenen Spione Ilse Spöbe ('Alta') und Richard Sorge konnten außer einer groben Angriffsplanung nichts konkretes liefern.
Die nächsten Kapitel widmet sich den Fehlern, die die Deutschen bei der Behandlung der kleinen eroberten Völker machten und zeigt die ganze Grausamkeit der Besatzung. Irrwitzig ist der Umkehrschluss, das Herrenmenschentum der Deutschen verhinderte die Gewinnung von Verbündeten gegen die Sowjetunion. Zur Abrechnung wird das Buch mit der Abteilung Fremde Heere Ost, deren Inkompetenz derart drastisch vor Augen geführt wird, dass man sich fragt, wieso dieses Personal von den Amerikanern für fähig gehalten wurde, im Kalten Krieg eine wichtige Rolle zu spielen.
Spektakulär ist das titelgebende Kapitel über die Rote Kapelle. Hier sortiert Roewer die Mythen des Widerstands. Neu ist, dass er dabei auch auf russische Quellen zurückgreifen kann. So gelingt es ihm, die einzelnen Spionageringe, die von der Gestapo unter der Rublik 'Rote Kapelle' zusammengefasst wurden, auseinander zu halten und zu zeigen, wer eigentlich was getan hat. Detailliert beschreibt Roewer, was alles an Informationen in die Sowjetunion floss und kommt zum Beispiel bei Harro Schulze-Boysen zu dem Schluss, dass diese 'militärisch nahezu bedeutungslos' waren.
Insgesamt ist das Buch eine Fundgrube mit Dutzenden Organigrammen und zahllosen biografischen Details auch der sowjetischen Seite. Verblüffend sind die zahllosen Anekdoten und Details aus der Welt der Geheimdienste außerdem. So ließen die Sowjets den Hammelmarkt beobachten, weil sie wussten, dass ohne Millionen von Schafpelzen ein Krieg im Osten nicht geführt werden konnte. Die Deutschen kauften aber keine Hammel, weil sie den Gegner unterschätzt hatten. Das wiederum brachte die Sowjets zu dem Schluss, dass Deutschland nicht angreifen würde. Soviel zur Beurteilung des Feinds.
Einiges wird manchen Lesern allerdings sauer aufstoßen. So verwendet Roewer in dem Buch nicht ein einziges Mal die Formulierung 'antifaschistischer Widerstandskämpfer', wenn von sowjetischen Agenten die Rede ist. Mitgefühl bringt er für nur wenige der Protagonisten auf. Und explizit stellt sich Roewer auch gegen die Auffassung, in dem Diplomaten Rudolf von Scheliha einen Widerstandskämpfer zu sehen. Der sei unter 'falscher Flagge' angeworben worden, als Druckmittel dienten Spielschulden. Man sollte außer diesem Buch noch einige andere gelesen haben. Fazit: Ausgesprochen empfehlenswert, aber für Fortgeschrittene.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bahnbrechend und spannend 18. Januar 2011
Von Osorno
Es ist schon grossartig wie jemand über 60 Jahre nach dem Ende des II.Weltkrieges so viele neue Details zur Spionage zwische Deutschland und Russland ans Tageslicht bringen kann.
Viele als bare Münze genommene Erkenntnisse der Nachkriegszeit müssen nun nach Röwers Buch ganz anders betrachtet werden.
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