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Die Rote: Neue Fassung. (Werkausgabe in Einzelbänden, 4) [Broschiert]

Alfred Andersch
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 25., Aufl. (1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257201605
  • ISBN-13: 978-3257201604
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 950.019 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Alfred Andersch, 1914 in München geboren, war nach dem Krieg u. a. Redaktionsassistent Erich Kästners bei der 'Neuen Zeitung', gab zusammen mit Hans Werner Richter die Zeitschrift 'Der Ruf' heraus, nahm an den ersten Tagungen der Gruppe 47 teil und war Herausgeber der literarischen Zeitschrift 'Texte und Zeichen'. Er lebte seit seinem Weggang als Leiter der Redaktion 'radio-essay', die er beim Süddeutschen Rundfunk begründete, als freier Schriftsteller in der Schweiz, wo er 1980 starb.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fesselnde Haupthandlung 31. Oktober 1999
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Die Rote ist wie auch schon "Sansibar oder der letzte Grund" in verschiedene Erzählstränge aus unterschiedlicher Perspektive gegliedert. Das Buch schildert vor allem ein paar Tage im Leben einer Frau, Franziska Lukas (31), die nicht weiß, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Sie trennt sich von ihrem Mann, steigt in den nächstbesten Zug und verbringt einige Tage in Venedig. Ihren Mann hatte sie geheiratet, weil ihr Liebhaber und Chef nicht die Absicht hatte, sie zu heiraten. Aus diesem Dreiecksverhältnis versucht sie auszubrechen. Beide Männer scheinen sie nicht richtig zu lieben, sondern sich eher mit ihr zieren oder sie beherrschen zu wollen. Geld hat sie so gut wie keines und eine Arbeit zu finden stellt sich als äußerst schwierig heraus. Zurück zu ihrem Mann oder ihrem Geliebten möchte sie nicht. Sie macht zufällige Bekanntschaften mit einem Mann, in dessen eigene Lebenskonflikte sie verwickelt wird. Wieder gerät sie in eine Dreiecksbeziehung zwischen diesem Mann und einem ehemaligen Gestapo-Mann, in der sie ausgenutzt wird. Letztendlich löst sie sich von allen.

Ich las den Roman, ging es um Franziska, mit einem Verlangen immer mehr über diese Frau und ihren weiteren Werdegang zu erfahren. Die Nebenhandlung, die sich mit einem Italiener beschäftigte, der ab und zu Franziskas Weg kreuzte, interessierte mich jedoch nicht so sehr. Der Schluß ist von dem Autor nach einigen Jahren geändert worden, und ist nun offener, was mir ehrlich gesagt nicht ganz so gut gefiel. Nichtsdestotrotz ist der Roman lesenswert.

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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Frau auf der Suche nach Identität 18. Mai 2000
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
"Vielleicht bin ich schwanger" denkt Franziska, als sie in Mailand auf den Trans Rapido nach Venedig wartet. Sie hat während eines Gesprächs ihren Mann verlassen, ist zum Bahnhof gegangen und hat ein Ticket für den nächsten abfahrenden Zug gelöst. Der fuhr nach Venedig und so landet sie allein im Februar in der italienischen Stadt, die künstlich angelegt und kunstvoll getaltet, immer viele Fremde beherbergt. Franziska ist eine rothaarige Frau, eine Ausländerin, die sich allein und ohne Gepäck bewegt. Obwohl sie nur daran denkt, was sie als nächstes tun soll, erscheint klar, daß sie neue Gesellschaft sucht. Sie hat ihren Mann und ihren Geliebten, den Chef ihres Mannes, verlassen, weil sie sich weder geliebt noch anerkannt als eigenständige Frau fühlte. Der Zeitpunkt der vermuteten Schwangerschaft, von ihrem Ehemann lapidar als "Betriebsunfall" bezeichnet, ist für sie der Moment, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In Venedig tritt sie selbstbewußt auf und versucht sogar sich eine eigene Existenz aufzubauen, indem sie eine Stellung als Übersetzerin sucht. Sie lernt Patrick kennen, ein reicher Jachtbesitzer, der von dem geerbten Geld seines Vaters lebt. Im zweiten Weltkrieg versuchte Patrick für die Engländer in Deutschland zu spionieren. Er geriet in deutsche Gefangenschaft und trifft in Venedig Kramer, seinen ehemaligen Verhörer und Folterer wieder. Franziska gerät in ein Netz von männlichen Erwartungen und Handlungen, aus dem sie sich letztendlich, nach Kramers Tod versucht zu retten, indem sie abermals einen Mann um Hilfe bittet. Sie geht in einer italienischen Bar auf einen Italiener zu und bittet diesen um Unterstützung. Die Fragen nach Abhängigkeiten und individueller Lebensgestaltung sind das zentrale Thema in Andersch Roman. Rache und Schuld als Ergebnis des Weltkrieges sind nur ein Rahmen für die Bewußtwerdung des eigenen Handelns. Andersch hatte sich wohl mehrere verschiedene Romanendungen ausgedacht, denn der Erfolg von Franziskas Handlungen wird zum Schluß wieder in das alte Klischee der unselbständigen Frau in den 50er Jahren geleitet. Das finde ich wirklich Schade, zumal uns die heutige Gegenwart auch einen anderen Schluß gut vorstellen läßt. Ich habe diese Buch von Andersch sehr gerne gelesen und finde darin auch viele Anregungen zu Fragen, die heute noch aktuell sind.
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4.0 von 5 Sternen Spannende Begegung in Venedig 1. April 2012
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Deutschland in den 60er Jahren: Die ersten italienischen Gastarbeiter kommen nach Deutschland ' und die ersten Deutschen fahren mit ihrem ersten eigenen Auto in den Urlaub nach Italien. Franziska gehört dazu. Gemeinsam mit ihrem Mann macht sie eine Italienreise, beschließt aber unterwegs, aus ihrer Ehe auszubrechen und flüchtet sich nach Venedig.

In Venedig hat sie Zeit zu reflektieren, aber sie muss auch eine Lösung für ihre Probleme finden: Wo bekommt sie Geld her? Kann sie sich wirklich von ihrem Mann frei machen? Und was ist, wenn sie nun schwanger ist, soll sie das Kind alleine großziehen?
Verschiedene Perspektiven

Einige kennen es vielleicht schon aus "Sansibar oder der letzte Grund". Auch in die Rote erzählt Andersch wieder aus verschiedenen Perspektiven. Die zweite Perspektive ist die eines Italieniers, die aber deutlich weniger Gewicht hat und auch deutlich weniger spannend ist als die von Franziska. Franziskas Geschichte dagegen ist abwechslunsreich. Sehr schön zu lesen sind die Passagen, in denen sie sensibel die Menschen um sich herum beobachtet. Da Franziska eine attraktive Frau ist, dauert es auch nicht lange, bis sie Männer kennenlernt. Dabei kommt es zu einer ungewöhnlichen Konstellation: Sie begegnet einem ehemaligen Kriegsgefangenen und seinem deutschen Peiniger, der nun unbehelligt in Italien lebt. Aus dem Lebenskrisen-Roman wird noch eine richtige kleine Kriminalgeschichte.

Franziskas Geschichte ist interessant, denn sie ist für die Zeit, in der sie verfasst wurde, recht ungewöhnlich. Franziska ist rein theoretisch in der Lage, unabhängig von einem Mann zu leben, denn sie verdient als Dolmetscherin ihr eigenes Geld. Stattdessen aber ist sie von zwei Männern gleichzeitig abhängig.

Auch wenn Andersch Roman zunächst recht simpel daherzukommen scheint, enthält er doch scharfsinnige Analysen, vielseitige Menschenbeschreibungen und psychologisches Feingefühl.
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