die Idee ist schon ein wenig verrückt. Da kutschiert ein Fotokünstler ein rotes Möbelstück quer durch Europa, lässt Menschen mit den unterschiedlichsten biografischen Hintergründen auf ihr Platz nehmen und stellt ihnen immer die gleichen Fragen. Diese drehen sich stets um das Glück, die Liebe, die Einstellung zur Arbeit und darum, welche Frage der Portraitierte der Menschheit stellen möchte. Was dabei heraus kommt, ist die Feststellung, dass die Menschen Europas sich in ihren Grundbedürfnissen und -einstellungen zum Leben sehr ähnlich sind, egal ob es sich nun um einen Skinhead aus Deutschland oder einen 82jährigen Roma aus dem Burgenland. Die rote Couch schafft eine Atmosphäre der Intimität und gibt dem Interviewten gleichsam das Gefühl, gefragt zu sein.
Eine weitere interessante Dimension des Buches ist die Fotografie selbst, die mal kunstvoll, mal pragmatisch, mal hintergründig daher kommt, beispielsweise, wenn die Couch eine Brücke über eine der isländischen Felsspalten bildet, die durch die tektonischen Bewegungen der eurasischen und amerikanischen Platte gebildet wurden.
Fazit: Tiefgründige Unterhaltung, je nach Standpunkt auch gerne Kunst, die einem kurzweilige Stunden beschert und hinter die durch Politiker und Lobbys entstandenen Fassaden Europas blickt. Sehr gelungen!