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"Die Rose von Avignon" bringt eine Vielzahl von Details aus der Geschichte des Kirchenstaates, Frankreichs, Monacos, Deutschlands, Englands und Schottlands......
........ die jedoch nicht immer historisch korrekt, bzw. unmissverständlich wiedergegeben sind. Bereits der Introtext auf Seite 2 sorgt für Irritationen, die auch bis zum Romanende nicht geklärt werden. Dort ist zu lesen, dass "Bertrand Schriftrollen und Pergamente des Islams, aus dem machtvollen arabischen Spanien, Al-Andaluz", nach Avignon bringt, obwohl es im Jahre 1228 das dortige Kalifat schon lange nicht mehr gab. Davon übriggeblieben war im Süden der iberischen Halbinsel lediglich das Emirat Granada. Das Ziel des Protagonisten, Cordoba, war schon 1236 im Rahmen der Reconquista vom König von Kastilien in Besitz genommen worden. Der Titel "Admiral" ist zwar auf den arabischen Begriff "Amir al Bahr" zurückzuführen, bedeutet jedoch nicht "König" des Meeres (S. 40), sondern schlicht "Befehlshaber" des selbigen. Da der Name Grimaldi bereits ein Plural ist (von Grimaldo Canella, dem genuesischen Konsul und Dynastiegründer), führt die im Roman geübte Praxis eines angehängten "s" zu einem Pleonasmus. Jaques Molay kann von der Insel Rhodos kein Silber mitgebracht haben (S. 107), da er das frisch eroberte Staatsgebiet der konkurrierenden Johanniter niemals betreten hat. Der letzte Großmeister der Templer kam vielmehr von Zypern aus nach Frankreich. Die Nutzung der einstigen Templerkomturei in Avignon als Kaufmanns-Fondaco (S. 122) ist nicht historisch, denn sie ging im Jahr 1312 in das Eigentum der Johanniter über (Rhodier, Malteser), die den Gebäudekomplex bis zur Französischen Revolution (1793) behalten sollten. Eine päpstliche Schweizergarde in Avignon (S. 203) gab es nicht, denn als Gründungsdatum der, auf eine Idee des Renaissancepapstes Julius II. zurückgehenden "helvetischen Kohorte", gilt der Einzug der Schweizer in Rom, am 21.01.1506. König Karl IV. war nicht der letzte Karpetinger (S. 237), denn sein Cousin Philipp VI. setzte die Genealogie Hugo Capets in einer Seitenlinie (Valois) fort. Die auf Initiative Philipps IV. durchgeführte Verhaftungswelle (S. 251) fand nicht in einer Novembernacht, sondern in den Morgenstunden des 13.10.1307 auch außerhalb Frankreichs statt. Das Ponthieu und die Guyenne gehörten dabei zwar zum kontinentalen Besitz König Edwards II. von England. Oberster Lehnsherr für diese Territorien war jedoch ebenfalls König Philipp IV.!
Originell und gelungen sind St. Patricks "Aqua Vitae" als ein Vorläufer des schottischen Whiskys, Mielkes Baphomet-Version und seine ausklügelte Symbolik (Herz, Kreuz , Rose und Pentagramm) zur Lüftung des Templergeheimnisses. Die Romanhandlung selbst wirkt jedoch etwas gedrechselt und ist weniger überzeugend. Der als Urlaubslektüre (Provence/Côte d'Azur) durchaus zu empfehlende und mit 3 Amazonsternen zu bewertende Roman, lässt die für April 2006 avisierte Veröffentlichung des dritten Teils ("Der Palast von Avignon") mit Interesse erwarten.
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