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Und an vielen Stellen merkt man, daß der Anspruch vielleicht doch etwas zu hoch war - abgesehen davon, daß das Thema des Buches - Russland soll einen neuen Zaren bekommen - natürlich ein wenig Abstraktion erfordert, wandelt der Autor doch etwas unsicher in der russischen Geschichte. So werden den roten Bolschewiki einfach nur die "weißen" entgegengesetzt, und gerade im russichen Kontext sollte man nicht belanglos von "Anarchie" im amerikanischen Sinne reden, hat Russland doch eine Vielzahl anarchistischer Richtungen hervorgebracht. Und da werden auch schonmal Argumente, die normalerweise gegen den Kommunismus verwandt wurden, als Argumente gegen die Demokratie und für die Monarchie eingesetzt. Und das Ausland schaut nur zu, hat aber keine eigene Meinung.
Zudem merkt mal allgemein, daß der Autor sein Land doch für arg überlegen zu halten scheint - Russland wird leider viel zu sehr als lediglich korrupt oder dreckig beschrieben. Daß es auch Menschen gibt, die sich vielleicht trotz widriger Umstände ein wenig Glück aufgebaut haben, scheint der Autor zu übersehen - zumindest begegnen ihm unter den Statisten nur mürrische, fremdenfeindliche und rasssistische Menschen, und die Häuser gehören entweder den reichen bösen oder stinken nach Urin. In den Danksagungen am Ende des Buches findet man denn auch keinen Hinweis darauf, daß der Autor sich nicht nur mit der russischen Geschichte, sondern auch den russischen Menschen beschäftigt hätte.
Dazu kommen auch noch viele kleine Widersprüchlichkeiten, die vielleicht sogar noch aufgehen würden - leider erwähnt der Autor gerade soviel, daß sie auftauchen, und lässt die Erklärungen dann sein. Manches ist auch schlicht unerklärbar - da wird gerade noch erklärt, daß die russische Eisenbahn so arm/schlecht ist, daß sie ihren Kunden nichtmal Trinkwasser anbieten kann, und zwei Absätze weiter steht im Vorraum ein Samowar und eine Kanne Trinkwasser...
Interessiert man sich jedoch nicht für Politik und liest über die kleineren sonstigen Schnitzer hinweg, wird man mit einer durchgehend spannenden Geschichte belohnt, die einen den Blick auf die Uhr immer wieder vergessen lässt. Die verwendeten Rätsel lassen den Leser fleissig mitgrübeln und das Buch bleibt spannend bis zum letzten Moment.
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