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Im ersten Teil des Buches werden zunächst die Vorgeschichte der Kreuzzüge und in den drei folgenden Kapiteln der Aufstieg der Ritterorden während des 11. - 13 Jahrhunderts dargestellt. Das erste Kapitel ist Ritterorden gewidmet, die ihren Ursprung in "Outremer" (Palästina) haben. Neben den Hospitallitern (Johannitern), Templern und dem Deutschen Orden, werden hierbei auch die kleineren und weniger bekannten Bruderschaften, wie Lazarusorden und St. Thomas of Acre behandelt. Kapitel zwei dient der Vorstellung der spanischen Ritterorden (Calatrava, Alcántara, Avis, Santiago und weiterer, kleinerer Organisationen) die zur Zeit der "Reconquista", zur Rückeroberung der Iberischen Halbinsel, gegründet wurden. Das dritte Kapitel behandelt Kreuzzüge und Heidenmission im Ostseeraum durch die Schwertbrüder, den Deutschen Orden und den polnischen "Orden von Dobrin".
Der Schwerpunkt Buches liegt in seinem zweiten Teil, wo die Eigenarten der Ordengemeinschaften beschrieben werden. Zu Beginn erfährt der Leser einiges über Regeln, Statuten, und Gebräuche, sowie der Rekrutierung und Herkunft der Ritter. Die aus "Acht Zungen" bestehende, internationale Zusammensetzung der Johanniter auf Rhodos wird mittels einer tabellarischen Aufstellung besonders hervorgehoben. Nach Aufbau und Organisation der Ritterorden werden deren Aufgaben erläutert. Bei der Beschreibung von Spiritualität und Kultur erfahren außer verehrten Heiligen und Schutzpatronen auch die Makkabäer, in deren Tradition sich die Ordensritter sahen, eine besondere Erwähnung. Den Abschluss bildet die Beschreibung von Ordenskleidern und Symbolen, die in einer Tabelle die Farbe der Mäntel, sowie Form und Farbe der Abzeichen übersichtlich darstellt.
Der dritte Teil des Buches behandelt neben Krisen, Niedergang und Ende (Templer), auch Anpassungen, Konsolidierungen und neue Aufgabengebiete der Ritterorden im 14. - 16 Jahrhundert. Während die Johanniter auf Rhodos (danach auf Malta) eine neue Heimat fanden und der Deutsche Orden seine Tätigkeiten vollständig in den Ostseeraum verlagerte, fand eine Vielzahl ehemaliger Templer Aufnahme neugegründeten (an den König von Portugal gebundenen) Christusorden und dem Orden von Montesa Aufnahme. Bei den spanischen Reconqista-Orden gab es einige Besonderheiten, die wohl nur auf der Iberischen Halbinsel möglich waren. König Alfons X. von Kastilien veranlasste dort einen Austausch von Würdenträger verschiedner Orden, der dort zu einer, wenn auch stilschweigenden, Hierarchie der Ritterorden führte. Da in diesen Orden auch Angehörige des Königshauses, mitunter der König selbst, Inhaber des Großmeisteramtes einer dieser Bruderschaft inne hatten, wurden sie auch in Konflikte der zurückeroberten Iberischen Halbinsel hineingezogen und dienten unter der vereinten Führung durch die spanischen Könige auch bei der Niederschlagung von Aufständen, diplomatischen Aktionen, Handelsexpansion und imperialen Eroberungen. So erhielt der kleine Orden von San Jordi de Alfama für seine Hilfe bei der Niederschlagung eines Aufstandes in Sardinien Güter auf dieser Insel und der Meister des Montesaordens (der sich mit San Jordi de Alfama vereinigte) diente dem König von Aragon als Admiral auf Sizilien. Schließlich wird das Ende der Ritterorden (Säkularisierung) und ihr heutiges Fortleben mit der Rückkehr zu ihren ursprünglich karikativen Aufgaben skizziert.
Zum Abschluss weist das nicht nur informative, sondern auch spannend geschriebene Sachbuch noch einen ebenso gehaltvollen Anhang vor. Auf 42 Seiten gibt es Anmerkungen (Fußnoten mit Quellenangabe), die Demurgers wissenschaftliche Arbeit dokumentieren. Ein 9-seitiges Literaturverzeichnis bietet die Möglichkeit noch tiefer in die Thematik einzusteigen. Einer Übersicht mit den Namen sämtlicher Ritterorden folgen sieben historische Karten, die mit etlichen Abbildungen und tabellarischen Aufstellungen der vorhergehenden Kapitel das Bild abrunden. Mit "Die Ritter des Herrn" hat Alain Demurger nach "Die Templer - Aufstieg und Untergang" (1993) das zweite Standardwerk vorgelegt, das jeder an Mediävistik interessierte Leser in seiner Sammlung haben sollte.
Das mit 5 Amazonsternen zu bewertende Buch weckt zudem das Interesse und die Vorfreude auf Demurgers drittes Buch "Der letzte Templer", das bereits 2004 erschienen ist.
Demuger schlägt den Bogen von der Gründung verschiedener Ritterorden wie beispielsweise Templer, Hospitaliter, den Rittern des Deutschen Ordens aber auch der spanischen und portugiesischen Ritterorden.
Beschrieben wird neben Entstehungsgeschichte auch in Übersicht die Regularien einzelner Orden, ihre speziellen Wirkungskreise ( Spanien: Reconquista, Baltikum: Christianisierung speziell der Pussen, Outremer: Befreiung des Heiligen Landes ), aber auch die Schwierigkeiten, die den Orden seitens der Kurie und der weltlichen Fürsten entgegentraten.
Für den Interssenten an der Thematik "Ordensritter" ein sehr empfehlenswertes Buch, das den Einstieg leicht gestaltet und sicher Lust auf eine Vertiefung des Themas macht.
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