Herr Pruys behandelt sehr umfassend die unterschiedlichsten Aspekte der Adaption von Filmen, die weit ueber die sprachliche Umsetzung hinausgehen. So fuehrt er an zahlreichen Beispielen vor, warum man bei den wenigsten Filmen von einer Originalversion sprechen kann. Auch wenn von wenigen Ausnahmen abgesehen -wie Vergleich Kinoversion und Director's Cut - allenfalls die Synchronisation selbst bemaengelt wird, so bleiben viele andere Veraenderungen wie Bearbeitung aus Gruenden der Altersfreigabe, politischen Gruenden (in Hitchocks Notorious wurden in der 1. Adaption aus Nazis Drogenschmuggler oder wenn es keine gesonderte Musikspur gibt, muss mit kostenguenstigen Konserven auch mal ausgeholfen werden)oft unbeachtet.Dass er dabei neben zahlreichen Beispielen aber einen nur Insidern vertrauten Chaplin-Film zum Zentrum seiner Analyse macht, ist allerdings wenig prickelnd.
Positiv faellt auf, dass er einen Ueberblick ueber den Produktionsablauf einer Synchronisation gibt und so die Verantwortung fuer "verkokste" Synchronisationen nicht blind bei Schauspielern und Regieseur gesucht werden.
Fuer alle, die auch mal das Wie einer deutschen Adaption interessiert und die bereit sind sich mit den Moeglichkeiten und Grenzen aus einanderzusetzen, ist dieses Buch sehr empfehlenswert, nicht zuletzt, da es fast keine Literatur zu diesem Thema gibt.