*
Im zweiten Teil wird die Geschichte immer komplexer und undurchschaubarer ( Letzteres mag wohl daran liegen, daß die Story tatsächlich völlig neuartig und unverbraucht ist )!
Falls einer denkt, im ersten Band wurde diese Welt ( und deren Bewohner ) ausreichend erklärt und beschrieben, der wird hier eines Besseren belehrt!
Selten habe ich ein derartig gut durchdachtes Fantasy-Epos gesehen! ^^
*
Die Handlung selber geht ein bisschen flotter voran als im ersten Band - ist aber immer noch reichlich zäh. Hab mich inzwischen allerdings daran gewöhnt und es stört mich überhaupt nicht mehr!
*
Die Charaktere entwickeln sich weiter ( v.a. der eiskalte Halb-Dhrakier Achmed "taut" innerlich ziemlich auf und man bemerkt als Leser seine wachsende Liebe zu Rhapsody; Sie selber verändert sich hingegen kaum ).
Es werden interessante neue Charaktere - die z.T. schon im vorigen Band erwähnt wurden - eingeführt, ( z.B. die Drachin Elynsynos, die Liringlas-Schwertmeisterin Oelendra und die letzte Dhrakierin - eine Wächterin des geheimnissvollen Erdenkindes )!
Viele Charaktere sind nicht das, was sie im ersten Teil noch zu sein schienen ( und im Verlauf der gesamten Trilogie habe ich mehr als einmal meine Meinung über die einzelnen Charas ändern müssen ).
Geschickt lässt die Autorin alle - auch uns Leser - über die Identität des Feuerdämonen F`dor ( sowie seines künstlich erschaffenen "Sohnes" Rakshas ) im Dunkeln tappen - trotz einiger Andeutungen und irreführender Zufälle!
*
Die romantischen und v.a. sexuellen Inhalte nehmen im zweiten Band stark zu ( fallen im dritten Band aber wieder etwas ab ).
Glücklicherweise wird nun - bis auf wenige Ausnahmen - nicht mehr beschrieben, wie Rhapsodys Schönheit die Menschen ständig in ihren Bann zieht.
Die Sexszenen sind im Grossen und Ganzen nix besonderes ( bis auf eine Szene wo Drachen-Halbblut Ashe seine Fähigkeit Wasser magisch zu manipulieren, einsetzt *grins* ) Wer historische Liebesromane kennt, weiß was hier geboten wird.
Diese Szenen bremsen möglicherweise den Lesefluß etwas, aber z.T. wirken sie auch als angenehme Abwechslung zum Rest der Geschichte!
Epische Fantasy enthält meistens sowieso kaum Romantik und ist hauptsächlich auf grosse Schlachten ( wie das Männer-dominierende "Herr der Ringe" ), etc. ausgelegt - da finde ich etwas Kitsch geradezu erfrischend.
Wer es also stellenweise ein bisschen kitschig mag bzw. sich an sowas nicht stört ... der wird mit einer hervorragenden, spannenden Fantasy-Story belohnt!
*
Doch auch der Gewaltfaktor nimmt mit dem zweiten Band etwas zu, und zwar indem einigen Charakteren ein äusserst brutales und grausames Ende beschert wird, woraus sich widerrum die Tragik dieses Bandes ergibt!
*
Alles in Allem ist "Tochter der Erde" ein grossartiges Fantasy-Buch und zwingt einen geradezu den dritten und letzten Band der 1. Trilogie ( welcher sogar noch besser ist ) gleich im Anschluss zu lesen!
*
FAZIT:
Besonders empfehlenswert für Fans EPISCH-ROMANTISCHER FANTASY!