Alice Miller stellt den Zusammenhang her zwischen Gesundheit und den Erlebnissen aus der Kindheit. Dieses Buch ist einfach/verständlich geschrieben und spricht vor allem jene an, die einfühlsam genug sind um wahrnehmen zu können, dass ihr Körper mittels Krankheiten Signale sendet, dass hier etwas nicht stimmt. Alice Miller erklärt sehr deutlich anhand von Beispielen berühmter Künstler den Zusammenhang zwischen Körper und Moral, die Abspaltung unserer Gefühle und die damit verbundenen Leiden.
Sie deckt auf, wie sehr das Kind unter den psychischen Misshandlungen gelitten hat und nach Liebe/Wärme/Geborgenheit suchte aber nie fand und wie sehr der Erwachsene noch heute darunter leidet, indem er sich Ersatzbefriedigungen sucht. So entstehen Workoholics, die unsere Gesellschaft so braucht und benutzt, so entstehen alle Arten von Abhängigkeiten und Sucht.
Sie erklärt auch, wie man aus diesem Wiederholungszwang aussteigen kann. Es gibt nur einen Weg: das Bewusstwerden und Zulassen von Gefühlen. Man kann Eltern nicht lieben, von denen man misshandelt wurde und wir müssen mit dem 4.Gebot aufräumen, das uns vorschreiben will "du sollst deine Eltern ehren". Misshandlungen sind strafbar, auch wenn sie von Eltern kommen und unser Grundgesetz sagt eindeutig "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Wir können das Loch in uns, das unsere Eltern hinterlassen haben,nur füllen, "wenn wir einen wissenden Zeugen finden, wenigstens EINEN Menschen, der uns so annimmt, wie wir sind, uns den Schutz, Respekt, Sympathie und Begleitung gibt, die uns helfen zu verstehen, wie wir so geworden sind, wie wir sind." Dieses Buch hat mir sehr geholfen, meine Beziehung zu meinen Eltern zu bearbeiten und mich gestärkt, meinen Weg zu gehen. Nicht empfangene Zuneigung kann man nicht nachholen und wir werden sie auch heute von unseren Eltern nicht mehr erhalten. Das tut weh, aber dieser Wahrheit müssen wir ins Auge sehen, um dann frei durchs Leben gehen zu können und uns Menschen zu suchen, mit denen wir in Liebe gehen wollen.