November 1929. Im schlesischen Bergbaugebiet wird eine Gruppe verschütteter Bergleute gerettet. Nach einem Grubeneinsturz waren sie sechs Tage lang hunderte von Metern tief begraben gewesen. Der Einzige, der bis zum Ende Mut bewies und die Gruppe leitete, indem er Lebensmittel verteilte und sich mit den anderen Kumpels unterhielt, war Bengsch. Nach seiner Rettung verfolgt die Autorin den unpolitischen Christen und seine Kameraden durch die Krise bis ins Frühjahr 1933. Die Zeche wird geschlossen, die Männer sind arbeitslos. Sie vegetieren dahin, haben keinen Lebensinhalt mehr. Einer von ihnen geht auf Wanderschaft, schafft es aber nur bis in die nächste Kreisstadt, wo er sich einer faschistischen Organisation anschließt. Der eine verfällt dem Suff, ein Anderer wird depressiv, nachdem seine Freundin, die Tochter von Bengschs Frau aus deren erster Ehe, an Tuberkulose stirbt. Bengsch selber nimmt einen jungen Kommunisten auf, der seinen Sohn zu gefährlichen Aktionen wie Plakate kleben und Flugblätter verteilen anstiftet. Bengsch selber versucht sich lange Zeit herauszuhalten, fast zu lange. Doch dann ändert sich alles, als die Nazis an die Macht kommen... 1947 erschien dieses Buch, das die Autorin zehn Jahre zuvor im Exil vollendete. In einfacher, aber sehr anschaulicher Sprache lässt Seghers die einfachen Arbeiter vor unseren Augen erscheinen, in ihrer Armut, in ihrem Elend. Sie beschreibt die Konflikte zwischen Kommunisten und Nazis als die Hauptgegner, vor allem schildert sie den Reifeprozess eines Mannes vom unpolitischen Christen bis zum Menschen, der sich wehrt. Spannend, sehr glaubwürdig und - auch oder gerade weil es sich anders liest - sehr intelligent.