Pressestimmen
Ein empfehlenswertes, zutiefst verstörendes Buch.
In einem heißen Sommer reißen vier Halbwüchsige von Zuhause aus und verstecken sich in den Wäldern Südfrankreichs, wo sie wie in einem Märchen ihren Träumen und unterdrückten Wünschen nachgehen. Ihre romantische Jagd nach Freiheit, Natürlichkeit und Liebe stürzt sie jedoch in schwere Verwirrungen der Gefühle, und der Traum vom Leben in Einklang mit der Natur wird zum Alptraum.
Vier Pubertierende, drei junge Männer und das Mädchen Isobel, sind in diesem spannend zu lesenden, mit frappierenden Wendungen reich bestückten Roman davon überzeugt, dass ihre Elterngeneration die Welt im Großen ruiniert hat. Also machen sie sich aus dem Staub, um in ihrer Waldrepublik im Kleinen aufzuräumen…Aus Darstellern auf dem Theater werden Täter. Aus Spiel wird Ernst. Denunziationen, Propaganda, Realitätsverlust und Standgericht. Die Revolution frisst ihre Kinder.
Der Roman des Schriftstellers Sam Taylor (geb. 1970) erinnert ein wenig an den Bestseller ›Herr der Fliegen‹ des englischen Literatur-Nobelpreisträgers William Golding, wo während des Krieges eine Gruppe Schuljungen auf einer einsamen Pazifikinsel strandet. Auch Taylors Werk ist eine Parabel über das Ende der kindlichen Unschuld. Spieltrieb und nützliche Absichten werden überlagert von Aggressionen. Vor der Hintergrund zunehmender Verstörung vollzieht sich ein erschreckender Umschlag von Kinderspiel in Todesernst.
›Die Republik der Bäume‹, der Debütroman des 1970 geborenen britischen Autors Sam Taylor, ist eine ebenso mitreißende wie spannende Abenteuergeschichte und gleichzeitig eine anspruchsvolle Parabel über Freiheit und Totalitarismus.
Taylor lässt sein Jugend-Paradies zu einem Ort des Schreckens werden. Ich würde zwar auch gerne einmal von einem geglückten Leben ohne Erwachsene lesen (-gibt es so etwas? Bitte posten!), aber das ist keine Kritik an der berührend und packend und mit folgerichtiger Dramaturgie geschriebenen ›Republik der Bäume‹, die auch ohne einen Vergleich mit dem ›Herr der Fliegen‹ empfehlenswert ist.
Über den Autor
Sam Taylor, geboren 1970, war 1992 - 2001 Popkulturkorrespondent des Observer. Er lebt mit seiner Familie in Frankreich als freier Schriftsteller.