Der erste Krimi von Val McDermid. Eines war mir sofort klar: McDermid hat sich in den 21 Jahren seit Erscheinen dieses Erstlings wesentlich weiterentwickelt als Kriminalautorin. Die Tony-Hill-Romane (ich kenne bisher nur diese von VD), sind dicht, intensiv, ausgeklügelt. Im Gegensatz zu "Report for Murder".
Die Figur Lindsay Gordon bleibt mir fremd bzw. sie ist nichts sagend für mich. Ebenso fremd empfand ich, dass die Geschichte praktisch in einer Frauenwelt spielt, die Hauptprotagonisten sind lesbische Frauen, und es wird unheimlich viel gequakt, wie das Frauen eben so tun. Jedoch quaken sie nicht intelligent und mit viel Substanz, wie Jordan-Hill. Übrigens: Ich bin selber eine Frau und verstehe an und für sich schon den Bedarf an Gesprächen, trotzdem sei mir obige Beurteilung erlaubt.
Ich merke an diesem Buch, wie auch Schreiben zu seiner jeweiligen Zeit passt, eine solche Geschichte, eine solche Schreibe könnte sich ohne gründliches Lektorat heute wohl nicht mehr verkaufen.
Die Geschichte kurz angerissen: Journalistin Lindsay soll von Benefizveranstaltungen einer Mädchenschule berichten. Bei den Veranstaltungen soll Geld gesammelt werden, um die Sportplätze der Schule erhalten zu können. Als Zugpferd taucht Lorna Smith-Couper, berühmte Cellistin, auf. Diese kennt eine Freundin Gordons, Lehrerin an dieser Schule, aus deren Drogendealer-Jugendsünden-Zeit. Bereits da weiß man im Grunde, wie es weitergeht. Lorna wird ermordet, Freundin Gordons verdächtigt, Lindsay Gordon löst ihren ersten Kriminalfall.
Ich gebe drei Sterne, da der Roman nicht so zündet wie die Tony Hill Romane, nicht so intensiv erzählt ist wie die Krimis von Elizabeth George, keine wirkliche Milieustudie ist, nicht den Humor der Sue-Grafton-Geschichten hat und auch sonst nicht besonders raffiniert ist. Trotzdem sicher ein guter Anfang, und Val McDermid hat uns ja später noch viele schöne Krimis beschert.