Michael Haller ist Journalistik-Professor. Man merkt es: Der Aufbau des Buches, die Gliederung, die Didaktik... Bei jedem Satz wird klarer, dass hier keine Fast-Food-Lektüre entstanden ist, keine Gebrauchsanleitung zum Reportage schreiben gegeben werden soll. Der Leser soll - muss! - sich den Stoff erarbeiten. Einfach macht es uns Haller nicht. Aber interessant. Von der Geschichte der Reportage - die man zuerst vielleicht nicht unbedingt lesen wollte, dann aber verschlang - über Grundlagen, Techniken und praktischen Tipps bis hin zu Beispielen bekannter und unbekannter Kollegen, ist alles vertreten. Wirklich alles. Wie gesagt: Leichte, schnelle Lektüre ist es nicht. Wer aber gewillt ist, sich Zeit zu nehmen, sich einzuarbeiten, einzulassen auf neue Gesichtspunkte, und vor allem aber auch selbstkritisch seine eigenen Schreib-Versuche beäugen kann, wird viel lernen. Sehr viel.