Die Handlung von Mara Volkers` "Die Reliquie" wird auf dem Einband vollmundig als "Eine junge Frau im Kampf mit den Mächten der Finsternis" zusammengefasst. Ich kann nur sagen, dass das noch gar nichts war gegen meinen Kampf, dieses Buch zu Ende zu lesen!
Im Ernst, ich lese gerne und viel, und dieses Buch ist das schlechteste, was ich seit geraumer Zeit gesehen habe. Allein die Hoffnung, die Geschichte würde doch noch besser werden, hielt mich davon ab, das Buch in die Ecke zu werfen. Dabei ließen mich in vollem Ernst geschriebene Sätze wie "Trotz dieser schlimmen Erfahrung wirst du noch viele Nächte deine Freude an einem strammen Knüppel finden, der an deine Pforte pocht." bereits auf Seite 32 das Schlimmste ahnen...
Schon die Grundidee der seligmachenden Reliquie ist abstrus. Wie kann eine göttliche Reliquie einen gewaltätigen Schlächter beschützen? Aber das ist noch das kleinste Übel. Es sind die vorhersehbare Handlung, die teils völlig überzeichneten, stereotypen und einfallslosen Charaktere (der weise alte Mann, die gute Kräuterhexe, der böse Graf und seine dumm-brutalen Männer usw.) und vor allem die vielen, für die Handlung überwiegend bedeutungslosen, aber von der Autorin dafür mit umso mehr Freude am Detail beschriebenen Vergewaltigungsszenen, die dieses Buch zur absoluten Katastrophe machen. Die Autorin scheint eine verdächtige Vorliebe für solche Szenen zu haben und läuft dabei mit kreativen Beschreibungen in der Art von "...(sie) sah, wie sich ein langes, gebogenes Ding daraus erhob, groß und hässlich wie ein Eselsgemächt." (S.62) oder Sprüchen wie "Ich an seiner Stelle hätte dich als Beischläferin behalten und jede Nacht für einen scharfen Ritt gesattelt." (S.35) zur Höchstform auf.
Und so sind die Männer in der Geschichte bis auf wenige Ausnahmen allesamt immer geile Vergewaltiger und die Frauen beinahe ausschließlich arme Opfer oder intrigante Ehefrauen und Kebsen. Ein äußerst schlichtes Weltbild.
Und ein äußerst schlechtes Buch.