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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 15.03.2003
Der mit "cjos" zeichnende Rezensent scheint fast dankbar für dieses Buch von Bernard Maier, das mit falschen Vorstellungen aufräumt. Ein Bedürfnis nach der alten Welt der Helden und Mythen sei bei vielen Leuten heutzutage festzustellen, sei es durch ihr Bedürfnis nach Filmen und Büchern, die diese Zeit thematisieren, sei es, drastischer, durch den Zusammenschluss in neuheidnischen Gruppen. Dennoch säßen all diese Leute den falschen Vorstellungen auf, die durch Rückschlüsse aus Ausgrabungen, vor allem römischen Zeugnissen oder heutigem Brauchtum entstanden seien. Tatsächlich jedoch seien die Germanen und ihre Religion auch heute noch ein unbekanntes Gebiet, durch das Maier seine Leser kenntnisreich, vor allem gestützt auf linguistische Beobachtungen, führe. Dabei "rekonstruiert (er), was zu rekonstruieren ist" - aber nicht mehr, wie der Rezensent beglückt feststellt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Der mit "cjos" zeichnende Rezensent scheint fast dankbar für dieses Buch von Bernard Maier, das mit falschen Vorstellungen aufräumt. Ein Bedürfnis nach der alten Welt der Helden und Mythen sei bei vielen Leuten heutzutage festzustellen, sei es durch ihr Bedürfnis nach Filmen und Büchern, die diese Zeit thematisieren, sei es, drastischer, durch den Zusammenschluss in neuheidnischen Gruppen. Dennoch säßen all diese Leute den falschen Vorstellungen auf, die durch Rückschlüsse aus Ausgrabungen, vor allem römischen Zeugnissen oder heutigem Brauchtum entstanden seien. Tatsächlich jedoch seien die Germanen und ihre Religion auch heute noch ein unbekanntes Gebiet, durch das Maier seine Leser kenntnisreich, vor allem gestützt auf linguistische Beobachtungen, führe. Dabei "rekonstruiert (er), was zu rekonstruieren ist" - aber nicht mehr, wie der Rezensent beglückt feststellt.
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Kurzbeschreibung
Bis auf den heutigen Tag erscheinen die Germanen als geheimnisumwittertes Volk der Frühgeschichte. Schriftliches haben sie - abgesehen von wenigen, schwer deutbaren Runenzeichen - nicht hinterlassen. Doch finden sich manche Zeugnisse in den Quellen der klassischen Antike, nicht zuletzt auch in der Skalden-Dichtung, den Werken altnordischer Sänger. Anhand dieser Texte und bestimmter archäologischer Funde führt Bernhard Maier in einen besonders faszinierenden Bereich der Welt der Germanen ein - ihre Religion. Er geht einer Vielzahl von Fragen nach, die den Götterhimmel der Germanen ebenso betreffen wie ihre Vorstellungen über die Entstehung und das künftige Ende der Welt, ihre Ritual- und Kultpraxis, ihren Totenbrauch und Jenseitsglauben. Auf diese Weise läßt er ihre Mythen, ihre Vorstellungen von Göttern und Helden für den heutigen Leser wieder lebendig werden. Zugleich entlarvt er den ideologischen Mißbrauch, der mit dem kulturellen Erbe der Germanen getrieben wurde - ja in manchen Kreisen immer noch getrieben wird. Ebenso erhellt er die Fragwürdigkeit esoterischer und neuheidnischer Strömungen, in denen eine Pseudoreligion mit allerlei germanischen Versatzstücken garniert wird. Ein informatives und spannendes, aber auch kritisches Buch über die Religion der Germanen.
Umschlagtext
Bernhard Maier läßt in seiner Darstellung der Religion der Germanen die Geisteswelt dieser frühen Kultur wieder lebendig werden. Er spannt den Bogen von der mythischen Weltentstehung, über das Pantheon der Germanen, ihre Heiligtümer, Kult- und Opferpraxis bis zur Magie. Zugleich setzt er sich kritisch mit Germanentümelei und pseudoreligiösen Strömungen auseinander.
Über den Autor
Bernhard Maier, geb. 1963, lehrt als Privatdozent für vergleichende Religionswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn. Von ihm sind im Verlag C.H.Beck lieferbar: "Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart" (22003); "Die Religion der Kelten. Götter - Mythen - Weltbild (2001).