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Die Reiterarmee, 3 Audio-CDs
 
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Die Reiterarmee, 3 Audio-CDs [Audio CD]

Isaak Babel , Efim Etkind , Cornelius Obonya , Uwe Manske , Joachim Staritz
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Dhv der Hörverlag (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895847534
  • ISBN-13: 978-3895847530
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 13,6 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.280.290 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Reiterarmee
OT Konarmija OA 1923–25 / 1926 DE 1926/1998Form Erzählzyklus Epoche Avantgarde
In 34 Kurzgeschichten entwirft Isaak Babel ein Gegenbild zur offiziellen Darstellung des Feldzugs, der im Namen der bolschewistischen Revolution den Kommunismus zu verbreiten, die neuen Gebietsansprüche der Polen zurückzuschlagen und die Konterrevolution zu bekämpfen hatte.
Entstehung: Unter dem Pseudonym Kirill Ljutow (»der Grausame«), das seine jüdische Herkunft verdecken sollte, nahm Isaak Babel 1920 als Korrespondent am polnisch-sowjetischen Krieg teil. Er war der Roten Reiterarmee unter General Semjon Budjonny zugeordnet, der eine steile Sowjetkarriere machte. Babel hielt seine Beobachtungen in einem Tagebuch fest, das durch glückliche Umstände erhalten geblieben ist – erstmals unverändert wurde es in der deutschen Übersetzung 1990 veröffentlicht. Die Erzählungen der Reiterarmee wurden 1923–25 einzeln publiziert und erschienen 1926 als Zyklus. Spätestens zu dieser Zeit begann die Entstellung des ursprünglichen Textes durch Eingriffe der Zensur. Authentische Ausgaben wurden erst 1990 auf Russisch und 1994 auf Deutsch herausgebracht.
Inhalt: Babel führt die später erfolgreich vertuschte Realität eines Terrorzugs, der wider die Ideale einer kommunistischen Armee in willkürlichen Massakern und Plünderungen an Gegnern sowie Bevölkerung, mit Judenpogromen und sogar in antisowjetischer Haltung eine breite Blutspur hinter sich herzog, in einprägsamen Bildminiaturen vor Augen. Am Beispiel der Schicksale u. a. von Kriegern, Juden, katholischen Diakonen und Künstlern lässt er die Widersprüche der revolutionären Bewegung aufeinander prallen: So stößt die »Ethik« des Kriegers, der seinem Gefährten den Gnadentod gibt, mit der »Ethik« des Intellektuellen zusammen, der sich die Fähigkeit zum Töten erfleht. Weitere Kontraste bilden die Kraft der Kämpfer, ihr eigenes Leben genauso wenig zu schonen wie das ihrer Opfer, das Leiden der Tiere und des Landes unter den nicht weniger leidenden Soldaten, der Intellektuelle, der mit seinen Idealen der Revolution in Konflikt mit den Kämpfern gerät, welche den Kommunismus verbreiten sollen, durch die Eskalation der Gewalt aber bloßstellen, oder der Jude, der mit der Zeit gehen will und in der Vernichtung der erstarrten jüdischen Kultur von Wolhynien und Galizien Verlustschmerz bei gleichzeitiger Unaufhebbarkeit seiner Bindung an die Tradition erlebt.
Aufbau: Die Erzählungen enthalten historische Fakten, die ihren Wahrheitsanspruch betonen. Babel verarbeitet jedoch die Referenzen frei nach künstlerischen Gesichtspunkten, so dass Widersprüche mit den geschichtlichen Gegebenheiten entstehen, aber die tiefere Wahrheit sich umso deutlicher abzeichnen kann.
Extreme Kürze und Verdichtung durch Einsatz lyrischer Verfahren lassen die Erzählungen wie Gedichte in Prosa wirken. Statt Handlungen tauchen symbolträchtige Momentaufnahmen auf, die oft ganze Geschichten in sich bergen. Der Ich-Erzähler Ljutow tritt mitunter das Wort an Binnenerzähler ab. In der Erzählweise des Skaz kommt die eigentümliche Sprache der Kämpfer zur Geltung. Ungewöhnliche Bilder, Unbeholfenheit und Naivität der Rede verleihen ihren Erzählungen besondere Expressivität.
Wirkung: Die Zusammenschau von Tagebuch und Erzählzyklus erlaubt den komplizierten Prozess künstlerischer Darstellung gefahrvoller historischer Wahrheit nachzuvollziehen. Babel war massiven Denunziationen durch den General ausgesetzt, der sich und seine Armee verleumdet sah; die für ihn gefährliche Kontroverse um seine ungeschminkte Darstellung des Feldzugs wurde aber beigelegt. H. S. S. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Der Russisch-Polnische Krieg von 1920. Ein dunkles Stück Geschichte, zutage gebracht von einem, der dafür mit seinem Leben zahlen musste.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Bereits die Entstehungsgeschichte der "Reiterarmee" hat es in sich: Isaak Babel hatte sich inkognito Budjonnyjs Reiterarmee während des polnisch-russischen Krieges 1920/21 angeschlossen - kein geringes Wagnis, wenn man den nicht nur latenten Antisemitismus der Kosaken bedenkt. Wegen seiner ungeschönten Darstellung der Roten Armee in seinem Erzählzyklus "Die Reiterarmee" wurde Babel bald nach dem ersten Erscheinen des Buches angefeindet, von Budjonnyj wurde er sogar der Verleumdung bezichtigt. Als Konsequenz konnte die "Reiterarmee" anschließend jahrzehntelang nur in einer Fassung erscheinen, die zuvor von den Zensurbehörden kräftig "redigiert" worden war. Urbans Neuübersetzung liegt endlich der authentische Text der Ausgabe von 1927 zugrunde, den Babel selbst veröffentlicht hat.

Die "Reiterarmee", spiegelt als Erzählzyklus Babels Eindrücke und Erlebnisse aus dem polnisch-russischen Krieg wider, der mit barbarischer Grausamkeit geführt wurde und der auch die (oftmals jüdische) Zivilbevölkerung nicht schonte. Babel erspart sich und seinen Lesern nichts; eine "leichte Lektüre" hält man hier nicht in Händen.
Babels Interesse galt weder der Verherrlichung des Krieges noch dessen Wertung; er beschrieb scheinbar unbeteiligt, wie ein Chronist, die Einzelschicksale der Täter und der Opfer. Der zunächst wie ein Kaleidoskop wirkende Erzählzyklus ist alles andere als "zufällig" aufgebaut:
Der Erzähler nimmt verschiedene Perspektiven ein, etwa die der jüdischen und katholischen Polen, aber auch die der Kosaken. Seine Themen sind z.B. das jüdische Leben in Wolhynien oder Galizien, die teilweise fremd wirkende Welt des katholischen Polen, die oftmals unreflektierte Ergebenheit der Soldaten in ihr Schicksal - aber auch die geschundene Kreatur, sei es nun Mensch oder Tier. Diese und andere Themen tauchen immer wieder auf, ebenso wie sich viele Motive (z.B. "Sehen/Augen" oder "Erinnerung") durch die einzelnen Erzählungen ziehen und in allen nur denkbaren Spielarten und Sprachebenen variiert und reflektiert werden - innerhalb der Einzelerzählungen und erst recht in der Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen Erzählungen. Die Formenvielfalt wird durch Babels ganz eigenen Stil zusammengehalten, lakonisch knapp einerseits, und doch entstehen durch präzisest-mögliche Wortwahl eindringliche Bilder.
Wie nahe Babels Bericht übrigens an der Wirklichkeit war, zeigen seine Tagebucheinträge aus dieser Zeit; in der "Reiterarmee" griff er häufig auf seine Notizen zurück. Allerdings ist Babel kein einfacher Kriegsberichterstatter; die Faszination dieser Erzählungen beruht nämlich nicht zuletzt auf der schier unglaublichen Bandbreite seiner sprachlichen Fähigkeiten.

Peter Urban kommt das Verdienst zu, Babels unverwechselbare Prosa vorbildlich ins Deutsche übersetzt und das Tagebuch hervorragend ediert zu haben. Hinzu kommt ein Anmerkungsapparat, der seinesgleichen sucht: Erzähungen Babels aus dem Umkreis der "Reiterarmee", journalistische Arbeiten Babels ("5 Beiträge des Korrespondenten K. Ljutov") sowie Skizzen und Entwürfe zu weiteren Erzählungen in deutscher Erstübersetzung -- und natürlich ein Editionsbericht und ausführlicher Anmerkungsapparat, schließlich ein kundiges Nachwort.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
...und so ist es auch. Daß die "Reiterarmee" Licht auf eine in Westeuropa nahezu unbekannte Episode der Jahre 1919/20 wirft, das mag interessant sein, ließe sich aber auch im Geschichtsbuch nachlesen. Lesen muß man die "Reiterarmee" nicht deswegen - sondern, weil die meisten der 34 enthaltenen Geschichten wundervolle sprachliche Kunstwerke sind.

Die "Reiterarmee" entstand in einer Phase in Babels Leben, in der er vom großen Maxim Gorkij hinausgeschickt worden war, "Das Leben" zu erkunden und mit seinem literarischen Talent zu vereinen. Entsprechend schreibt Babel unglaublich farbig und kraftvoll. Manchmal stehen seine Beschreibungen nah am Klischee, aber sie sind immer eines: wahr und tief empfunden. Oft sind sie grausam und apokalyptisch; auch gewinnen sie an Tiefe, umso mehr man sie mit den historischen Hintergründen der Zeit und Babels Biographie kontrastiert.

Am Ende zählt nur eins: Die "Reiterarmee" eine Sammlung fantastischer Kurzgeschichten von einem der Sterne der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Dem Wissenhungrigen gibt sie Anlaß zu weiterer Forschung - dem Literaturliebhaber zergeht sie auf dem Herzen wie schwerer, bitterer Honigwein.
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Von feather
Format:Gebundene Ausgabe
Isaak Babel zeichnet in seinen Erzählungen ein ungeschminktes Bild der Wirren nach der russischen Revolution. Ein Buch von tiefer Menschlichkeit, nicht ideologisch sondern mit unbestechlichem Blick für die Realitäten des Lebens.
Buchkünstlerisch hat mich das Buch etwas enttäuscht. Zwar hat es einen festen Einband, die Seiten sind aber nicht gebunden sondern nur geklebt. Die Friedenauer Presse hat schon schönere Bücher gemacht.
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