Ich bin weder ein Vernianer, noch habe ich den „Vorgänger“
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde [Blu-ray] gesehen, und bin deshalb also neutral und unvorbelastet an den Film heran. Ich war zuerst etwas skeptisch ob der Film nicht zu actionlastig und evtl. zu gruselig für „Kinder2 sein könnte. Doch dies hat sich zum Glück nicht bestätigt. Es kommen zwar Actionszenen vor, und es gibt auch immer wieder Begegnungen mit „unheimlichen“ Tieren, dieses sind aber keine Monster, sondern eben „normale“ Tiere in „Übergröße“. Deshalb kann man den Film auch mit der ganzen Familie anschauen. Wie aus den Interviews hervorgeht, ist zwar vieles frei umgesetzt (Tiere, Pflanzen, Atlantis, Nautilus usw.) aber mir hat die Umsetzung sehr gut gefallen. Auch die weitere Ausstattung der BluRay (Interviews, verpatzte Szenen, weggelassene Szenen oder eine interaktive Tour durch die Insel) kann sich sehen lassen. Die Bildqualität ist hervorragend, aber da habe ich bei so einem neuen Film auch nichts anderes erwartet. Die Schauspieler haben sehr gut zu den Charakteren gepasst. Die Dialoge sind meistens sehr lustig, oft gibt es nette Sticheleien, manchmal aber auch sehr tiefsinnig und mit viel Gefühl (wie z.B. in der Szene wo die Tochter ihrem Vater erklärt dass Reichtum nicht wirklich glücklich macht, und dass es ihnen gut geht, solange sie sich gegenseitig haben und füreinander da sind). Natürlich gibt es auch in diesem Film vieles was nicht der Realität entspricht (der Sohn bricht in eine Satellitenstation ein, liefert sich eine Verfolgung mit der Polizei, durchbricht einen Hundezwinger und landet samt Motorrad in einem privaten Swimingpool. Doch weil der Vater „bekannt“ ist, wird das alles geregelt und unter den Tisch gekehrt), aber dies erwartet glaube ich auch niemand der eine solche Jules Verne Verfilmung anschaut.
Also ohne den Vorgänger oder das Buch zu kennen und zu beurteilen, kann ich den Film selbst als sehr gute Unterhaltung für die ganze Familie einstufen. Keine Toten, kein Blut, keine Explosionen und Verwüstungen von halben Stadtvierteln, keine Übermenschen. Es geht auch um Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt.
Da die Beschreibung bei AMAZON etwas „dürftig“ ist, anbei eine ausführlichere – wer sich also überraschen lassen möchte, der sollte dies bitte nicht lesen, sondern nur die, die gerne etwas genauer wissen was auf sie zukommt.
Sean Anderson wird, nachdem er in eine Satellitenstation eingebrochen hatte, von der Polizei verfolgt und nach einer kurzen Verfolgungsjagd auf seinem Motorrad doch erwischt. Nachdem sein Stiefvater Hank Parsons ihn nach Hause gebracht hat, gibt es erst mal Zoff. Am nächsten Morgen kommt sein Stiefvater auf ihn zu um mit ihm zu reden. Dabei erfährt Hank warum Sean in die Satellitenstation eingebrochen ist – weil er einen geheimen Code von seinem seit 2 Jahren verschwundenen Großvater Alexander Anderson empfangen hat. Zusammen können die beiden den Code aus Jules Vernes Begriffen entschlüsseln und erfahren, dass der Code sie auf die Bücher Die Schatzinsel, Gullivers Reisen und Jules Vernes Die geheimnisvolle Insel bringt. Sean erkennt, dass alle Bücher auf einer Insel spielen und schlussfolgert, dass es in allen Büchern um die gleiche Insel geht. Mit Hilfe der Inselkarten aus den Büchern sehen die beiden, dass die Karten zusammen gehören und sie eine Insel mit Koordinaten ergeben. Sean will sofort dorthin aufbrechen, doch Hank verbietet es ihm. Doch dann überlegt es sich Hank anders und er erlaubt es ihm. Sean und Hank reisen nach Palau und suchen dort eine Transportmöglichkeit. Sie treffen auf Gabato, ein Hubschrauberpilot, der den Job macht um an Geld zu kommen. Zusammen mit Gabatos Tochter Kailani, in die sich Sean gleich verknallt, machen sie sich auf den Weg. Unterwegs gerät der Hubschrauber in einen Sturm und sie alle stürzen ab und erwachen auf einer Insel wieder.
Als die Gruppe die Insel erforschen, entdecken sie, dass alle großen Tiere klein und die kleinen Tiere auf der Insel groß sind. Unterwegs werden sie von einer gigantischen Eidechse angegriffen, werden aber Seans Großvater Alexander gerettet. Er führt sie zu seiner Hütte, die er aus dem Wrack des Schiffes baute, welches ihn auf die Insel gebracht hat. Am nächsten Tag führt er die Gruppe zu der verlorenen Stadt Atlantis. Er erklärte den anderen, dass die Insel alle 140 Jahre versinkt und dies erst wieder in einigen Jahren soweit sein wird. Doch Hank meint, dass Alexanders Berechnungen falsch seien, da es Beweise gibt, dass die Insel schon in den nächsten Tagen sinken wird. Der einzige Weg sich zu retten ist das U-Boot Nautilus von Kapitän Nemo, das irgendwo auf der Insel verborgen liegt.
Mit Hilfe von Nemos Logbuchs, in dem der Verbleib des Schiffes dokumentiert ist, erfahren sie, dass es in einer der Höhlen an der Küste liegt. Auf dem Weg zur Höhle müssen sie wieder allerlei Gefahren bestehen. Die Gruppe benutzt riesige Bienen um über einen großen Berg zukommen, doch dabei werden sie von Vögeln angegriffen, die die Bienen als Nahrung suchen. Nach dem sie dann übernachtet haben stellen sie am nächsten Morgen fest, dass das Wasser exponentiell angestiegen ist. Hank meint, dass sie nur noch Stunden statt Tage haben. Sie wollen sich gerade auf den Weg machen als Kailani merkt, dass ihr Vater verschwunden ist. Die Gruppe beschließt, dass Sean und Hank schon zur Küste vorgehen und Alexander und Kailani Gabato suchen. Als Sean und Hank an der Küste ankommen, ist die Höhle, wo die Nautilus versteckt ist, bereits unter Wasser. Werden sie es trotzdem schaffen die Nautilus zu finden? Welche Gefahren werden ihnen hier noch begegnen? Funktioniert die Nautilus nach über 100 Jahren überhaupt noch? Finden Großvater Alexander und Kailani ihren Vater Gabato, und werden sie noch rechtzeitig die Küste erreichen bevor die Insel untergeht? Tja, alles verrate ich nun doch nicht, etwas Spannung soll ja noch bleiben ... :-)