Als ich die "Reise zum Mittelpunkt der Erde" im Jahre 1968, im Alter von 9 Jahren zum ersten Male im DDR-Kino sah, war ich zutiefst beeindruckt und fasziniert.
Wenngleich ein Science-fiction-Film, strahlt dieser eine enorme Glaubwürdigkeit und unglaublich dichte, stetig steigende Spannung aus. Es ist zu spüren, daß die Hersteller sich unglaubliche Mühe gegeben haben müssen.
In der Handlung und den Dialogen gibt es nichts Gekünsteltes oder zwanghaft Herbei-Konstruiertes. Man kann sich voll und ganz mit den handelnden Personen identifizieren - und genau das, finde ich, macht einen Großteil des Reizes dieses Werkes aus.
Es gibt keine Alleskönner oder Superhelden, die die Antwort schon vor der Frage wissen. Auch mit Action in handgreiflichen Sinne oder platten Dialogen ist es glatte Fehlanzeige! Wer auf solche Unterhaltung steht, okay, der kann sich das Geld für die DVD sicher sparen.
Das hat der Film aber auch überhaupt nicht nötig!
Soweit ich es übersehe, gibt es nur wenig Handlungen oder Szenerien, die eventuell nicht möglich oder denkbar wären. Klar, einige Ungereimtheiten fallen beim Nachdenken schon auf (das es z.B. keinen Einstieg am Yökull Snaefells in Island gibt, der über Höhlenlabyrinthe, edelsteingeschmückte Kristallquellen, Champignonwälder, ... zum Mittelpunkt der Erde führt, ist mir auch klar).
Bis auf eine ganz kurze Anfangsszene beeinhaltet die DVD auch exakt die oben genannte Kinofassung einschließlich der seinerzeitigen (west)deutschen Synchronisation. Der seinerzeit fehlende Part (Flirt- und Klavierszene des Studenten Alec mit der Nichte Prof. Lindenbrooks) ist aus meiner Sicht für die eigentliche Handlung auch nicht relevant.
Gut; Student Alec resp. Pat Poone war ja auch ein seinerzeit recht bekannter Schlagerinterpret (Schleichwerbung?)
Fazit: Es ist wohl einer der wenigen Filme, die genauso gut wie ihre Romanvorlage sind. Und das will bei Jules Verne etwas heißen!
Kaufen!