Ein sehr berührender Film, eine unglaubliche Reise. Ella Maillart und Annemarie Schwarzenbach fahren im Jahr 1939 von der Schweiz nach Afghanistan. Die Schauspielerinnen sind grandios, die Bilder sehr schön. Was mich sehr gestört hat, ist die Tatsache, dass der Regisseur völlig andere Orte und Städte und Landschaften nimmt als dies der Realität entspricht. Teheran zum Beispiel: da zeigt er die traumhafte Kulisse von Khiwa im heutigen Usbekistan, ein bisschen Samarkand und auch Isfahan mit seinen wunderbaren Kuppeln, etwas, was man in Teheran nicht findet. Auch nicht anno dazumal!
Die Landschaft Afghanistans wird im Wadi Rum in Jordanien gefilmt. Eine total andere Wüstenlandschaft. Jeder Fleck ist jedem Jordanienreisenden wiedererkennbar. Sicher ist es schwierig gewesen im Jahre 2000 in Afghanistan Filmaufnahmen zu machen, aber gerade auf der anderen Seite der Grenze, im nahen Pakistan, wäre eine weitaus treffendere Landschaft zu finden als ausgerechnet das jordanische Wadi Rum.
Unglaublich unprofessionell fand ich auch die Tatsache, dass die beiden Frauen bei ihrer Fahrt durch den Iran auf eine freundliche Beduinenfamilie treffen, die erstens genau so gekleidet sind wie die Beduinen im Wadi Rum, haargenau die gleichen Winterzelte haben wie diese und o Schreck auch noch arabisch sprechen, hocharabisch! Das ist geradezu ein Witz. Im Iran spricht man Farsi, was im Klang auch nicht die geringste Ähnlichkeit mit arabisch hat, in der Wüste Jordaniens einen sehr starken Dialekt. Gleich zwei Missgriffe. Da hat der Regisseur einfch schlecht recherchiert.
Die Tochter des türkischen Konsuls trägt einen bauchfreien Sari.... die Liste könnte weitergeführt werden.
Schade, denn ansonsten ist der Film und die zweite CD mit Originalbeiträgen von Maillart und Schwarzenbach hervorragend.