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Ein Gutteil seines Erfolgs schuldet Die Reise der Pinguine wohl der Tatsache, dass ihn amerikanische Christen-Gruppen als Missionsmaterial entdeckten und ihm die Propagierung von Monogamie, korrekter Kindererziehung und einer gottgeführten Natur andichteten. Vorwerfen sollte man dem Film diese Fehlinterpretation allerdings nicht, denn er kann nicht wirklich etwas dafür. Stattdessen erweist sich Die Reise der Pinguine als eine manchmal verniedlichende (der Einsatz von Voiceover-Stimmen für Pinguin-Eltern und Kinder wirkt etwas albern), handwerklich aber hervorragend gemachte Dokumentation, die mit ihren atemberaubend schönen Bildern aus dem ewigen Eis tief beeindruckt. Luc Jacquet und sein Team verbrachten ein Jahr in der Antarktis und kämpften ebenso wie ihre tierischen Protagonisten mit der lebensfeindlichen Witterung.
Das Ergebnis: Kälte und Dunkelheit des antarktischen Winters sind in den Film-Aufnahmen für den Zuschauer fast physisch fühlbar. So gesehen rechtfertigt sich auch der große Erfolg, denn nur wenige Filme waren 2005 faszinierender und einnehmender als der lange Marsch der Kaiser-Pinguine. -- Frank-Michael Helmke
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild weist ein paar Mängel auf, vor allem Im Rauschwert, der Ton ist auf hohem Niveau. Die Extras hätten unter Umständen etwas umfangreicher sein können. Man denke hier nur an ein großes Making Of, das ähnlich wie bei "Deep Blue" sehr erhellend hätte sein können.
Bild: "Die Reise der Pinguine" präsentiert sich im Großen und Ganzen durchaus schön. Schwächen sind aber auch vorhanden. So fällt vor allem immer wieder ein sehr starker Rauschwert auf, der in homogenen Himmelsflächen sehr gut wahrnehmbar ist (00:18:30). Dazu gesellen sich Rauschmuster, die immer mal wieder ins Auge stechen (01:04:52). Der Kontrast ist sehr gut tariert. Selbst bei Nachtszenen kann man bis in den Hintergrund Einzelheiten erkennen (die Pinguine bei 00:38:31). Die Schärfe ist auf hohem Niveau, allerdings wurde ein Filter eingesetzt, was sich in marginal wahrnehmbaren Doppelkonturen niedergeschlagen hat (00:48:50). Diese sind aber nicht weiter störend. Die Farben sind kräftig, aber naturbedingt eher kühl, gibt es in der Antarktis doch nur wenig natürliche Primärtöne.
Ton: Man kann den Film inklusive der gesprochenen Worte als auch ohne betrachten. Was man vorzieht, ist letzten Endes dem persönlichen Geschmack überlassen. Die Kommentare der Sprecher sind klar zu vernehmen und weisen keine Störungen auf. Die Musik wird über alle Kanäle angespielt und untermalt den Bilderrausch recht gut, auch wenn die Musik hin und wieder etwas zu jovial geraten ist. Die Geräuschkulisse lebt von den Pinguinen und sorgt so für eine angenehme Breite, bei der man sich mitten im Geschehen wähnt.
Extras: Die Produktionsnotizen gibt es nur in Form von Texttafeln. Die sind zwar eher kurz geraten, geben aber einen interessanten Einblick in die Chronologie dieses Jahre währenden Projektes. Der Audiokommentar schlägt in dieselbe Kerbe, ist jedoch weit detaillierter im Informationsfluß. Die isolierte Musikspur gefällt und gehört bei einer Produktion wie diesr auch einfach dazu! --movieman.de
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Stern
Blickpunkt: Film
Ihr Körper wirkt raketenähnlich, der Rücken ist schwarz, der Bauch weiß, sie haben Flügel und können doch nicht fliegen. Pinguine sind im kalten Wasser und auf dem Eis zu Hause. Am Rande der Antarktis beobachtete Luc Jacquet über ein Jahr die großen Kaiserpinguine in Kolonien von 6000 bis 8000 Tieren. Die ersten Bilder zeigen sie in den Gewässern tauchend, Krill, Tinten- und andere Fische jagend. Eine Mastkur, so scheint es. Ende März macht sich Unruhe breit. Während das Meer zufriert, zieht eine riesige Karawane los, stolze Wesen im Frack vom Südpol auf dem Weg ins Nirgendwo. Mal rutschen sie auf dem Bauch dahin, dann wieder marschieren sie majestätisch vorwärts. Weit entfernt von ihrem eigentlichen Element dem Meer treibt es sie zur Balz an die Brutplätze, hart an der Grenze zum Tod. Klirrende Kälte von 40 Grad und Schneestürme können sie nicht vom Ziel abhalten.
Was die Kamera von Laurent Chalet und Jérome Maison an brillanten Bildkompositionen liefert und von drei Sprechern aus der Pinguin-Perspektive erzählt wird, steigert sich zum einzigartigen Kinoerlebnis (geplant war 'nur' eine TV-Doku). Ganz nah am Geschehen verfolgt man mit großen Augen wie Liebeslieder die Weibchen willig machen, Paare im Takt miteinander 'tanzen' und sich immer in Treue wiederfinden. Spannend wird es, wenn das Weibchen nach dem Honeymoon das Ei ablegt und es millimeterweise mit dem Schnabel dem Männchen zum Ausbrüten unters Fell auf die Füße hinschiebt. Der Vater in spe muss jetzt 60 Tage ausharren, während die Mutter gen Meer zieht, um Nahrung für Erzeuger und Nachwuchs zu holen. Luc Jacquet verfolgt ihre Odyssee und parallel das Schlüpfen der Küken, deren ersten Gehversuche, die Wiederkehr der Weibchen mit Futter im Gepäck, den Küken-Kindergarten, Aufbruch der Väter ans Meer, ihre gefährliche Reise und die Rückkehr mit neuen Leckereien. Die Eltern wechseln sich solange mit den Wanderungen ab, bis die Jungen sich selbst versorgen können. Selten wurde der faszinierende Kreislauf von Leben und Tod - viele der Jung- und Alttiere sterben - so spektakulär dargestellt (weitere Informationen und Illustrationen bietet das gleichnamige Buch zum Film, erschienen im Gerstenberg-Verlag, ISBN 3-8067-5097-1, Euro 12,90).
Der Lebenszyklus der Kaiserpinguine - ein atemberaubendes Abenteuer und eine herzerwärmenden Hymne an das (Über)Leben. Die 80minütige Doku (entstanden aus 120 Stunden Material) entführt auf einen märchenhaften und dennoch realistischen Trip, bei dem es aufgrund des Sympathie-Faktors der Pinguine stark 'menschelt'. Ein einzigartiges und anrührendes Naturschauspiel mit sensationellem Schauwert. mk.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Unter extrem harten Drehbedingungen von bis zu minus 40 Grad Celsius hat Luc Jacquet ein bewegendes Filmereignis voller Wärme und Poesie geschaffen, das Einblicke in eine spektakuläre, unbekannte Welt gewährt.
Produktbeschreibungen
Der französische Dokumentarfilmer Luc Jacquet hat einen Film von enormer Bildgewalt geschaffen, der die Zuschauer in eine andere Welt entführt. Die Protagonisten seines Filmes sind Pinguineltern, die hunderte von Kilometern durch die Antarktis wandern, um in der eisigen Kälte des Südpols ihre Eier auszubrüten. Hingerissen von der Stärke der außergewöhnlichen Tiere, erlebt der Zuschauer das Heranwachsen eines Pinguinbabys, nimmt an dessen ersten Ausflügen teil, erlebt heitere und dramatische Augenblicke.
Emilie Simon, in Frankreich längst kein Geheimtipp mehr, macht mit ihren elektronischen Klängen und Songs den Film auch akustisch zu einem