Meine Frau und ich haben uns den Film nach den großen Vorschusslorbeeren aus den USA angesehen und waren sehr bewegt von den eindrucksvollen Bildern, mit denen gezeigt wird, was diese Pinguine an Kraft investieren, um ihren Jungen das Leben zu ermöglichen. So manche jammernden Menscheneltern (ich weiß, der job ist hart! ;-) könnten sich hier eine dicke Scheibe abschneiden.
Meinen tiefsten Respekt auch vor den Filmleuten. Wer sich zwei Jahre lang bei minus 50 Grad in diesen WIND stellt, hat den Oscar wirklich verdient.
Eine deutliche Warnung geht an alle Eltern, die ihren Kindern einen netten und lustigen Film wie "Die lustige Welt der Tiere" zeigen wollen. Dieser Film ist vieles, aber nicht lustig. Er zeigt einen dramatischen Kampf ums Überleben, wechselweise von Mama und Papa Pinguin, den nicht alle gewinnen. Auch beim Nachwuchs gibt es Opfer, manche kommen über das Ei gar nicht erst hinaus (eine der schockierendsten Szenen des Films), andere werden bei lebendigem Leib von Möwen angepickt oder müssen verhungern, weil ein Seelöwe (Betonung auf LÖWE) ihre Mama gefressen hat.
Das muss so ein Kind erstmal wegstecken. Bei den Klagelauten der trauernden Pinguineltern ist selbst uns ganz anders geworden. Die eindringlichen Stimmen der Erzähler tun ihr übriges. Es ist geradezu eine Wohltat, wenn am Ende endlich mal eine Kinderstimme erklingt.
Viele Eltern in den USA waren entsetzt, fanden den Film zwar gut, sahen ihre Kinder aber - z.T. TROTZ Vorarbeit - überfordert.
Von daher sollte man keine falschen Erwartungen in den Film setzen und auf jeden Fall Zeit für Gespräche einplanen.
Für Erwachsene, die Dokumentationen und Tierfilme lieben, ist der Film allerdings uneingeschränkt ein Meisterwerk, daher logischerweise 5 Sterne.