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Ein Gutteil seines Erfolgs schuldet Die Reise der Pinguine wohl der Tatsache, dass ihn amerikanische Christen-Gruppen als Missionsmaterial entdeckten und ihm die Propagierung von Monogamie, korrekter Kindererziehung und einer gottgeführten Natur andichteten. Vorwerfen sollte man dem Film diese Fehlinterpretation allerdings nicht, denn er kann nicht wirklich etwas dafür. Stattdessen erweist sich Die Reise der Pinguine als eine manchmal verniedlichende (der Einsatz von Voiceover-Stimmen für Pinguin-Eltern und Kinder wirkt etwas albern), handwerklich aber hervorragend gemachte Dokumentation, die mit ihren atemberaubend schönen Bildern aus dem ewigen Eis tief beeindruckt. Luc Jacquet und sein Team verbrachten ein Jahr in der Antarktis und kämpften ebenso wie ihre tierischen Protagonisten mit der lebensfeindlichen Witterung.
Das Ergebnis: Kälte und Dunkelheit des antarktischen Winters sind in den Film-Aufnahmen für den Zuschauer fast physisch fühlbar. So gesehen rechtfertigt sich auch der große Erfolg, denn nur wenige Filme waren 2005 faszinierender und einnehmender als der lange Marsch der Kaiser-Pinguine. -- Frank-Michael Helmke
Meinen tiefsten Respekt auch vor den Filmleuten. Wer sich zwei Jahre lang bei minus 50 Grad in diesen WIND stellt, hat den Oscar wirklich verdient.
Eine deutliche Warnung geht an alle Eltern, die ihren Kindern einen netten und lustigen Film wie "Die lustige Welt der Tiere" zeigen wollen. Dieser Film ist vieles, aber nicht lustig. Er zeigt einen dramatischen Kampf ums Überleben, wechselweise von Mama und Papa Pinguin, den nicht alle gewinnen. Auch beim Nachwuchs gibt es Opfer, manche kommen über das Ei gar nicht erst hinaus (eine der schockierendsten Szenen des Films), andere werden bei lebendigem Leib von Möwen angepickt oder müssen verhungern, weil ein Seelöwe (Betonung auf LÖWE) ihre Mama gefressen hat.
Das muss so ein Kind erstmal wegstecken. Bei den Klagelauten der trauernden Pinguineltern ist selbst uns ganz anders geworden. Die eindringlichen Stimmen der Erzähler tun ihr übriges. Es ist geradezu eine Wohltat, wenn am Ende endlich mal eine Kinderstimme erklingt.
Viele Eltern in den USA waren entsetzt, fanden den Film zwar gut, sahen ihre Kinder aber - z.T. TROTZ Vorarbeit - überfordert.
Von daher sollte man keine falschen Erwartungen in den Film setzen und auf jeden Fall Zeit für Gespräche einplanen.
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