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Die Reise des Ibn Fattuma
 
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Die Reise des Ibn Fattuma [Broschiert]

Nagib Machfus , Doris Kilias
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 192 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 2., Aufl. (24. Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 329320368X
  • ISBN-13: 978-3293203686
  • Originaltitel: Rihlat Ibn Fattuma
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 446.346 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Na??b Ma?f??
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine abenteuerliche Reise zum Ende der Welt und eine Reise zum eigenen Selbst. Machfus nimmt sich die groáen Reisenden aus der Bltezeit des Islam zum Vorbild fr Ibn Fattumas Entdeckung ganz und gar heutiger Lebensentwrfe und Utopien. Als Junge tr„umte Ibn Fattuma davon, es den groáen Reisenden gleichzutun und die ganze Welt zu erforschen. Als Erster wollte er bis zum sagenumwobenen Gaballand vordringen, von dem niemand genau weiá, wo es liegt. Den erwachsen gewordenen Ibn Fattuma treiben schlieálich nicht die Abenteuer- und Entdeckerlust in die Welt hinaus, sondern Liebeskummer. Er schlieát sich einer Handelskarawane an und hofft, auf dem langen Weg durch die Wste seine Entt„uschung zu vergessen. Doch die Reise durch fremde, heidnische L„nder mit ihren unbekannten Sitten und Gebr„uchen wird immer mehr zu einer Begegnung mit sich selbst und fhrt ihn zu den Grundfragen des Seins.
Nagib Machfus nimmt uns in diesem m„rchenhaften Roman mit in ferne, vergangene Welten, die erstaunlich gegenw„rtig sind - und er zeigt uns, wie absurd es ist, in einer Ideologie sein Glck zu suchen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Nagib Machfus, geb. am 11.12.1911 als Sohn einer Kleinbürgerfamilie in Kairo, entschied sich schon bald nach dem Studium für das Schreiben. Er hat alle Elemente der volkstümlichen Erzählkunst in seine Werke aufgenommen und ist der eigentliche 'Vater des ägyptischen Romans'. Sein Lebenswerk, das an die vierzig Romane, Kurzgeschichten und Novellen umfasst, gehört längst zur Weltliteratur. 1988 wurde ihm als einem der bedeutendsten arabischen Autoren der Gegenwart der Nobelpreis für Literatur verliehen. Er starb 2006.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
... bietet dieses Buch, das wie eine Art Abenteuergeschichte daherkommt, jedoch ausgesprochen politisch ist und zudem einen interessanten philosophischen Ansatz zeigt.

Ein junger Mann, er nennt sich Ibn Fattuma, bricht aus seiner islamischen Heimat auf, weil er dort seine Verlobte nicht heiraten durfte. Kurz von der geplanten Hochzeit, hat ein Hofbeamter beschlossen, die junge Frau zu seiner vierten Ehefrau zu nehmen und Ibn Fattuma hat das Nachsehen. Da die Machtverhältnisse in der Heimat sein persönliches Lebensglück zerstört haben, beschließt er, fremde Länder zu bereisen. Seinem Heimatland will Ibn Fattuma über die größten Weisheiten dort berichten und sogar in das legendäre, ideale Gaballand vorstoßen.
Das Maschrikland, das Hairaland, das Halbaland, das Ghurub- und das Amanland, die der Reisende Ibn Fattuma besucht, erweisen sich als Allegorien heute bestehender Gesellschaftssysteme und ihrer Werte. In dem Buch sind diese Länder sind scharf abgegrenzt, verfeindet und durch Wüsten getrennt. Das läßt ihre Eigenheiten besonders deutlich hervortreten. Mit Scharfblick und messerscharfer Kritik hat Autor Nagib Machfus verschiedene Gesellschaftsordnungen und die dahinter stehenden Weltanschauungen analysiert. Er beschreibt, die Lebenseinstellungen der Menschen und wie sie mit Fremden umgehen. Der reisende Ibn Fattuma bleibt nicht lange außenstehender Beobachter. Er verliebt sich erneut. Wird er diesmal sein Glück finden?

Aus solch anspruchsvollem Stoff ein Buch zu schaffen, das sich angenehm liest und menschliche Wärme verströmt, zeugt von großem schriftstellerischen Können. Darüber hinaus noch Verständnis zwischen politischen und kulturellen Unterschieden zu wecken, Kritik so anzubringen, daß man sie annehmen kann, und darüber hinaus noch eine Lösung anzudeuten, ist auch eine politische Leistung. Das Buch obwohl schon 1983 geschrieben, ist gerade heute hilfreich. Man kann besser verstehen, wie Menschen aus den arabischen Ländern die einzelnen politischen Systeme - insbesondere das unsrige - beurteilen.

Autor Nagib Machfus hat den Nobelpreis zurecht erhalten.

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Klabaaz
Format:Gebundene Ausgabe
Die Reise des Ibn Fattuma ist eigentlich eine geschichtliche Reise durch unterschiedliche Gesellschaftssysteme. Aus der Perspektive des "Landes des Islam", der Heimat Ibn Fattumas, werden die Systeme der anderen Länder, die bereist werden, beschrieben. Zunächst kommt der Reisende in ein Land, in dem eine Ordnung der Naturvölker zu herrschen scheint. Es gibt kaum Normen, die "Moral" weicht erheblich von der des Landes des Islam ab. Es ist kein Wunder, dass Ibn Fattuma dieses System grundsätzlich ablehnt. Ein Wunder ist eher, dass er es dort dennoch jahrelang aushält, eine Familie gründet und erst fortgeht, als man ihn dazu zwingt. Das zweite Land ist das Ebenbild einer feudalistisch-kapitalistischen Ordnung. Ibn Fattuma findet sich hier besser zurecht, sieht sich aber plötzlich der Willkür der Machthaber ausgesetzt und wird für zwanzig Jahren in ein Gefängnis gesperrt. Nur ein Staatsstreich befreit ihn. Er begibt sich ins dritte Land, einem sozialistischen Staat, in dem alle gleich sein sollen, in dem die lenkende Hand des Staates Ibn Fattuma jedoch zu sehr in das eigene Leben einzugreifen scheint, weshalb er schließlich ins vierte Land weiterreißt. Hier strebt man die Ideale an, die auch alle anders Systeme verfolgen (oder zu verfolgen vorgeben), nur tut man es hier konsequenter: Freiheit - Gleichheit - Gerechtigkeit. Diese Ideale scheinen vor allem geistig verwirklicht zu werden, was dazu führt, dass mit dem Erreichen der Ideale jeder nur für sich ist und die Gemeinschaft zerbricht. Am Ende bricht zwar kein Chaos aus, von einer Ordnung (im Sinne einer Gesellschaftsordnung) kann man aber auch nicht grade sprechen. Dieses Land ist aber noch nicht das Ziel der Reise des Ibn Fattuma, es ist erst die letzte Station vor dem Gaballand, in dem man die perfekte Gesellschaftsordnung vermuten darf. Ibn Fattuma wird gezwungen, sich auf den Weg zum Gaballand zu machen, ohne eigentlich völlig vorbereitet zu sein, weil durch einen Krieg das Land, in dem er sich vorbereitet, annektiert und ihm die Gesellschaftsordnung des Agressors (in diesem Fall der sozialistische Staat) aufgezwungen wird. Ibn Fattumas letzte Reise zum Gaballand ist entbehrungsreich und lang und sie endet - zumindest was die Tagebuchaufzeichnungen angeht - am Fuße des Berges, auf dessen Spitze sich Gabal befindet. Mit anderen Worten kann der Leser nicht mit Sicherheit sagen, dass Ibn Fattuma tatsächlich sein Ziel erreicht hat. Das ist einierseits desillusionierend (vielleicht erreicht er nie sein Ziel? Vielleicht gibt es keine gerechte Gesellschaftsordnung?), andererseits motivierend, weil es zeigt, das sich die Suche danach evtl. lohnen kann und dass man nicht aufhören soll zu suchen.
Ein sehr lyrisches und lesenswertes Buch.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
Nagib Machfus Buch ist eine philosophische und spirituelle Reise durch verschiedene Gesellschaftsverfassungen, deren äußere Formen sich in den Lebensauffassungen und Glaubenshaltungen ihrer Bewohner, gleichsam in ihrem Inneren, widerspiegeln. Der Held, Ibn Fattuma, vor seinem Liebeskummer und der Korruptheit seines islamischen Vaterlandes fliehend, macht sich auf die Reise ins mythische Gaballand - mit dem Vorsatz alle Länder auf seinem Weg kennen zu lernen und das in ihnen enthaltene Gute zurück in seine Heimat zu bringen.
Es gehört gewiss zur Weisheit des Autors, dass er im Laufe seiner Erzählung anschaulich zu machen weiß, dass äußere Welt und innere Verfasstheit miteinander in Wechselwirkung stehen und einander bedingen. Aus diesem Grund ist auch die Erzählung im Grenzgebiet zwischen realer Welt und Phantasie angelegt: es bleibt in der Schwebe, ob die Heimat Ibn Fattumas das reale Ägypten oder ein Märchenland aus Tausendundeinernacht ist, oder ob den legendären Gesellschaften, die der Held bereist, Staaten der realen Welt entsprechen. Diese Schwebe gibt der ganzen Reise etwas Mythisches, Phantastisches und zugleich den einzelnen Stationen das Exemplarische ohne je platt zu wirken.
Jede Station auf Ibn Fattumas Weg, jede Gesellschaft, greift einen Aspekt des Menschseins heraus, betont ihn, birgt in ihm etwas Erhaltenswertes, überfordert dieses Prinzip jedoch und verfehlt deshalb das wahre Menschentum und wirkt deshalb sympathisch - offenbart sich aber zugleich in einem oder mehreren Punkten als gescheitert; Die Mondanbeter des Maschriklandes wirken wie glückliche Hippies, die den Weg "zurück in den Garten" gefunden haben, sind dabei jedoch Sklaven ihrer dunklen Natur, in die das Licht des fruchtbaren Zweifels nicht fällt. Im Feudalkapitalismus des Haira-Landes ist der Mensch bereits Knecht des Egos geworden, entfremdet von seinen viel einfacheren natürlichen Impulsen und darum in Selbstbetrug gefangen - Hier ist der Herrscher, der das Ego symbolisiert, der Gott und angebetete Götze. Das Halbaland entspricht am ehesten realen Vorbildern, nämlich unseren westlichen Demokratien, in denen große Freiheit, Toleranz, Wohlstand verwirklicht sind, in denen aber niemand sagen kann, zu welchem Zweck die hart errungene Freiheit eingesetzt, genutzt werden soll; dies ist eine Kritik des Ägypters Machfus aus islamisch geprägter Sicht, die sich für den westlichen Leser vielleicht am schwersten verständlich oder verdaulich erweisen könnte. Bezeichnend, dass der Held gerade hier die Suche nach der Liebe seines Lebens aufgibt und mehr oder weniger ungerührt eine andere Frau erwählt...
Schließlich lernen der Reisende, und mit ihm der Leser, noch eine sozialistisch-kollektivstische Utopie kennen, in der aber das Individuum so bevormundet ist, dass es sein Glück auch hier nicht erlangen kann.
Was Machfus unter einer glücklichen Gesellschaft versteht, wird erst im Lande Ghurub deutlich: hier versammeln sich die Sinnsuchenden, um sich spirituell auf ihre letzte Reise ins sagenhafte Gaballand vorzubereiten. Es wird klar, dass die gerechte Welt in der Befriedung des Geistes gefunden werden muss. Schließ bricht Ibn Fattumas Bericht ab, als er an der, berghohen, Schwelle zum eigentlichen Gaballand steht.
Machfus erweist sich in diesem Buch auch für den westlichen Leser als ein Autor von philosophischer Tiefe, von erzählerischer Könnerschaft und als ein freier selbständiger Geist, der das Gute in den verschiedensten Erscheinungen zu schätzen weiß, der aber auch über den soliden Maßstab großer Vision verfügt, durch welche er die Dinge an ihren rechten Platz rückt und ihre wahren Dimensionen erkennbar macht.
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