Jeanette Sanders neuer Roman ist ein unterhaltsamer Mix aus Liebesroman, Erotik und frechem Frauenroman. Erzählt wird der Roman aus der Sicht der Heldin Gundi, die den Leser auch oft direkt anspricht und fast ein Gespräch mit ihm zu führen scheint. Das war teilweise gelungen, teilweise aber auch wieder übertrieben, da sich die Autorin oft in Wiederholungen und Übertreibungen verliert. Oft hat mir Gundis freche Sicht der Dinge zwar gefallen, manche Ideen waren wiederum auch wieder etwas sehr hanebüchen. So unterhält sich Gundi öfters mit ihrem Schutzengel, den sie Leo getauft hat. Das hat auf mich überhaupt nicht witzig, sondern eher ein bißchen peinlich gewirkt. Insgesamt gibt sich die Autorin deutlich Mühe mit den Großen des frechen Frauenromans mitzuhalten, aber so ganz gelingt ihr das nicht. Zwar neigen auch Autorinnen wie z.B. Helen Fielding zu maßlosen Übertreibungen, aber sie verpacken dies realistisch und warmherzig. Dies scheint den deutschen Kolleginnen irgendwie noch nicht so richtig zu gelingen. Hier wirken humorvolle Eigenarten oft aufgesetzt und aus der Geschichte herausgerissen.
Auf ewig unerklärlich wird mir bleiben, wieso deutsche Autorinnen ihren Hauptfiguren immer so lächerliche Namen geben müssen. Es hilft weder bei der Identifikation, noch ist es besonders witzig.
Wer aufgrund des Verlages einen Liebesroman erwartet, der sollte wissen, dass es sich wirklich eher um einen Erotikroman handelt. Es gibt jede Menge sehr detaillierter Sexszenen, die einen Großteil der Handlung ausmachen und die Autorin nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Die Erotikszenen haben mir unterschiedlich gut gefallen. Einige waren wirklich toll beschrieben, andere waren mir wiederum zu viel des Guten, aber das ist definitiv Geschmackssache.