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Die Reise über den Horizont
 
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Die Reise über den Horizont [Gebundene Ausgabe]

Javier Marías , Elke Wehr
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 205 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., Aufl. (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608932399
  • ISBN-13: 978-3608932393
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 13,4 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 814.533 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Der Erzähler auf der Reise

Javier Marías' schriftstellerische Anfänge

Missgünstige Menschen nennen Javier Marías den besten englischen Autor spanischer Sprache. Zwei Quellen speisen dieses giftige Bonmot, Marías' Erfolg, mit dem er viele seiner Kollegen seit den neunziger Jahren überstrahlt, und das angelsächsische Ambiente, in dem die meisten seiner Werke spielen, und zwar seit seinen literarischen Anfängen. Sein erster Roman, «Los dominios del lobo» (1971), persifliert amerikanische Familiengeschichte vor dem Hintergrund des schillernden Hollywood der vierziger und fünfziger Jahre, sein zweiter, «Die Reise über den Horizont», ist, knapp gesagt, ein Abenteuerroman aus dem viktorianischen England. Dieses Buch, 1972 erschienen, Javier Marías war gerade 21 Jahre alt, ist jetzt erstmals auf Deutsch übersetzt worden. Wer damals literarisch etwas zu melden hatte, schrieb, zumal im franquistischen Spanien, entweder politische Kassiber, oder er behandelte, poetically correct, die Problematik des Erzählens in Büchern, in denen die Helden für eine Treppenstufe 50 Seiten brauchten. Dass es auch anders ging, konnten die Spanier schon bei den Autoren des anrollenden Lateinamerika-Booms nachlesen.

Und Marías? Der schuf sich seine Nische, eine Art Abenteuerroman zweiten Grades, der von Liebe und Mord handelt, von existenziellen Geheimnissen und exotischen Ländern, aber immer auch davon, wie solche Geschichten erinnert werden, wie sie sich in Sprache verwandeln und im Akt des Erzählens wieder verändern. Dieses Romanmuster hat er in den letzten 30 Jahren variiert, nur die Gewichte haben sich verschoben: In seinem letzten Roman, «Schwarzer Rücken der Zeit», überwiegt die retardierende Reflexion, in «Die Reise über den Horizont» hingegen das Abenteuer. Joseph Dunhill Kerrigan, amerikanischer Geschäftsmann, Hasardeur und Millionär mit Wohnsitz London, hat die zündende Idee, eine Antarktisexpedition auszurüsten, aber nicht nur mit Wissenschaftern, sondern vor allem mit Künstlern: Schriftstellern, Musikern, Malern. Das Projekt findet begeisterten Anklang. Wenige Monate später schifft sich die illustre Gesellschaft von Marseille aus ein und segelt erst einmal ums Mittelmeer – die Mehrzahl der Gäste wünscht diesen touristischen Schlenker, ohne sich jedoch für die angelaufenen Häfen sonderlich zu interessieren.

Man ist sich selbst genug, hat seine Konversation, seinen geregelten Tagesablauf. Den stört weder der ungeklärte Mord am Bootsmann noch ein tödliches Duell im Morgengrauen. Erst als Expeditionsleiter Kerrigan, von Depressionen getrieben, die Kontrolle über sich verliert und von der Mannschaft arretiert werden muss (und dann spektakulär von Bord flieht), kommt man überein, doch lieber die Heimreise anzutreten. Diese Geschichte wird dem Erzähler vorgelesen, und zwar aus dem unveröffentlichten Roman «Die Reise über den Horizont» von Victor Arledge, einem der Schiffsreisenden. Arledge war nur mit von der Partie gewesen, um seinem Freund Kerrigan einen Gefallen zu tun und um hinter das Rätsel der kaum glaublichen Entführungsgeschichte des Pianisten Hugh Everett Bayham zu kommen, der auch an Bord war. Wer Marías kennt, ahnt es schon: Dieses Rätsel wird nicht gelöst, und am Ende blickt man nicht mehr recht durch. Warum hat Arledge sich eigentlich nach der gescheiterten Expedition aus dem Leben zurückgezogen – nur um «Die Reise über den Horizont» zu schreiben, ein Buch, von dem es am Ende doppelbödig heisst, es sei «letztlich mittelmässig» und offenbare «den literarischen Ehrgeiz eines begeisterten Jünglings»? Egal, um kartesianische Klarheit geht es Marías offensichtlich nicht.

Die historische Verkleidung liefert ihm das Alibi, ohne weitere Rechtfertigung und befreit vom Ballast alles Gegenwärtigen von Expeditionen und Entführungen, Morden und Duellen, Liebe und Heldenmut erzählen zu können. Eine Simulation, die er detailreich und (auch in der deutschen Fassung von Elke Wehr) stilistisch geschmeidig mit Leben erfüllt. Nur die genretypischen Schlusssteine – alle Gefahren überstanden, Sieg der Liebe, Lösung aller Rätsel – enthält er dem Leser vor. Das macht er so nonchalant, dass man ihm nicht einmal böse ist und das Buch einfach charmant findet. Albrecht Buschmann

Kurzbeschreibung

Eine Antarktisexpedition, die nie ihr Ziel erreicht, ein Mord, ein tödliches Duell, eine mysteriöse Entführung und eine Dame, die ihr Geheimnis mit ins Grab nimmt - Javier Marias unterhält mit einem turbulenten Roman, der als Hommage der großen Abenteuerromane des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu verstehen ist.

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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen nicht so gut, wie ich glaubte, 31. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Reise über den Horizont (Gebundene Ausgabe)
Dieser frühe Roman des spanischen Autors ist äüßerst schwach. Von seinem späteren schriftstellerischen Können, welches er in seinen "Shakespeare-Romanen" unter Beweis stellte, ist hier noch nichts zu erkennen. Es fehlt einfach die Spannung. Ein Duell auf dem Schiff: Marías gibt sich keine Mühe, diese Begebenheit zu erzählen: "Seine Kugel drang Meffre in die Stirn. Dieser brach ohne ein Klagelaut zusammen und fand sicher keine Zeit, zu begreifen, daß er getroffen worden war." Spärlich, und das in einem Abenteuerroman. Ein Amoklauf: Weil für Schiffskapitän der Weg zu den Whiskyflaschen versperrt bleibt, gerät er in Wut und wirft eine Dame über die Reeling. Diese tragische Szene hat hier aber die Wirkung eines Slapsticks - Gott sei Dank wird die Dame gerettet. Das Segelschiff ist auf Kurs in die Antarktis, kommt aber nie dort an.

Im wesentlichen geht es darum: Der Schriftsteller Victor Arledge will herausfinden, was wirklich geschah, als der Musiker Hugh Everett Bayham entführt wurde. Nach vier Tagen tauchte er wieder auf, als sei nichts gewesen. In einem schottischen Haus wurde er angeblich festgehalten, und ob er dort wirklich von einer Fünfzehnjährigen verführt wurde, weiß keiner so genau. Arledge kann dem Pianisten Bayham sein Geheimnis nicht entlocken. Beide befinden sich auf dem Schiff, welches unter dem Komando eines unberechenbar gewalttätigen Käpitäns steht.

Am Ende erfährt der Leser nur Andeutungen über Bayhams Geheimnis. Warum Arledge plötzlich mit dem Schreiben aufhört, bleibt ungewiss. Der Leser, alleingelassen wie in den Weiten des antarktischen Eises.

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3.0 von 5 Sternen Expedition, 4. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Reise über den Horizont (Gebundene Ausgabe)
In bester Tradition der Abenteuerromane entwirft Marías in diesem Roman die Geschichte des Kapitän Kerrigan, der in der besten Tradition jener Millionäre, die zu neuen Horizonten aufzubrechen sich berufen fühlen, in die Antarktis aufbricht. Abenteurer wie Kerrigan sind unstet, kommen nie an, wollen das Neue, das Unbekannte, das, was andere vor ihnen nicht geschafft haben und ziehen die Tragödie an. Leider hat man die Geschichte, ob bei Ransmeyer, Conrad und anderen schon mal gelesen. Angesichts der Tristesse fliehen die Helden in die Gefahr und scheitern kläglich. Marías beraubt sich hier einer seiner Stärken. Das Geheimnisvolle, der Blick in menschliche Abgründe ist allzu vorhersehbar dem Genre unterworfen und überzeichnet. Es erscheint einem so, als habe hier ein Autor Lust auf den Rückgriff der Erzähltechniken des 19. Jahrhunderts gehabt, seine modernen Beschränkungen abstreifen wollen, um einfach im Erzählerischen zu schwelgen. Das ist vor allem für Liebhaber des Genres ein Genuss, auch wenn Marías sprachliche Meisterschaft ungebrochen ist.
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2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine lesenswerte Reise über den Horizont, 21. August 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Reise über den Horizont (Gebundene Ausgabe)
"Die Reise über den Horizont" hat mir viel besser gefallen als der zuletzt erschienene Roman "Schwarzer Rücken der Zeit".
Marias' Stil ist wunderbar (unglaublich was er im Alter von 20 Jahren schon konnte), einziges Manko: Manchmal werden die Sätze ziemlich lang.
Jeder, der das Buch kauft, wird es bestimmt nicht bereuen.
Sehr empfehlenswert!!
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