»Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand«... Nur wenige wissen, daß diese Forderung nur ein ohnmächtiges Schlagwort ist. Die Realität sieht anders aus:
' 70% des Produktivvermögens der Bundesrepublik sind in Händen von nur 1,7% der Bevölkerung.
' Die Konzentrationsbestrebungen der Wirtschaft machen die Superreichen in Zukunft noch reicher.
' Die inflationären Tendenzen treffen nur Lohn- und Gehaltsempfänger - der Wert des Produktivvermögens der Superreichen wird jedoch steigen.
' Die gesetzlichen Maßnahmen zur Förderung der Eigentumsbildung kann optimal nur der ausnutzen, der mehr als 200000 im Jahr verdient.
In einer gründlichen Analyse zeigt Michael Jungblut, daß nach der Währungsreform keinesfalls alle die gleiche Startchance hatten. Die Grundsteine für die großen Vermögen von heute wurden (mit wenigen Ausnahmen) schon vor dem Zweiten Weltkrieg gelegt. Mit ausführlichen Details werden hier zum erstenmal Erfolge, Tricks und Taktiken der großen deutschen Familienkonzerne untersucht. Der von der Bundesregierung nachhaltig geförderte Wiederaufbau der Wirtschaft ist längst abgeschlossen; gleichwohl haben sich die zahlreichen (Steuer-)Privilegien der Unternehmer bis heute erhalten, während sich das Millionenheer der Arbeitnehmer mit Gehaltserhöhungen zufriedengeben muß, die sich an der Zunahme der Produktivität orientieren. Preissteigerungen und Steuerprogression bewirken, daß der Anteil der Arbeitnehmer am gesamten Wirtschaftskuchen auf dem alten Stand eingefroren wird oder sogar absinkt. Aus kritischer Distanz analysiert Umnik Jungblut die Versäumnisse aller Beteiligten: des Gesetzgebers, der Unternehmer, der Gewerkschaften. Frei von ideologischem Ballast erörtert Jungblut die Zukunftsaussichten praktikabler Beteiligungsmodelle. Noch klafft die Vermögensschere in der Bundesrepublik immer weiter auseinander. Jungbluts Buch, das zugleich eine Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahre ist, zeigt Wege und Möglichkeiten auf, die aus diesem Dilemma herausführen können.
PS: Neben seiner journalistischen Arbeit wurde Jungblut vor allem durch sein erstes Buch
»Rebellion der Überflüssigen - die ungewisse Zukunft der Berufe« bekannt.