Seit ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mich intensiev mit Lektüre über das späte Mittelalter beschäftigt. Das erste, dass mir aufgefallen ist, war, dass die Recherchen der Autorin beglückend real gelungen sind. Sie zeichnet ein großartiges Bild der Verhältnisse zu dieser Zeit. Carlotta Buttweiler ist eine erstaunliche junge Frau, die sich nicht in die Klischees der Zeit pressen lässt. Jovan Boleslav Palac ist ebenso überraschend. Nichts scheint ihn zu erschrecken - außer der Dunkelheit. Beide sind sehr liebenswert, gerade durch ihre Schwächen. Und dann ist da noch Benedikt, der Student, der Carlotta besonders am Herzen liegt. Alles spielt sich in Heidelberg ab, wo unvorstellbare Verbrechen begangen werden.
Man gewinnt auch Eindrücke von dem Leben mit der ersten Universität auf deutschem Boden. Mit ihrem feinsinnigen Humor und ihrem unfehlbaren Geschick, Spannung zu erzeugen, ist Helga Glaesener meine deutschsprachige Lieblingsautorin und ich würde viel darum geben, wenn ich erfahren könnte, wie es Carlotta, Jovan, Benedikt und Anselm Buttweiler weiter ergeht.