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Die Realität der Massenmedien
 
 
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Die Realität der Massenmedien [Taschenbuch]

Niklas Luhmann
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 16. Januar 2004 --  


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Niklas Luhmann
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Luhmanns Klassiker zu den Massenmedien

Kurzbeschreibung

Was wir von der Gesellschaft und ihrer Welt wissen, wissen wir fast ausschließlich durch die Massenmedien. Gleichzeitig haben wir jedoch den Verdacht, dass dieses Wissen manipuliert wird. Zumindest kommt es extrem selektiv zustande, gesteuert zum Beispiel durch wenige Faktoren, die den Nachrichtenwert von Informationen bestimmen oder Unterhaltungssendungen attraktiv erscheinen lassen. Aber dies Gegenwissen wirkt sich nicht aus. Die Realität ist so hinzunehmen, wie sie von den Massenmedien präsentiert und rekursiv, auf sich selbst aufbauend, reproduziert wird.
Der aus einem Vortrag in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften hervorgegangene Text versucht, diesen Widerspruch zu klären und ihn in einer allgemeinen Theorie operativ geschlossener Sozialsysteme aufzuheben.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
In einem seiner letzten Bücher liefert Luhmann eine systemtheoretische Analyse der Massenmedien. Dabei betrachtet er den Begriff der „Realität der Massenmedien" von zwei Seiten. Zum einen geht es um die interne Funktionsweise des Systems Massenmedien, zum anderen um die Art der Realität, welche von ihnen produziert wird. Luhmann wäre nicht Luhmann, würde er nicht auch für die Massenmedien einen bestimmten Funktionscode ausmachen, nach welchem sie als selbststeuerndes System arbeiten: Den Neuigkeitswert von Informationen. Ob Information neu oder alt ist bestimmt also den Umgang der Medien mit ihr und gleichzeitig, welches Produkt sie liefern. Die Realität, die auf diese Weise produziert wird, bewertet Luhmann anders, als sonst üblich. Wo andere gezielte Manipulation zu bestimmten Zwecken wittern sieht Luhmann nur ein Realitätskonstruktion, die eben den inneren Gesetzmäßigkeiten des Medienbetriebs folgt. Die Kernfunktion von Massenmedien sieht Luhmann daher auch in der Auffrischung des gesellschaftlichen Gedächtnisses. Durch die Aktivität der Medien werden Schemata eingeübt, mit deren Hilfe auch andere soziale Systeme ihre Funktion steuern können. Wer sich noch nie mit Luhmanns Systemtheorie beschäftigt hat, wird mit diesem Buch seine Schwierigkeiten haben; zwar werden die Begriffe noch einmal kurz erläutert, aber ohne Vorkenntnisse ist das Buch wohl kaum zu verstehen, auch deshalb weil - Luhmann-typisch - die Theorie hier während ihrer Verwendung weiter verfeinert wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
"Die Realität der Massenmedien" von Niklas Luhmann ist eine systemtheoretische Beschreibung der Massenmedien. Unter Massenmedien definiert Luhmann dabei

"alle Einrichtungen der Gesellschaft, die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen".

Das Buch basiert auf einem Vortrag, den Luhmann am 13.07.1994 an der Akademie für Wissenschaften in Düsseldorf gehalten hat. Ergänzt hat er ihn in schriftlicher Form um Gesichtspunkte, die aus dem Rahmen der kommunikationswissenschaftlichen Medienforschung herausfallen.

Der Autor steigt ein mit der These:

"Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien"

Dabei unterstellt er keinen Manipulationsverdacht, sondern betrachtet die Massenmedien als ein Funktionssystem der modernen Gesellschaft:

Die Massenmedien sind ein System, vielmehr ein "geschlossenes" System, mit verschiedenen Funktionen. Diese sorgen dafür, dass sich die Elemente (hier: Informationen) immer wieder erneuern. Luhmann spricht in diesem Sinne auch von "Reproduzierbarkeit". Die Massenmedien können nur existieren, wenn eine Anschlussfähigkeit besteht: aus einer gesendeten Information wird sofort eine Nichtinformation über die Funktionen muss das System nunmehr daran anknüpfen und sofort neue Informationen generieren.

Um ein System als "geschlossen" zu bezeichnen und damit von seiner Umwelt abzugrenzen, braucht es einen Code. Diesen Code sieht Luhmann nicht in der Unterscheidung zwischen "wahr/unwahr" sondern zwischen "Information/Nichtinformation".

Aufgrund des Codes wird bestimmt, welche Operationen zum System gehören. Damit ist auch klar herausgestellt, was nicht zum System und damit zur Umwelt gehört. Nach Luhmann gibt es jedoch nicht "eine" Umwelt für verschiedene Systeme, sondern immer eine systemabhängige Umwelt, die aus Sicht jedes einzelnen Systems erschaffen wird. Luhmann beantwortet damit die Frage nach der Realität der Massenme-dien: sie konstruieren, nicht manipulieren, Realitäten. Somit "leisten die Massenmedien einen Beitrag zur Realitätskonstruktion der Gesellschaft".

Luhmann untersucht auch strukturelle Kopplungen verschiedener Systeme. Er sieht sie ganz besonders durch die Unterteilung in drei Pro-grammbereiche: Nachrichten/Berichte, Werbung und Unterhaltung, so z. B. besteht eine strukturelle Kopplung nach Luhmann zwischen Werbung und Wirtschaft.

Für denjenigen Leser, der sich mit Luhmanns Systemtheorie und seinen Begriffen wie: System/Umwelt-Differenz, Operation, Funktion, Autopoiesis noch nicht befasst hat, ist dieses Buch schwer verständlich, da Definitionen und die allgemeine Systemtheorie als bekannt vorausgesetzt werden. Auch für Kenner der Theorie ist es nicht einfach, sich durch das theoretisch, abstrakte Konstrukt zu kämpfen. Noch dazu ist die Theorie von Luhmann insgesamt sehr umstritten.

Wer nach der Hinterfragung von Qualität oder der Manipulation von Massenmedien sucht, wird hier nicht fündig werden. Aber der Leser er-hält tiefen Einblick in eine systemtheoretische Blickweise, über die Funktionsweise der Gesellschaft und all ihrer Systeme.

Leser, die in Luhmanns Theorien Wahrheiten und Erklärungen finden, werden seine hier gelieferte Sichtweise auf die Medien sicherlich befürworten. Nicht zuletzt bleibt aber die Frage offen, ob seine Betrachtungsweise nicht ebenso eine Konstruktion ist, wie die von ihm be-schriebene Konstruktion der Realität durch Medien.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Fürwahr, einfach ist das nicht, was uns der vor einigen Monaten verstorbene Kommunikationstheoretiker und Sozialwissenschaftler Niklas Luhmann da bietet. Er geht der Frage nach, was die Wirklichkeit der Massenmedien ist und wie wir diese Wirklichkeit erfahren. Das hier publizierte Buch geht auf einen Vortrag des Wissenschaftlers von 1994 zurück und man muß sich schon sehr konzentrieren, um den oftmals sehr komplexen und theorielastigen Schilderungen Luhmanns folgen zu können. Doch so komplex und verstiegen oftmals seine Ausdrucksweise auch ist, so einfach und einleuchtend ist das, was er daraus folgert. Diese Genialität ist wohl auch der Grund dafür, daß das Werk des Niklas Luhmann die Gesellschafts- und Kulturwissenschaften auch noch in den folgenden Jahrzehnten beschäftigen wird. Wer Luhmanns Gedankenwelt noch nicht kennt, findet hier einen - für seine Verhältnisse - leichten Einstieg und wird sich wahrscheinlich auch mit den anderen Schriften des Theoretikers auseinandersetzen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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