Pressestimmen
01.04.2002 / Buchhändler heute: Entspannung und Weiterbildung "Unterhaltend, informativ und sehr aktuell."
11.05.2002 / Neue Zürcher Zeitung: Flötenklänge von Finanzanalytikern "Zu den Stärken des Buches gehört die historische Darstellung, wie die einst kritischen Beobachter des Aktienmarkts gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu 'Einpeitschern' des Investmentbankings und der Marketingabteilungen avancierten."
25.05.2002 / Die Welt: Analysten am Pranger "Für Anleger, die die Mechanismen, nach denen die großen Player im Börsenpoker agieren, verstehen wollen, ist das Buch eine Pflichtlektüre. Und die macht angesichts der direkten und plastischen Sprache Coles sogar noch Spaß."
09.07.2002 / Financial Times Deutschland: Business unter Palmen "Coles Bericht ist nüchtern, lakonisch und mit reichlich Sarkasmus gewürzt."
22.08.2002 / Wirtschaftswoche: Falsche Wahrsager "Eine bitterböse Abrechnung mit den Analysten der Wall Street. Mit ironischem Plauderton beschreibt der Finanzjournalist Cole die Tricks der Investmentbanker. Kurzes Fazit: Kaufen."
09.09.2002 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Manipulation an der Börse "Eine hervorragende Investition. Hätte es dieses Buch bereits 1998 gegeben und hätten es die Privatanleger bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigt, dann wären sie nicht auf die reißerischen Studien der Analysten hereingefallen. In dem klar strukturierten und flüssig geschriebenen Text werden die Usancen des modernen Investmentbanking einprägsam und verständlich dargestellt."
01.12.2002 / Das österreichische Industriemagazin: Rattenfänger "Die Usancen im Finanzmarkt werden so spannend und haarsträubend dargestellt, wie sie es leider wahrscheinlich sind."
21.12.2002 / Die Welt: Von Rattenfängern und Börsenzwergen "Coles Bericht ist nüchtern, lakonisch und mit viel Sarkasmus gewürzt."
08.01.2003 / Handelsblatt: Ein ernüchternder Kehraus nach dem Börsenboom "Das Buch liefert mit der Fülle an Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit eine ebenso lehrreiche wie ernüchternde Erklärung dafür, wie sich der inzwischen so rasant abgestürzte Aktienmarkt überhaupt so aufblähen konnte û und wer die ganze Zeit davon profitiert hat."
Der Verlag über das Buch
Über den Autor
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Auszug aus Die Rattenfänger der Wall Street. Wie Analysisten die Börsenwelt manipulieren. von Benjamin Mark Cole. Copyright © 2002. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die neuen Stars der Wall Street sind die Analysten, die bei
Wertpapierhäusern, also auf der "Verkaufsseite", angestellt sind.
Sie, die einst im Hintergrund wirkten, rückten gegen Ende des 20.
Jahrhunderts plötzlich ins Rampenlicht. Vor kurzem arbeiteten sie
noch im Verborgenen und in relativer Unabhängigkeit. Nun gelten
sie als Aushängeschild der Branchengrößten. Als "Rattenfänger der
Wall Street" sollen sie mit ihren Flöten auf den Marktplatz
treten und mit unwiderstehlichen Tönen die Kurse höher und höher
treiben.
Dies ergibt sich zum Teil zwangsläufig aus den seit 1980
explosionsartig gewachsenen Finanzmedien, den auf Wirtschaft
spezialisierten Nachrichtensendern, den TV-Shows und der Lawine
von Finanz- und Börsenzeitungen. Das Internet scheint speziell
für die Wall Street erfunden zu sein und ist mit Seiten über
Aktien, Finanzinformationen und Wirtschaftsnachrichten aller Art
und natürlich mit Angeboten zum Online-Trading regelrecht
gespickt. Die von den Analysten angestimmte Melodie wird in
diesem Medium von Legionen von Finanzjournalisten gespielt und
über den Äther an ein Publikum geschickt, das großenteils einen
anhaltenden Bärenmarkt nie erlebt hat - zumindest bis vor kurzem.
2001 verloren viele Kleinanleger an der Börse eine Menge Geld,
und sie spürten, dass es ihnen an den Kragen ging - oder
vielleicht ist es treffender zu sagen, dass sie wie Vieh zur
Schlachtbank geführt wurden. Kurz nach dem Millenniumswechsel
platzte die Spekulationsblase der späten neunziger Jahre. Der
Nasdaq Composite Index, der zuvor von Internetaktien und
Technologiewerten in astronomische Höhen katapultiert worden war,
fiel bis Ende 2000 auf die Hälfte seines Höchststandes. Es war
das schlimmste Börsenjahr seit der Weltwirtschaftskrise.
Auch andere Indizes wie der ehrwürdige Dow Jones Industrial
Average oder der Standard & Poor's 500 hatten ein Jahr zuvor alle
Rekorde gebrochen. Der S&P vervierfachte sich in der letzten
Dekade des 20. Jahrhunderts und spiegelt damit eine Hausse, die
ihresgleichen sucht. Eine solche Marktentwicklung hatte es nie
zuvor gegeben, und doch nahmen sie Millionen von Amerikanern für
selbstverständlich. Heute besitzen viel mehr Menschen als früher
Aktien, und jetzt müssen die Neulinge lernen, dass die Sonne auch
an der Börse nicht immer scheint, selbst wenn die Analysten einen
wolkenlosen Himmel prognostizieren.
...
Dieses Buch wirft ein grelles Licht auf Aktienanalysten und ihre
Rolle in einer veränderten Wertpapierbranche und Medienwelt. Zur
Beruhigung der Gemüter ist es nicht geeignet. Zahlreiche
wissenschaftliche und von Unternehmen durchgeführte Studien haben
erwiesen, dass die Kaufempfehlungen der Analysten sich in der
Regel schlechter entwickeln als der Markt. Die Ursachen dafür
haben viel mit den hier beschriebenen kompromittierten
Beziehungen zu tun.
Um die Kräfte nachzuzeichnen, die die Branche verändert haben,
beginnt Missbrauchte Macht mit einem Blick durchs
Vergrößerungsglas auf die Handlungen eines einzelnen Analysten.
Dieser lässt glasklar die Interessenkonflikte der großen Häuser
erkennen. Dann nimmt das Buch in den Kapiteln 2 bis 5 die
Entwicklung der Wall Street im Allgemeinen unter die Lupe. Wir
beleuchten eine Reihe interessanter, manchmal haarsträubender
Neuemissionen und sehen uns in den Schmuddelecken um, betrachten
die Spekulantenringe, die Finanzjongleure der regionalen
Wertpapierhäuser und die Hinterhofbüros mit ihren Selfmade-
Analysten, die das Vorgehen der Großen nachahmen. Zudem
diskutieren wir in Kapitel 6 die Leerverkäufer mit ihrer
heilsamen Wirkung - die allerdings fast vollständig aus dem Markt
verdrängt wurden. In Kapitel 7 nennen wir eine Reihe unabhängiger
und renommierter Research-Unternehmen, die dem Anleger wertvolle,
nicht von Interessenkonflikten getrübte Informationen bieten.
Wenn mehr Investoren um die seit den neunziger Jahren veränderten
Bedingungen wüssten, würden sie vielleicht vorsichtiger handeln,
aber leider gilt wohl das alte Sprichwort, dass man Erfahrung
immer erst dann hat, wenn man sie nicht mehr braucht. Im Jahr
2001, als der Nasdaq schon weit unter seinem Höchststand
notierte, kam die Kenntnis der neuen Regeln an der Wall Street
für viele Anleger zu spät. Ihre Wertpapierbestände hatten die
Schrumpfkur schon hinter sich, und eine Besserung ist nicht
abzusehen. Man kann nur hoffen, dass sie ihre Lehren daraus
ziehen und die Fehler nicht wiederholen.