Die Bücher von Rolf Wilhelm Brednich, dem Professor für Volkskunde aus Göttingen, über moderne Sagen sind ja inzwischen fast zum Kult geworden; die Geschichtensammlungen von Legenden wie "Die Spinne in der Yucca-Palme" bieten Gesprächstoff für viele gesellige Abende und sind doch gleichzeitig auch zum Alleinlesen und Alleinschmunzeln im stillen Kämmerlein bestens geeignet. Nun geht die Reihe der Brednichbücher in die vierte Folge. Rund 130 Geschichten hat der Volkskundler für den neuen Band gesammelt, freilich handelt es sich dabei in der Zwischenzeit um weniger verbreitete Geschichten, denn die verbreitetsten wurden ja schon in die ersten Bände aufgenommen. Der Aha- und Wiedererkennungseffekt, der vor allem den ersten Band auszeichnete, wenn man allein oder in der Gruppe herausfand, daß die seltsame Geschichte, die ein Bekannter über den Freund eines Freundes erzählt hat, offensichtlich über das ganze Bundesgebiet verteilt erzählt wurde (mit wechselnden Akteuren, versteht sich), stellt sich deshalb nicht mehr ganz so häufig ein. Dies tut dem Spaß an den kuriosen Texten, etwa über einen Braunbären, der auf einem Fahrrad vor seinem Jäger flieht, die Oma, die eine Banknote als Geschenk faxen will oder den Autoknacker, der von einem wildgewordenen Airbag am Diebstahl gehindert wird, dennoch kaum Abbruch. Besonders interessant dürfte der Band aber für Bewohner der ehemaligen DDR sein, denn diesmal sind 23 Geschichten aus diesem Verbreitungsgebiet enthalten. Schön ist auch, daß im Anhang ein Glossar mit allen in den vier Büchern veröffentlichten Geschichten beigefügt wurde. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)