Originaltitel: Sitting Bull
Produktionsland: USA
Premiere: 1954
Mit: Dale Robertson, J. Carrol Naish, Mary Murphy u. A.
Bild: Farbe, Bildqualität OK
Zweifelsohne gehört dieser Film zu den pro-indianischen Toleranz-Western, welche in den 1950-er Jahren eher selten waren. Obwohl er im Verhältnis zu Broken Arrow oder The Last Hunt zu den schwächeren Produktionen gehört, so beinhaltet er dennoch beeindruckende und bemerkenswerte Botschaften. Zunächst die Figur des amerikanischen Armee-Offiziers, der sich Degradierungen aussetzt, indem er unermüdlich nach Gerechtigkeit für die Indianer strebt und sich von nichts davon abhalten lässt, nicht mal vom Verlust seiner geliebten Frau. Sein Bemühen ist sehr glaubhaft dargestellt und bewirkt eine sympathische Solidarität mit ihm. Als einziger Weißer steht er allein auf weiter Flur und sucht verbissen und konsequent nach Lösungen, bis hin zum Besuch beim amerikansichen Präsidenten. Es ist beeindruckend eine Person zu verfolgen in seinem Schwimmen gegen den Strom, wie er sich auf Kosten der eigenen Karriere die Würde bewahrt. So ein Held wird groß im Auge des Zuschauers und vermittelt Frische und Bewunderung für all sein vorbildliches Bemühen. Die Person des Sitting Bull wird im Film eher vernachlässigt und pathetisch dargestellt, doch geht es bei diesem Streifen mehr um die Botschaft der Toleranz und Koexistenz, als um ein Porträt. General Custer wird von Anfang an als präpotent gezeigt, was wiederum den Film auszeichnet, der es sich in jenen Jahren erlaubte, ein kritisches Bild der amerikanischen Unterdrückungspolitik offen zu zeigen. Also sehr mutig und couragiert. Beindruckend auch die Szene, als der Held der Geschichte ins Reservats-Fort kommt und dort die wie in einem KZ eingepferchten, kranken und hungrigen Indianer vorfindet. Diese Szene ist sehr authentisch und tragisch dargestellt und symbolisiert die vorbildliche, soziale Botschaft des guten Western. Zweifellos gehört der Film in jede Sammlung pro-indianischer Filme.