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Die Rückkehr des Tanzlehrers: Roman
 
 
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Die Rückkehr des Tanzlehrers: Roman [Gebundene Ausgabe]

Henning Mankell , Wolfgang Butt
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (104 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein rabenschwarzer Tag für Stefan Lindman: Erst hört der Kriminalbeamte aus dem südschwedischen Borås von seinem Arzt, dass er wahrscheinlich Zungenkrebs hat, dann liest er auch noch in der Zeitung, dass sein ehemaliger Kollege Herbert Molin in seinem Haus auf brutale Weise gefoltert und ermordet worden ist. Molin hatte sich nach seiner Pensionierung in die Einsamkeit der norrländischen Wälder im Norden Schwedens zurückgezogen -- und obwohl Lindman dem verschlossenen Alten nie besonders nah gekommen war, weiß er, dass es ein Rückzug aus Angst war. Doch wovor hatte Molin Angst? Und warum hinterließ der Mörder als sichtbaren Hinweis auf den Dielen des Hauses die blutigen Spuren eines Tanzes: den letzten, tödlichen Tango, zu dem er sein Opfer aufforderte?

Der Schock der Diagnose sitzt tief, doch Lindman schlägt den Erholungsurlaub aus und fährt ins kalte Härjedalen, um dem Mord an Molin auf den Grund zu gehen. Zusammen mit Giuseppe Larsson, dem leitenden Ermittlungsbeamten vor Ort, muss er sich nicht nur mit provinziellen Neidern auseinander setzen, sondern auch mit Molins Vergangenheit als glühendem Faschisten und überzeugtem Söldner in Hitlers Waffen-SS. Während Lindman und Larsson versuchen, die Teile des mörderischen Puzzles zusammen zu setzen, merken sie mehr und mehr, wie erschreckend lebendig die nationalsozialistische Vergangenheit in der Gegenwart ist. Harmlose Nachbarn äußern faschistische Überzeugungen mit schockierender Selbstverständlichkeit und radikal nationalistische Organisationen, wie zum Beispiel jene zum "Wohl Schwedens", erfreuen sich breitester Unterstützung der schwedischen Bevölkerung. Die schlimmste Erkenntnis für Lindman ist jedoch, dass er nicht mehr sicher sein kann, wem er trauen kann.

Was Henning Mankell in Die Rückkehr des Tanzlehrers umtreibt, ist weniger der alltägliche Rassismus in einer Gesellschaft, die sich weigert ihre eigene Multikulturalität zu akzeptieren (Parallelen zur deutschen Realität sind bei diesem Thema unvermeidlich). Der neue Faschismus, das macht Mankell in seinem Roman deutlich, ist vielmehr ein internationales Phänomen, eine Globalisierung des Bösen, die sich neuester Technologie bedient und mit E-Mails und Internet ihre Netzwerke spannt. Lindman ist zwar nicht Wallander, aber Die Rückkehr des Tanzlehrers ist eindeutig ein typischer Mankell. Die Fähigkeit des schwedischen Erfolgsautoren, eindringliche gesellschaftliche und politische Kritik mit einer packenden, spannenden Geschichte zu verbinden, wird auch hier seine Leser in den Bann ziehen. --Peter Schneck -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Um auf andere Gedanken zu kommen, fährt Stefan Lindmann, 37 Jahre, Polizeikommissar in Südschweden, hinauf nach Norrland. Dort hat sein ehemaliger Kollege Herbert Molin nach seiner Pensionierung gelebt, bis er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Lindmann entdeckt, dass Herbert Molin ein ehemaliger SS-Mann war, der 1942 als Freiwilliger auf seiten Hitlers in den Krieg zog. Wenig später findet Lindmann ein weiteres, schlimm zugerichtetes Mordopfer vor, Molins Nachbar, einen pensionierten Geiger. War hier zweimal derselbe Täter am Werk Wer fordert einen toten Mann zum Tango auf? Mankells neuer Kommissar Stefan Lindman, 37, steht vor einem Rätsel: Sein ehemaliger Kollege Herbert Molin ist ermordet worden, und am Tatort werden blutige Fußspuren gefunden, die wie Tangoschritte aussehen. Gibt es einen Zusammenhang mit Molins Vergangenheit als SS-Mann? Lindman ermittelt auf eigene Faust in Mankells Heimatort Härjedalen ... Henning Mankell hat einen grandiosen Kriminalroman geschrieben, der ein Stück deutsch-schwedischer Geschichte erzählt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

»Vielleicht Mankells wichtigstes Buch.« Brigitte

»Mühelos beweist Henning Mankell, dass er es ohne seinen Wallander fast noch besser kann … Ein atmosphärisch dichter Krimi.« Cosmopolitan

»Ein Musterbuch für funktionierende engagierte Krimiliteratur.« Elmar Krekeler in der ›Welt‹

»Spannend und von bewundernswerter literarischer Qualität – eben ein echter Mankell.« Der Spiegel

»Depression, Schießerei, Nacht und Verfolgung...das Rezept schmeckt eben immer wieder.« Main-Echo »Dieser Mankell ist für Liebhaber des Schweden natürlich ein Muss, auch wenn sich das Buch nicht um Kurt Wallander dreht, sondern um Stefan Lindman, einem Kriminalkommissar aus dem Süden von Schweden. (...) Henning Mankell gelingt es wie immer extrem gut die bedrückende und schwere Grundstimmung, die für Schweden typisch ist, in seinem Werk zu verankern.« krimizeit.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen Schriftsteller in Schweden. Seit Ende der sechziger Jahre ist er als Autor, Theaterregisseur und Intendant tätig. Allein in Deutschland erreicht die Gesamtauflage seiner Bücher mittlerweile 11 Millionen. Seine Bücher wurden bisher in über 20 Sprachen übersetzt. Für sein umfangreiches Werk erhielt Mankell zahlreiche Preise, u.a. von der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur, den Deutschen Jugendbuchpreis (1993), den Astrid-Lindgren-Preis (1996), die Corinne 2001 und 2002 sowie den Deutschen Bücherpreis (2003). Henning Mankell lebt in Maputo, Mosambique, wo er das Teatro Avenida leitet. Mehrere der Wallander-Romane wurden verfilmt. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Die Rückkehr des Tanzlehrers. von Henning Mankell, Wolfgang Butt. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war zwanzig Minuten vor zehn, als Giuseppe auf den Hof von Herbert Molins Haus einbog. Es war kein Polizeiwagen vor Ort, aber die Absperrbänder waren noch da. Giuseppe stieg aus. Wind war aufgekommen. Das Rauschen des Waldes lag wie ein dumpfer Ton über dem Herbstmorgen. Giuseppe stand vollkommen still und sah sich langsam um. Die Männer der Spurensicherung hatten genau an der Stelle, an der er angehalten hatte, eine Wagenspur entdeckt. Reifenabdrücke, die nicht zu Molins altem Volvo gehörten. Jedesmal, wenn Giuseppe an einen Tatort kam, versuchte er sich vorzustellen, was vor sich gegangen war. Wer war aus dem fremden Wagen gestiegen? Und wann? Es mußte in der Nacht gewesen sein. Der Gerichtsmediziner hatte den exakten Todeszeitpunkt noch nicht feststellen können. Er hatte jedoch in seinem vorläufigen Bericht anklingen lassen, daß die Mißhandlungen lange gedauert haben dürften. Wie viele Peitschenschläge Molin genau getroffen hatten, ließ sich nicht feststellen, aber er konnte mit Unterbrechungen viele Stunden lang geschlagen worden sein. Im Kopf ging Giuseppe aufs neue die Gedanken durch, die ihn schon während der Fahrt von Östersund beschäftigt hatten. Die Wut und die Rachsucht.

Der einsame Täter.

Alles gut geplant.

Kein Totschlag im Affekt.

Sein Handy klingelte. Er fuhr zusammen. Er hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, daß er auch tief im Wald erreichbar war.

Er nahm das Handy aus der Jackentasche und meldete sich. "Giuseppe."

Schon oft hatte er seine Mutter dafür verflucht, daß sie ihn nach einem italienischen Schmalzsänger benannt hatte, den sie in ihrer Jugend an einem Sommerabend im Volkspark von Östersund gehört hatte. Während seiner Schulzeit war er ständig deswegen gehänselt worden, und jedesmal, wenn ihn jemand anrief und er seinen Namen nannte, entstand ein Zögern am anderen Ende der Leitung.

"Giuseppe Larsson?"

"Das bin ich."

Er lauschte. Der Mann, der anrief, stellte sich als Stefan Lindman vor und war Polizist. Er rief aus Borås an.

Stefan Lindman erzählte, daß er mit Molin zusammengearbeitet habe und sich frage, was eigentlich passiert sei. Giuseppe bat, zurückrufen zu dürfen. Es war vorgekommen, daß Journalisten sich als Polizisten ausgegeben hatten, und dieses Risiko wollte er nicht eingehen. Stefan Lindman verstand. Giuseppe fand nichts zu schreiben und malte die Nummer mit der Schuhspitze in den Sand. Er wählte, und Lindman meldete sich. Es konnte natürlich immer noch ein Journalist sein. Genaugenommen hätte Giuseppe das Polizeipräsidium in Borås anrufen und fragen müssen, ob dort ein Polizist namens Stefan Lindman arbeitete. Die Wortwahl des Mannes und seine Art sich auszudrücken überzeugten ihn jedoch, und er versuchte auf Lindmans Fragen zu antworten. Aber es war schwer am Telefon. Außerdem war der Empfang schlecht. Aus der Entfernung hörte er, daß der Lieferwagen der Spurensicherung sich näherte.

"Ich habe deine Nummer", sagte Giuseppe, "und du kannst mich später wieder über dieses Telefon oder im Polizeipräsidium in Östersund erreichen. Aber kannst du mir noch etwas sagen? Hat Herbert Molin sich jemals bedroht gefühlt? Alles kann wichtig sein. Unsere Ermittlung steht noch auf ziemlich schwachen Füßen. Keine Zeugen. Kein Motiv. Kein konkreter Anhaltspunkt. Die Kompaßnadel dreht sich."

Er lauschte schweigend. Der Wagen der Spurensicherung fuhr auf den Hof. Giuseppe beendete das Gespräch und zog die Telefonnummer noch einmal deutlich nach.

Der Polizist aus Borås hatte etwas Wichtiges gesagt. Herbert Molin hatte Angst gehabt. Er hatte nie eine Erklärung für seine Angst gegeben, aber Lindman war seiner Sache sicher. Molin hatte eine ständige Angst mit sich herumgeschleppt.

Es waren zwei Männer von der Spurensicherung gekommen. Beide jung. Giuseppe arbeitete gern mit ihnen zusammen. Sie waren sehr energisch und gingen effektiv und sorgfältig vor. Sie betraten gemeinsam das Haus, in dem die beiden die Untersuchungen fortführen sollten. Giuseppe ging vorsichtig auf Zehenspitzen umher und betrachtete das Blut, das sich auf dem Fußboden und an den Wänden befand. Während die Kriminaltechniker ihre Overalls anzogen, versuchte Giuseppe, sich noch einmal in das, was eigentlich passiert war, hineinzuversetzen.

Der äußere Verlauf war ihm jetzt klar. Zuerst hatte der Täter den Hund getötet. Danach hatte er die Fenster zerstört und Tränengas ins Haus geschossen. Nicht die Tränengaspatronen hatten die Fensterscheiben zerschlagen. Auf dem Hofplatz hatten sie eine Reihe von Patronenhülsen gefunden, die aus einem Jagdgewehr abgegeben worden waren. Der Mann, der sich dort draußen befunden hatte, war methodisch vorgegangen. Als das Ganze begonnen hatte, schlief Herbert Molin wahrscheinlich noch. Zumindest lag er im Bett. Der Täter hatte ihn nackt an den Waldrand geschleift. Aber Molins Pullover und seine Hose waren blutverschmiert im Sand am Fuß der Treppe gefunden worden. Die große Menge Tränengaspatronenhülsen wies darauf hin, daß der stechende Rauch das ganze Haus erfüllt haben mußte. Molin war mit seiner Schrotflinte in der Hand auf den Hofplatz geflohen. Er hatte auch mehrere Schüsse abfeuern können, aber dann war er nicht weitergekommen. Das Gewehr hatte auf dem Boden gelegen. Giuseppe war klar, daß Herbert Molin praktisch blind gewesen sein mußte, als er auf den Hofplatz hinausgelaufen war. Er hatte außerdem nur unter großen Schwierigkeiten atmen können.

Herbert Molin war aus seinem Haus gejagt worden und wehrlos gewesen, als der Täter ihn ins Freie torkeln sah.

Giuseppe ging vorsichtig zu dem Raum neben dem Wohnzimmer. Dort befand sich das größte Rätsel. Ein Bett mit einer blutigen Puppe, so groß wie ein Mensch. Sie hatten zunächst gedacht, daß es sich um eine Art sexueller Attrappe handelte, die Molin sich in seiner Einsamkeit angeschafft hatte, aber die Puppe besaß keine Körperöffnungen. Die Bügel an den Füßen erklärten dann, daß es eine Tanzpuppe war. Die wichtigste Frage, die sie zu beantworten hatten, war jedoch, warum sie blutverschmiert war. War Molin in das Zimmer geflüchtet, bevor das Tränengas es ihm unmöglich machte, im Haus zu bleiben? Aber warum war die Puppe dann blutverschmiert? Giuseppe und die anderen Kriminalbeamten, die an den ersten sechs Tagen den Tatort untersucht hatten, waren noch nicht zu einer plausiblen Erklärung gekommen. Giuseppe hoffte, sich an diesem Tag der Lösung der Frage zu nähern, warum die Puppe Blutspuren aufwies. Da war etwas mit dieser Puppe, was ihn mit Unruhe erfüllte. Sie verbarg etwas. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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