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Die Rückkehr der Religionen: Fundamentalismus und der 'Kampf der Kulturen' [Taschenbuch]

Martin Riesebrodt
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 11,50 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Die Rückkehr der Religionen: Fundamentalismus und der 'Kampf der Kulturen' + Der religiöse Fundamentalismus: Christentum, Judentum, Islam + Fundamentalismus: Wenn Religion zur Gefahr wird
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 158 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 2 (24. Oktober 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406459285
  • ISBN-13: 978-3406459283
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 88.776 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

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Dieses Buch wird sicherlich nicht soviel Aufmerksamkeit auf sich lenken, geschweige denn Furore machen, wie Samuel Huntingtons Kampf der Kulturen. Schade! Denn Martin Riesebrodts Kritik an Huntington entlarvt dessen Buch als das, was es ist: dürftig! Sorgfältig argumentierend entblößt er die darin entwickelte Kulturkampf-These als Mythos und zentrale Thesen als selbstwidersprüchlich und wissenschaftlich haltlos. Damit wischt er die Brisanz des Phänomens erstarkender Fundamentalismen selbst keineswegs beiseite. Vor allem übersieht er im Gegensatz zu Huntington nicht die Gefahren des "westlichen", vor allem in den USA erstarkenden protestantisch-christlichen Fundamentalismus.

Auf welche Bedürfnisse eben dieser westliche Fundamentalismus antwortet, dem Huntington in die Hände spielt, zeigt sehr schön ein Zitat des mittlerweile 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, aus der Chicago Tribune vom 30. Januar 2000, das Riesebrodt in einer Fußnote aufführt: "Als ich aufwuchs, war die Welt gefährlich und wir wussten genau, wer die anderen waren. Es war: wir gegen die, und es war klar, wer "die" waren. Heute sind wir nicht so sicher, wer "die" sind; aber wir wissen, es gibt sie."

An der Person George W. Bush, der aus einer beispiellos umstrittenen Wahl am Ende als Sieger hervorgegangen ist, obwohl er insgesamt weniger Wähler-Stimmen für sich verbuchen konnte als sein Gegenkandidat, wird noch etwas anderes deutlich, dass nämlich die Trennungslinien nicht unbedingt zwischen, sondern durchaus auch innerhalb der Kulturen verlaufen können. Um diese Trennungslinien aufzubrechen, muss man Struktur und Funktion des Fundamentalismus verstehen. Und dazu hat der Chicagoer Religionssoziologe Riesebrodt mit seinem Buch im Gegensatz zu Huntington einen wertvollen Beitrag geleistet. --Andreas Vierecke

Pressestimmen

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 12.03.2001
Ulrike Brunotte ist hell erfreut darüber, dass endlich ein Autor die Bildfläche betritt, der Samuel Huntingtons berühmt-berüchtigter These vom "Kampf der Kulturen" eine schlüssige und ideologiekritische Analyse der fundamentalistische Züge im Islam wie auch im Christentum gegenüberstellt. Allein schon dafür erntet der Fundamentalismusforscher Martin Riesebrodt, der seit über zehn Jahren in Chicago lehrt, ein dickes Lob von der Rezensentin. Riesebrodts Amerikaaufenthalt wirkt sich auch positiv auf den Schreibstil aus, merkt Brunotte an: Komplizierte Sachverhalte wisse er in eine verständliche und klare Sprache zu übersetzen. Gerade die vom Autor entwickelte neue Religionstheorie ist so auch für Nicht-Soziologen verständlich, meint die Rezensentin. Aber nicht nur die Sprache besticht. Interessant findet Brunotte, dass der Soziologe weniger eine theologische als eine pragmatische Perspektive religiöser Praxis entwickelt. Religiöse Rituale funktionieren für den Autor als Krisenmodulatoren in modernen Gesellschaften. Besonders spannend findet die Rezensentin das letzte Kapitel des Buches. Die Interviews mit südkoreanischen Charismatikerinnen zeigten einmal mehr, wie gesellschaftliche Krisen - hier der Konflikt zwischen emanzipatorischer und traditioneller Frauenrolle - zu religiösem Engagement führen können, berichtet Brunotte. Und trotzdem ändere sich nichts. Fundamentalismus ist und bleibt Männersache. Ein Ergebnis, das Riesebrodts Untersuchung eindeutig präsentiert, erklärt die Rezensentin zustimmend.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de

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Kundenrezensionen

3.5 von 5 Sternen
3.5 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges und wissenschaftlich fundiertes Buch 30. Dezember 2002
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Mit "Rückkehr der Religionen" ist in erster Linie der wachsende Fundamentalismus innerhalb der Religionen gemeint. Dies ist nicht nur ein Phänomen des amerikanischen Protestantismus (in Nord- und Südamerika), sondern ist nicht zuletzt im islamischen Raum von aktueller Bedeutung. Deshalb setzt sich das erste Kapitel des Buches mit dem vermeintlichen "Kampf der Kulturen" auseinander und bietet eine überzeugende Kritik von Huntingtons These. Im zweiten Kapitel bringt der Verfasser die meiner Meinung nach bisher brauchbarste Definition von Religion. Einen Teil des dritten Kapitels, in dem es um Kultur und Klasse aus neomarxistischer Sicht geht, hätte man weglassen können - aber man kann die Seiten auch einfach überblättern. Wichtig sind dagegen wieder die Abschnitte, die zeigen, dass der Fundamentalismus nicht auf eine bestimmte gesellschaftliche Klasse oder Schicht begrenzt ist. Besonders interessant sind dann die beiden letzten Kapitel, in denen es um die erstaunliche Tatsache geht, dass Frauen besonders stark in einigen fundamentalistischen Bewegungen vertreten sind, obwohl eines der zentralsten Ziele dieser Bewegungen die Rückkehr zu patriarchalen Verhältnissen und die Unterstellung der Frau unter den Mann ist.
Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die einzelnen Aussagen mit mehr Beispielen unterlegt worden wären. Da das Buch nicht gerade umfangreich ist, hätte es dafür bestimmt Platz gegeben. Für jemanden, der mit religionssoziologischen Themen vertraut ist, ist es kein Problem, den Ausführungen zu folgen. Aber einem Leser, dem das nötige Hintergrundwissen fehlt, wird dies wahrscheinlich nicht leicht fallen.
Nicht alles in dem Buch ist überzeugend. Zum Beispiel fällt es schwer, die katholische Befreiungstheologie als eine "religiöse Revitalisierungsbewegung" einzustufen (S. 53). Denn die Befreiungstheologie war doch eher eine Abkehr von Religion hin zu sozialer und politischer Aktion und hat dazu beigetragen, dem protestantischen Fundamentalismus in Lateinamerika den Weg zu ebnen. Im Großen und Ganzen ist das Buch aber wissenschaftlich sehr fundiert und von enormer Aktualität und Wichtigkeit. Wer ein größeres Verständnis des Themas Fundamentalismus gewinnen möchte, sollte es auf jeden Fall lesen.
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38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ohne Huntington! 24. September 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist wissenschaftlich fundiert geschrieben und dabei durchaus lesbar. Der Aufbau ist durch die knapp gehaltenen Kapitel sehr übersichtlich und nachvollziehbar. Für Leser, die sich nicht mit den üblichen Klischees abspeisen lassen wollen, ist das Buch sicherlich ein Gewinn. Dennoch krankt das Buch meiner Meinung nach daran, dass man ohne die vorherige Lektüre vom "Kampf der Kulturen" von S. Huntington einfach nicht genug Informationen hat, um das Buch angemessen zu beurteilen. Zwar führt der Autor die Argumente Huntingtons auf, doch muss man sich, so man Huntington nicht gelesen hat, auf die Darstellung des Autors verlassen. Dies kann für einen kritischen Leser nur unbefriedigend sein. Wünschenswert wären für mich auch mehr Zitate gewesen. Doch damit geizt der Autor leider ein wenig. Fazit: Nicht ohne Huntington!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Differenziert - eigenwillig - anregend 18. November 2007
Von pl
Format:Taschenbuch
Die Grundannahme Riesebrodts im vorliegenden Buch lautet: Die Religion verzeichnet weltweit eine dramatische Wiederkehr. Sie formt religiöse Subjekte und gweinnt öffentlichen Einfluss. Demgegenüber - der offensichtlichen Rückkehr der Religionen - steht die Ohnmacht - vor allem der Sozialwissenschaftler - dieses Phänomen angemessen zu beschreiben, da weitestgehend von einer Unvereinbarkeit von Säkularisierung - der strikten Trennung von Religiösem und allem Politischen - und der Revitalisierung des Religiösen ausgegangen wird. So hat nach Riesebrodt Huntington mit seinem opus magnum "Clash of Civilizations" vergeblich versucht, die globale Wiederkehr der Religionen zu erklären, was vor allem an einem verkürzten Religionsbegriff Huntingtons liegt, aber auch an der Annahme einer Herausbildung homogener zivilisatorischer Blöcke, deren identitätsstiftende Grundlage jeweils die unterschiedlichen Religionen sind. So versucht der Autor dieses Buches in einem ersten Kapitel Huntingtons These vom "Kampf der Kulturen" zurückzuweisen, bevor er dann im Folgenden selbst eine Neubestimmung des Begriffes "Religion" unternimmt, um zu zeigen, dass das Wiedererstarken der Religionen keineswegs zu abgeschlossenen zivilisatorischen Blöcken führt, sonder zu unterschiedlichen feindlichen Milieus innerhalb einer Gesellschaft, von denen (Milieus) eines durch die fundamentalistischen Bewegungen kontituiert wird, welchen weiterhin die Aufmerksamkeit des Autors gehört. Dabei entwickelt Riesebrodt die These, dass der Patriarchalismus als wesentliches Merkmal und Grundlage fundametalistischer Bewegungen auszumachen ist, aber geht auch auf die (funktionale) Rolle der Frauen in diesen Bewegungen ein.
Die Lektüre des Buches insgesamt ist ansprechend, Riesebrodts Art ist manchmal etwas "sarkastisch" (bspsw. gegenüber Huntington) und verspricht für die aktuellen Debatten über Religion/Fundamentalismus/Terrorismus nicht gerade wenige Anregungen, die man mit in Diskussionen einbringen kann. Wie schon bereits angemerkt wurde, ist eine Lektüre Huntingtons sicher nicht verkehrt, um die hier vorgetragenen Gegenargumente besser nachvollziehen zu können.
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